12.05.2020, 18.45 Uhr

Coronavirus aktuell: "Voller Unsinn!" Top-Virologe wettert gegen Fake-News

Im Internet machen täglich unzählige Meldungen zum Coronavirus die Runde - einige davon entbehren einer verlässlichen Grundlage. Der Berliner Virologe Christian Drosten hat die gefährlichen Fake-News nun scharf verurteilt.

Dem Charité-Virologen Christian Drosten geht die Flut der Fake-News zum Coronavirus gehörig gegen den Strich. Bild: Michael Kappeler / dpa-pool / picture alliance / dpa

Der Berliner Virologe Christian Drosten übt scharfe Kritik an Falschinformationen zurCorona-Pandemie im Internet. In sozialen Medien kursierten zum Beispiel millionenfach abgerufene Videos, die "voller Unsinn" und "falscher Behauptungen" seien, sagte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast.

Virologe Christian Drosten wettert gegen Fake-News zum Coronavirus

Zum Teil seien Ärzte und Professoren dabei, "die irgendeinen Quatsch in die Welt setzen", ohne je zu den Themen gearbeitet zu haben. Namen nannte Drosten nicht. Hinzu kämen "richtige Verschwörungstheoretiker". Der Virologe schilderte, er bekomme ein Echo zurück in Form von Anschuldigungen, Fragen und Ideen, die Menschen auf Grundlage von Verschwörungstheorien entwickelten.

Christian Drosten fürchtet Stärkung von Verschwörungstheoretikern wegen Falschmeldungen bei Social Media

Drosten betonte, er stehe derzeit in der Öffentlichkeit, weil Coronaviren sein absolutes Spezialgebiet seien. Zu anderen Themen würde er sich nicht in dem Umfang äußern. Was er höre, zum Teil von "scheinbaren Fachleuten", deren Expertise in anderen Bereichen liege, entbehre oft jeder Grundlage, sagte der Virologe. Dadurch werde auch "wirklich gefährlichen Verschwörungstheoretikern" mit teils politischer Agenda der Rücken gestärkt. Drosten rügte das als "unverantwortlich". Er gehört zu den Erstunterzeichnern eines offenen Briefs, in dem Ärzte und Virologen ein härteres Vorgehen von Facebook, Google und Twitter gegen Corona-Falschinformationen fordern. Die bisherigen Maßnahmen gingen nicht weit genug, kritisieren sie beim Kampagnen-Netzwerk Avaaz.

Top-Virologe hält Handwasch-Wahn gegen Coronavirus für "total übertrieben"

Zu Ansteckungen mit Sars-CoV-2 sagte Drosten, es erscheine ihm "total übertrieben", wie oft auf das Händewaschen und Desinfizieren von Oberflächen hingewiesen werde: Nach seiner Einschätzung machen Schmierinfektionen, also Ansteckungen etwa über kontaminierte Gegenstände, nur einen kleinen Teil der Infektionen aus. Viel bedeutsamer seien Tröpfchen, die etwa beim Husten, Sprechen oder Niesen entstehen, und feinste schwebende Partikel, sogenannte Aerosole. Für die Wiedereröffnung von Restaurants etwa habe das zur Folge, dass Außenbereiche vergleichsweise sichere Zonen seien, sagte Drosten. Für Innenräume gelte zum Beispiel: "Fenster aufreißen".

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loc/news.de/dpa

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