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Coronakrise jagt Energiepreise hoch: So verschlanken Sie Ihre Stromrechnung trotz Homeoffice

Viele Menschen sind in der Coronakrise viel zu Hause. Klar, dass da manche Haushaltsgeräte häufiger laufen - etwa der Geschirrspüler oder die Kaffeemaschine. Wie können Verbraucher ihren Stromverbrauch reduzieren?

Von der Kaffee- bis zur Geschirrspülmaschine: In Corona-Zeiten zahlt es sich besonders aus, zu Hause auf einen niedrigen Stromverbrauch zu achten. Bild: Andrea Warnecke / picture alliance / dpa

Wer derzeit viel Zeit zu Hause verbringt und im Homeoffice arbeitet, statt täglich ins Büro zu gehen, spart sich vielleicht das Mittagessen außerhalb und einige Kaffees zum Mitnehmen. Doch manche Haushaltsgeräte laufen dadurch vermutlich häufiger. Das macht sich letztlich auch auf der Stromrechnung bemerkbar. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gibt Stromspar-Tipps für den Corona-Hausarrest:

Strom sparen trotz Coronakrise: Kaffeemaschine nicht im Stand-by-Modus lassen

Die Kaffeemaschine sollte man direkt nach dem Brühen abschalten. Ist das Gerät programmierbar, kann man eine kurze Betriebszeit einstellen. Denn um den Kaffee warm zu halten, muss die Maschine im Stand-by-Modus bleiben, und das verbraucht viel Strom. Also besser die Maschine abschalten und den Kaffee in einer Thermoskanne warm halten, raten die Experten.

Stromspartipps für Corona-Hausarrest: Spülmaschine nur voll beladen anschalten

Wer den Abwasch nicht per Hand erledigen möchte, wird eine Spülmaschine zu schätzen wissen. Doch der Betrieb des Haushaltsgerätes schlägt sich auch im Stromverbrauch nieder. Deshalb der Tipp: Die Geschirrspülmaschine sollte man nur voll beladen und im Sparprogramm laufen lassen. Auch wenn dieses Programm meist länger läuft, verbraucht es bis zu 30 Prozent weniger Strom.

Wäschetrockner las Stromfresser! Wäscheleine hilft Strom sparen

Der Wäschetrockner verbraucht umso mehr Energie, je nasser die Kleidung ist und je trockener sie werden soll. Manche Trockner können sich automatisch abstellen, wenn der eingestellte Feuchtegrad der Wäsche erreicht ist. Sie sind besonders effizient. Wer seine Wäsche zum Trocknen aber einfach aufhängt, kann sich die Dienste des Wäschetrockners - und damit den Strom - ganz sparen.

Wer in Zeiten des coronabedingten Hausarrestes vielleicht merkt, dass die Haushaltsgeräte in die Jahre gekommen sind, sollte die Chance nutzen, um über die Anschaffung neuer energiesparender Geräte nachzudenken. Beim Kauf neuer Geräte sollten Verbraucher auf das Energielabel achten - die beste Effizienzklasse bei Wäschetrocknern und Geschirrspülmaschinen ist derzeit A+++, erklären die Experten.

Auch interessant: Wer zahlt die Kosten für Homeoffice und Homeschooling?

Warnung vor Strompreis-Anstieg durch höhere EEG-Umlage

Auch wenn viele Verbraucher gerade in der Coronakrise darauf bedacht sind, in den eigenen vier Wänden Strom zu sparen, drohen den Verbrauchern in Deutschland nach Einschätzung der IG Bergbau, Chemie, Energie im kommenden Jahr kräftig steigende Strompreise. Die aktuelle Kombination aus coronabedingtem Rückgang des Verbrauchs der Industrie und hoher Ökostromerzeugung werde die EEG-Umlage zur Finanzierung der erneuerbaren Energien "auf bislang ungekannte Höhen" steigen lassen, warnte die Gewerkschaft.

50 Euro mehr pro Jahr! Stromkosten werden 2021 steigen

Die IG BCE rechnet damit, dass die Umlage im kommenden Jahr um 20 Prozent auf deutlich mehr als 8 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden würde dann 50 Euro mehr im Jahr zahlen müssen. Derzeit beträgt die EEG-Umlage knapp 6,8 Cent.

Die hohe Ökostromproduktion und der geringere Verbrauch führe an der Strombörse zu extrem niedrigen Spotmarktpreisen, betonte die Gewerkschaft. Der Staat garantiere den Betreibern von EEG-Stromanlagen jedoch marktunabhängige Vergütungen. Die Kosten dafür zahlten die Stromkunden über die EEG-Umlage, die bei fallenden Börsenstrompreisen steige.

Die Corona-Krise lege "die problematische Systematik des EEG-Gesetzes schonungslos offen", sagte der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis. Stromverbrauch werde immer mehr auch zum sozialen Faktor: Starke und Schwächere würden gleich belastet. Das müsse bei Massenkurzarbeit und Jobverlusten schnell ein Ende haben. "Es wird Zeit, dass sich der Staat zu seiner Verantwortung bekennt und die Kosten der Energiewende über den Bundeshaushalt trägt", forderte Vassiliadis.

Ohne die für das nächste Jahr beschlossene Absenkung der EEG-Umlage aus den Einnahmen des CO2-Preises erwartet auch die Denkfabrik Agora Energiewende einen Anstieg der EEG-Umlage in ähnlicher Größenordnung wie die Gewerkschaft. "Wenn die Versorger die gesunkenen Börsenstrompreise an die Kunden weitergeben, wird der Anstieg etwas gedämpft", sagte Thorsten Lenck, Strommarktexperte bei Agora Energiewende. Allerdings verpuffe die von der Bundesregierung geplante Absenkung der EEG-Umlage. Die aktuelle Entwicklung zeige, wie wichtig eine Reform der Abgaben und Umlagen auf den Strompreis sei. Die Bundesregierung solle die EEG-Umlage früher und stärker als geplant senken, sagte Lenck.

Eine Sprecherin des Übertragungsnetzbetreibers Tennet sagte, für Aussagen über die Höhe der Umlage im kommenden Jahr sei es noch zu früh. Der Satz für 2021 werde erst im Herbst auf Basis der Entwicklung der vorangegangenen Monate festgelegt. Die Übertragungsnetzbetreiber ermitteln die notwendige Höhe der EEG-Umlage.

Sonniger April schiebt Solarstrom-Produktion in Deutschland an

Der ungewöhnlich sonnige April hat auch die Produktion von Solarstrom in Deutschland kräftig nach oben getrieben. Die Photovoltaikanlagen haben insgesamt 6,9 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, wie Zahlen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zeigen. Zum Vergleich: Im April des vergangenen Jahres waren es nur 5,6 Milliarden Kilowattstunden. Auch seit Jahresbeginn hat die Solarproduktion kräftig zugenommen. Von Januar bis April waren es 17 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2019.

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loc/news.de/dpa