29.04.2020, 15.00 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Heilung für Covid-19-Patienten durch Plasma-Spender

Im Kampf gegen das Coronavirus forschen Wissenschaftler unermüdlich nach einem Heilmittel. Ein Ansatz ist die Therapie mit Rekonvaleszenten-Plasma. Doch ob es wirklich helfen kann, Covid-19-Erkrankungen zu heilen, müssen Studien zeigen.

Kann Blutplasma als Mittel gegen das Coronavirus eingesetzt werden? Bild: AdobeStock / sudok1

Bislang gibt es kein Heilmittel gegen Covid-19. Doch Wissenschaftler arbeiten unermüdlich daran, die Coronavirus-Pandemie zu stoppen. Neueste Studien legen nahe, dass Blutplasma schwerkranken Corona-Patienten helfen könnte.

Coronavirus-News aktuell: Blutplasma-Transfusion als Mittel gegen Covid-19?

Das Immunsystem produziert im Kampf gegen Viren und andere Erreger Antikörper. Ist die Krankheit besiegt, bleiben die Abwehrstoffe im Blut und der Körper gilt dann als immun. Derzeit laufen mehrere klinische Studien, die zeigen sollen, ob man Covid-19-Patienten mit Plasma-Transfusionen behandeln kann.

Kampf gegen Corona! DAS müssen Plasma-Spender wissen

Menschen, die das Coronavirus bereits besiegt haben, können zum potenziellen Spender werden. Wie die britische "Metro" schreibt, müssen Spender positiv auf Corona getestet worden sein und die Erkrankung bereits überstanden haben. Der ideale Zeitpunkt für eine Plasma-Spende liegt bei 21 bis 28 Tagen nach der Genesung. Dann habe die Antikörper-Konzentration im Blut ihren Höhepunkt erreicht. Eine Spendensitzung dauert ungefähr 45 Minuten. Sie kann alle zwei Wochen wiederholt werden.

Studien zur Blutplasma-Therapie gegen das Coronavirus in Deutschland

In mehreren Ländern der Welt werden Menschen, die bereits am Coronavirus erkrankt und wieder genesen sind, nun dazu aufgerufen, Blutplasma zu spenden. In Großbritannien nehmen bereits Hunderte Menschen an der Blutplasma-Studie teil. Auch in Deutschland setzen Wissenschaftler auf diese Therapie.

Die Studienlage weise darauf hin, dass damit eine deutliche Abschwächung der lebensbedrohlichen Verläufe möglich sei, sagte der Leiter der Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Erlangen, Holger Hackstein. Dieses ist nach eigenen Angaben eine der ersten Einrichtungen, die eine Erlaubnis für die Herstellung von therapeutischem Plasma erhalten haben. Auch andere Kliniken in Deutschland arbeiten daran.

Am Universitätsklinikum in Regensburg sehen die Ärzte bislang keinen klaren Effekt beim Einsatz von Rekonvaleszenten-Plasma. "Bisher zeigt sich als erster Zwischenstand noch keine durchgreifende Verbesserung des Krankheitsverlaufes", heißt es in einer Pressemitteilung. Seit Anfang April testen die Ärzte dort bereits die Plasma-Therapie an Corona-Patienten.

Keine Nachweise für Wirksamkeit der Plasma-Therapie

Die Wirkung dieser Blutplasma-Therapie hat eine Studie aus China an zehn Covid-19-Erkrankten untersucht, die in der Online-Ausgabe des Fachjournals "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht wurde. Danach verbesserte sich der Zustand der Patienten innerhalb von drei Tagen. Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, wertete die Ergebnisse als ermutigend. Diese seien aber kein Nachweis für die Wirksamkeit, betonte er. In Deutschland sollen nun seinen Angaben nach klinische Prüfungen starten, deren Ergebnisse in wenigen Monaten vorliegen könnten.

Wer Blutplasma spenden möchte, kann sich ans Deutsche Rote Kreuz wenden.

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bua/bos/news.de/dpa

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