09.06.2020, 08.08 Uhr

Coronavirus-News: Dürfen Ostsee-Urlauber bald nur noch via App an den Strand?

Es wird voll an Deutschlands Stränden. Wegen der Coronavirus-Krise könnte es 2020 an der Ostsee sowie der Nordsee eng werden. Um die Corona-Maßnahmen dennoch einzuhalten, soll eine App nun den Strandzugang regulieren.

Die Sommerurlauber an der Ostsee müssen sich auf einige Neuerungen einstellen. Bild: dpa

Das Coronavirus hat unsere Urlaubspläne 2020 völlig auf den Kopf gestellt. Zwar werden die Reisebeschränkungen für uns Deutsche nach und nach aufgehoben, dennoch scheinen weite Reisen ins Ausland für viele Urlauber in diesem Jahr eher unwahrscheinlich. Zu groß ist die Unsicherheit wegen Corona. Die bevorzugten Ziele der Deutschen 2020: die Ostsee sowie die Nordsee. Es könnte daher eng werden an Deutschlands Küsten.

Coronavirus-News: Schleswig-Holstein plant App zur Regulierung der Strandbesucher

Laut einer aktuellen Befragung des Sinus-Instituts wollen mehr als 40 Prozent der Deutschen Urlaub an der Ostsee machen. Mit 36 Prozent auf Platz zwei landete die Nordsee. In die sonst so beleibten Mittelmeer-Regionen (Italien, Spanien, Balearen, Türkei, Griechenland) wünschen sich in diesem Jahr nur etwas mehr als 30 Prozent. Um eine Überfüllung der deutschen Strände zu verhindern und damit auch den vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten, plant die Landesregierung in Schleswig-Holstein den Strandzugang künftig mit einer App zu regulieren.

Ostsee-Urlaub 2020: So funktioniert der Strandzugang per App

Wer an den Strand darf und vor allem wann, darüber soll künftig eine App entscheiden. Wie der Strandzugang per App funktioniert? "Man kann über die App anmelden, dass man in einem bestimmten Zeitraum an einen Strandabschnitt will", sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther dem "Tagesspiegel am Sonntag" zu den Plänen für das Buchungssystem. "Wenn dort noch Platz ist, bucht man sich ein und hat dann eine Zugangsberechtigung."

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Standzugangs-App soll Tagestourismus an der Ostsee regeln

Entwickelt hat das System eigenen Angaben zufolge die Gemeinde Scharbeutz an der Lübecker Bucht. Mit der App soll vor allem der Tagestourismus reguliert werden, erklärte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer im Gespräch mit "Bild". Bedeutet: Urlauber, die ein Zimmer im Ort gebucht haben, bekämen über ihre Kurkarte einen Zugang, so Schäfer. Auch Einheimischen soll es jederzeit erlaubt sein, den Strand zu besuchen. Alle übrigen freien Strandplätze sollen dann mithilfe der App an Tagestouristen vergeben werden, erklärt Bettina Schäfer weiter. Aktuell sei das neue Strandzugangs-System jedoch noch in der Entwicklungsphase. "Unser Ziel ist der Beginn der Sommerferien, aber das wird sehr sportlich", sagt Schäfer.

Nordsee und Mecklenburg-Vorpommern planen aktuell keine App für Strandbesucher

Während Schleswig-Holstein den Strandzugang per App lenken will, bleibt an der Nordsee sowie auf den dazugehörigen Inseln alles beim Alten. Zumindest vorerst. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gäbe es aktuell keine Pläne, die Urlauber mit einer App zum Planen von Strandbesuchen zu zwingen. Allgemein gelten nur die bekannten Abstands- und Hygienevorschriften. "Die Nutzung einer App zur Buchung des "limitierten" Platzes am Strand wird es aller Voraussicht in Mecklenburg-Vorpommern nicht geben", zitiert "Bild" Annette Rösler, die Geschäftsführerin vom Bäderverband Mecklenburg-Vorpommern e.V..

Auf diese Corona-Maßnahmen müssen sich Touristen in Mecklenburg-Vorpommern einstellen

Dennoch müssen sich Urlauber auf zusätzliche Corona-Maßnahmen einstellen. Dazu gehören unter anderem:

  • Wegeleitsysteme für Urlauber: Dabei soll es verschiedene Zugänge per Treppen zu den Stränden geben. Diese Leitsysteme sind natürlich abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und damit nicht überall umsetzbar.
  • Infotafeln: Diese sollen Urlauber noch einmal an die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln erinnern.
  • Wasserwacht und der Strandvogt: Auch sie werden Strandgäste, wenn nötig, auf die notwendigen Abstände hinweisen.
  • Strandkörbe sind in dem vorgeschriebenen Abstand aufgestellt und bieten so den notwendigen Schutz.

Aktuell gehe man in Mecklenburg-Vorpommern davon aus, dass sich die Urlauber am Strand verteilen werden und der Mindestabstand somit eingehalten werden kann. Das läge auch daran, dass aktuell noch keine Tages-Besucher kommen dürfen und die Unterkünfte (60-Prozent-Regelung für Hotels und Campingplätze) nicht voll ausgebucht werden dürfen. Diese Regelung gilt allerdings nur noch bis Mitte Juni. Sollten die Corona-Zahlen weiter sinken, sind weitere Lockerungen denkbar.

Unter diesen Bedingungen könnte es auch an den Stränden Mecklenburg-Vorpommerns am Ende doch noch einen Strand-Einlass per App-Ticket geben.

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sba/bua/news.de

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