24.05.2020, 15.20 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Mindestens 107 Infizierte! Corona-Ausbruch nach Gottesdienst

Nun scheint der Fall eingetreten zu sein, vor dem so manche Experten gewarnt haben: Nur kurz nach Wiedereröffnung der Restaurants und der Wiederaufnahme von Gottesdiensten scheinen sich mehrere Menschen angesteckt zu haben.

Nach einem Besuch beim Gottesdienst und im Restaurant kam es nun offenbar zu mehreren Corona-Ausbrüchen. Bild: AdobeStock / alexanderuhrin

Manche Experten hatten vor zu weitreichenden Lockerungen in der anhaltenden Coronavirus-Pandemie gewarnt. Nun scheint der Fall eingetreten zu sein, den viele befürchtet haben. So kam es in Niedersachsen und Hessen nach dem Besuch eines Restaurants und eines Gottesdienstes zu einem erneuten Corona-Ausbruch.

Corona-Ausbruch nach Besuch in Restaurant in Niedersachsen

So haben sich in Niedersachsen mindestens sieben Menschen beim Gesuch eines Gasthauses offenbar mit dem Coronavirus infiziert. "Die Infektionen stehen vermutlich in Zusammenhang mit einem Besuch in einem Lokal", teilte der Landkreis Leer mit. Falls sich das bestätigt, wäre dies der erste bekannt gewordene Fall von in Restaurants verbreiteten Corona-Infektionen seit Wiedereröffnung der Gaststätten und Cafés. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga reagierte bestürzt auf den Fall. NDR 1 Niedersachsen hatte zunächst über den Corona-Ausbruch im Landkreis Leer berichtet.

Mindestens 50 Menschen vorsorglich in"häuslicher Quarantäne"

Laut Landkreis Leer führten die neuen Fälle dazu, dass bereits für mindestens 50 Menschen "vorsorglich häusliche Quarantäne" angeordnet wurde. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. Laut Gesundheitsamt handelt es sich nicht um einen Einzelfall mit nur wenigen Kontakten. "Es ist ein Ausbruch mit gleichzeitig mehreren Infizierten und vielen Kontakten." Entsprechend aufwendig sei nun die Nachverfolgung.

Die sieben positiven Befunde, die miteinander zusammenhingen, seien dem Gesundheitsamt von Dienstag bis Freitag mitgeteilt worden, teilte der Landkreis mit. Im Landkreis Leer war zuvor eigenen Angaben zufolge mehr als eine Woche lang überhaupt keine bestätigte Neuinfektion gemeldet worden. Laut NDR 1 Niedersachsen war noch unklar, ob sich die Besucher oder das Personal nicht an die Regeln gehalten hätten.

"Corona ist nicht vorbei, Virus kann sich jederzeit weiter verbreiten"

Eine Sprecherin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga sagte NDR 1 Niedersachsen, durch das Hygiene- und Abstandskonzept, welches der Verband erarbeitet habe, seien Neuinfektionen in Restaurants eigentlich nicht möglich. Der Landrat von Leer, Matthias Groote, warnte die Bürger der Landkreis-Mitteilung zufolge: "Dieser Ausbruch führt uns deutlich vor Augen: Corona ist nicht vorbei, das Virus kann sich jederzeit weiter verbreiten." In einem auf der Twitterseite des Landkreises veröffentlichten Video sagte Groote, die Zahl der Quarantäne-Fälle werde weiter "extremst" ansteigen, da die aktuellen Fälle "im Rahmen eines Zusammentreffens" entstanden seien.

Experten warnen vor Restaurantbesuchen in geschlossenen Räumen

Einige Experten hatten vor Restaurantbesuchen in geschlossenen Räumen gewarnt. So sagte Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Universitätsmedizin Rostock, die Gäste von Restaurants sollten möglichst draußen sitzen. "Da kommt es praktisch nicht zu Infektionen. Das Coronavirus wird ganz maßgeblich über die Luft übertragen." Dagegen schütze draußen der Luftzug. In Innenräumen von Restaurants oder Cafés werde es allerdings problematischer. Selbst bei ausreichendem Luftaustausch alle sechs bis zehn Minuten gebe es keine hundertprozentige Garantie.

Mindestens 107 Corona-Infektionen nach Gottesdienst in Frankfurt

Nach einem Gottesdienst in einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt haben sich mindestens 107 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Sonntag in Wiesbaden mit. Die Menschen lebten in Frankfurt und drei hessischen Landkreisen. "Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online", sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende der Gemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten, Wladimir Pritzkau (64). "Bei uns ist es eine schwierige Lage." Der Gottesdienst sei am 10. Mai gewesen. Zuvor hatte die "Frankfurter Rundschau" berichtet. Zunächst war von mehr als 40 Infizierten die Rede gewesen.

Die meisten seien Zuhause, sechs befänden sich in Krankenhäusern. Der Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Frankfurt, René Gottschalk, wollte den Fall weder bestätigen noch dementieren: "Ich bin Arzt und unterliege der Schweigepflicht." Wie viele Besucher zu dem Gottesdienst gekommen waren, könne er "nicht genau sagen", meinte Pritzkau. "Bei uns sind aber alle Regeln eingehalten worden." Es habe Desinfektionsmittel gegeben, der vorgeschriebene Abstand sei beachtet worden.

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bua/news.de/dpa

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