11.05.2020, 08.50 Uhr

Coronavirus-News: Obduktion von Corona-Opfern! SO sollen sie Covid-19-Infizierten helfen

Nach einigem Zögern werden nun mehr am Coronavirus Verstorbene obduziert. Dies sei wichtig, um mehr über das neuartige Virus herauszufinden. Mit Hilfe der Untersuchungen sollen weitere Covid-19-Todesopfer verhindert werden.

Um mehr über das neuartige Coronavirus zu erfahren, müssen die Covid-19-Opfer obduziert werden. (Symbolbild) Bild: Adobe Stock/samuel

Das neuartige Coronavirus stellt Ärzte, Forscher und Wissenschaftler weltweit auf eine harte Probe. Auch nach monatelanger Forschung ist längst nicht alles über die gefährliche Virus-Erkrankung bekannt. Umso wichtiger sind nun die Untersuchungen der Corona-Opfer. Was für manch einen womöglich pietätlos klingen mag, könnte möglicherweise viele Leben retten. Die Obduktionen der Covid-19-Opfer sind lebenswichtig und dienen dazu, das Virus besser zu verstehen.

Coronavirus-News: Corona-Opfer werden untersucht, um andere Erkrankte zu retten

Im Pathologischen Institut der Uni München (LMU) wurden den Medizinern spezielle Ganzkörperschutzanzüge zur Verfügung gestellt, damit sie sich nicht mit den gefährlichen Keimen infizieren. Bei ihren Untersuchungen geht es hauptsächlich darum, herauszufinden, woran die Corona-Toten wirklich verstorben sind. Über zwei Stunden dauert eine normale Obduktion, heißt es in einem aktuellen Bericht der "Bild". "Wir ziehen spezielle Schutzkleidung an und obduzieren vorsichtiger", sagt der Pathologe Professor Jens Neumann im Gespräch mit dem Blatt.

Abgesehen von einem Ganzkörperanzug aus Kunststoff und einem Visier über einer extrem sicheren FFP3-Maske tragen die Mediziner Gummistiefeln, Kittel, Plastikschürze und Handschuhe. Um sich vor einer Corona-Ansteckung zu schützen werden die Räume nach jeder Obduktion desinfiziert.

Ärzte untersuchen Todesursache bei Covid-19-Toten

Zuletzt untersuchten die Mediziner eine über 70 Jahre alte Frau. "Bild" zufolge ist es der fünfte Verdachtsfall, der im Institut untersucht wird. Bei den vier vorherigen Todesopfern hatte sich das Coronavirus als Todesursache bereits bestätigt. "Wir haben für Sars-CoV-2 charakteristische Schädigungen gefunden", sagt der Direktor des Pathologischen Instituts, Professor Thomas Kirchner (65), im Gespräch mit "Bild". Und führt fort: "Die Viren befallen die Zellen, die die Lungenbläschen auskleiden. Die Bläschen füllen sich mit Eiweiß, das der Pathologe nachweisen kann."

Lungenembolien wohl häufigste Todesursache bei SARS-CoV-2-Opfern

Ein weiteres Merkmal, was für eine Corona-Infektion spricht, sind dem Professor zufolge Lungenarterien-Embolien. "Dabei verursacht das Virus eine erhöhte Gerinnbarkeit des Blutes, was zu Blutgerinnseln führt", so Kirchner. Das wiederum führe in der Lunge zu schlechterer Durchblutung. Tritt eine der beiden genannten Erscheinungen auf, kann das bereits zum Tod des Patienten führen. "Treten beide gleichzeitig auf, so hat der Patient kaum eine Chance."

Auch in Hamburg arbeiten Pathologen mit Hochdruck an den Untersuchungen der Corona-Toten. Eine am Freitag vorgestellte Studie belegte ebenfalls, dass Lungenembolien eine Haupttodesursache bei Covid-19 sind. Die Ärzte kamen zu dem Schluss, dass eine rechtzeitige Behandlung mit Blutverdünnern wohl viele Erkrankte retten könnte.

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sba/news.de

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