29.04.2020, 09.27 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Neue Corona-App - DAS kann die Tracking-Software von Apple und Google

Apple und Google mischen jetzt bei der Entwicklung einer Corona-Warn-App mit. Bereits im Mai sollen Nutzer über eine App erkennen können, ob sie sich mit einem Infizierten getroffen haben. So funktioniert das neue System.

Ansteckung per Smartphone tracken: Apple und Google entwickeln ein Erkennungssystem. (Symbolfoto) Bild: picture alliance/Hauke-Christian Dittrich/dpa

Um die Zahl der Infizierten zu verringern und die Ansteckungsgefahr zu minimieren, setzt die Bundesregierung auf Technik. Mit der "Corona-Datenspende"-App des RKI will das Robert-Koch-Institut Daten über die Infektionswege in der Bevölkerung sammeln. Bereits im Vorfeld geriet die Anwendung in die Kritik, weil mit ihr Daten gesammelt werden sollen. Jetzt preschen Google und Apple mit einem sichereren Tracking-System vor (Auf deutsch: Überwachung). Wir erklären Ihnen, was die neue Funktion kann.

Coronavirus News aktuell: Apple und Google entwickeln Überwachungssystem für Apps

Die Corona-Warn-Apps sollen helfen, die Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie sollen erfassen, welche Smartphones einander nahegekommen sind - und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten. Dafür verschwindet das PEPP-PT-System. Daten werden bald nicht mehr zentral, sondern dezentral gespeichert, gaben Gesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) am Sonntag bekannt.

Diese Lösung ist nach Einschätzung von Experten besser für den Datenschutz als ein zentraler Abgleich der Daten. Zudem wird damit der Weg frei, die Apps mit den Smartphone-Systemen von Apple und Google zu verknüpfen. Das dürfte die Apps effizienter und sicherer machen. Diese werden nun gemeinsam mit Apple und Google entwickelt.

Wie funktioniert die Corona-App von Google und Apple?

Wie funktioniert das? Smartphone-Besitzer mit Android oder iOS-Betriebssystem können untereinander anonymisierte Informationen austauschen, wenn sie sich in der Nähe zu einem anderen App-Nutzer befinden. Dafür müssen Nutzer die Überwachungsfunktion aktivieren. Per Bluetooth werden Zahlencodes an andere App-Nutzer in unmittelbarer Nähe verschickt, aber nicht an wildfremde Menschen. Denn die Daten bleiben auf dem Gerät des Empfängers.

Außerdem werden bei diesem Prozess der Standort und die Identität des Anwenders nicht preisgegeben, erklärten Apple und Google. Wer die App nutzt, erfährt nur, an welchem Tag und wie lange man sich in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten hat. Desweiteren wird die Bluetooth-Signalstärke übermittelt, weil sich daraus die Distanz zwischen den Personen berechnen lässt.

Kontakt mit Covid-19-Patienten: So erfahren App-Nutzer davon

Wie erfahren Sie, ob sie einem Infizierten begegnet sind? Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden und die App nutzen, können selbst entscheiden, ob sie andere warnen wollen. Dafür übermittelt der Infizierte seine Kennungen an die Gesundheitsbehörde. Diese gleicht die erfassten Zahlencodes mit denen des Covid-19-Patienten. Gibt es eine Übereinstimmung, erfahren App-Nutzer, die sich in der Nähe der Person aufgehalten haben, dass sie sich mit einem Infizierten getroffen haben.

Coronavirus-Warn-App: Welche Voraussetzungen sind notwendig?

Zuerst einmal ist eine App der Gesundheitsbehörden notwendig. Damit sie funktioniert, wird das Android-Betriebssystem ab Version 6 benötigt. Bei iPhones muss iOS 13 laufen. Die Technik, um eine solche App zu entwickeln wollen Apple und Google im Mai bereitstellen.

In der zweiten Phase fällt der Weg über die App der Gesundheitsbehörden flach. Dann wird die Technik der Konzerne nach der Aktualisierung des Betriebssystems direkt auf das Smartphone gespielt. Nutzer müssen das System nur aktivieren und schon senden und empfangen sie die Kennungen. Nur der Abgleich muss noch über die App geschehen.

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Halten Apple und Google den Datenschutz ein?

Im Vorfeld gab es bereits bei der "Corona-Datenspende"-App viele scharfe Worte wegen des fehlenden Datenschutzes. Apple und Google garantieren Nutzern einen umfassenden Schutz. Die anonyme Kennung der Handys werde etwa alle 15 Minuten geändert, um die Privatsphäre umfassend zu schützen. Und die App lässt sich jederzeit wieder deaktivieren, schreibt Apple in einem Dokument. Andere Entwickler können das Tracing-System nicht verwenden. Es steht allein den Gesundheitsbehörden zur Verfügung. Unterdessen ist noch unklar, wann die Smartphone-Anwendung, die auf Abstandsmessung via Bluetooth basiert, an den Start gehen kann.

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bos/sig/news.de/dpa

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