29.04.2020, 09.31 Uhr

Coronavirus-News aktuell: In DIESEN Bundesländern gilt auch für Kinder Maskenpflicht

Ab sofort gilt in den meisten Bundesländern die Maskenpflicht im Kampf gegen das Coronavirus. Auch Kinder ab sechs Jahren müssen beim Einkaufen und im Nahverkehr einen Mundschutz tragen. Jedoch variiert die Regelung je nach Bundesland. 

Müssen Kinder einen Mundschutz tragen? Bild: AdobeStock / Tom Wang

Seit dem 27. April 2020 gilt in den meisten Bundesländern eine Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem hohen Bußgeld rechen.Viele Eltern sind aktuell verunsichert: Kinder sind zwar von den Strafen ausgenommen, aber nicht von der Maskenpflicht. Muss man seinem Kind nun wirklich eine Mund-Nase-Bedeckung anlegen? Immerhin kommen im Netz Stimmen auf, die vor gesundheitlichen Folgen warnen.

Coronavirus-News aktuell: Maskenpflicht in Deutschland! HIER müssen Kinder einen Mundschutz tragen

Je nach Bundesland variiert die Regelung jedoch. Meist gilt die Maskenpflicht ab sechs Jahren. In Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland müssen Kinder ab sechs Jahren beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr eine Maske tragen. Besonderheit in Mecklenburg-Vorpommern: Die Mundschutz-Pflicht gilt auch in Bibliotheken. In Berlin wiederum gibt es kein Mindestalter. Hier sollen auch jüngere Kinder einen Mundschutz tragen. Allerdings gilt die Maskenpflicht in der Hauptstadt nur im öffentlichen Nahverkehr.

Altersbeschränkung in den Bundesländern! Ab welchem Alter müssen Kinder eine Maske tragen?

Auch in Brandenburg herrscht ab sechs Jahren sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr Maskenpflicht. In Hamburg müssen Kinder bereits ab drei Jahren einen Mundschutz in Geschäften und im Nahverkehr tragen. In der Schule gilt die Pflicht allerdings nicht.

Menschen mit Behinderung, gesundheitlicher Beeinträchtigung sowie Kinder unter sechs Jahren sind in Hessen sowie Thüringen explizit von der Maskenpflicht ausgenommen. Alle anderen müssen ebenfalls beim Einkaufen und im Nahverkehr eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. In Nordrhein-Westfalen gilt ebenfalls ab sechs Jahren die Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf, jedoch auch an Haltestellen, Bahnhöfen, im Taxi und im Dienstleistungsbereich.

Sachsen war das erste Bundesland in Deutschland, das eine Maskenpflicht einführte. Doch hier gilt, dass Kinder nur eine Mund-Nase-Bedeckung tragen müssen, wenn sie dazu in der Lage sind. Die Eltern entscheiden demnach. Im Nachbarbundesland gilt die Maskenpflicht dagegen bereits ab zwei Jahren. In Schleswig-Holstein gilt die Regelung erst ab dem 29. April für alle Bürger ab sechs Jahren.

Maskenpflicht in Deutschland! Sind Mundschutze für Kinder gefährlich?

Jedoch gibt es auch Kritik an der Maskenpflicht für Kinder. So kursiert im Internet die Behauptung: Weil die Luft beim Ausatmen nicht entweichen könne, steige der Anteil von Kohlendioxid (CO2) im Blut. Besonders für kleine Kinder sei das gefährlich. Das sei jedoch aus medizinischer Sicht falsch. Alle können einen Mundschutz aus Stoff tragen - auch Kinder. "Das ist gar kein Problem", sagt der Berliner Mediziner und Pressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Jakob Maske. "CO2 ist ein Gas und bleibt im Stoff nicht hängen." Dieser sei ja kein luftundurchlässiges Plastik. Von komplett geschlossenen Abdeckungen - wie etwa Staubschutzmasken aus dem Baumarkt - rät der Kinderarzt allerdings ab.

Erwachsene atmeten mehr Luft ein und aus als Kinder. Das geringere Lungenvolumen bei Kindern sei jedoch nicht so klein, als dass die Atemluft Platz zwischen Gesicht und Mundschutz hätte, so Maske. "Da besteht auch für kleinste Kinder keinerlei Gefahr." Mit jedem Atemzug komme wieder ausreichend frische, sauerstoffreiche Luft in die Lungen.

Arzt warnt jedoch: Altersbedingte Einschränkungen bei Maskenpflicht beachten

Es gibt jedoch altersbedingte Einschränkungen. "Unter zwei Jahren kann ein Kind kaum einen Gesichtsschutz tragen", sagte der Kinder- und Jugendarzt Ulrich Fegeler, ebenfalls Mitglied des Verbandes BVKJ. "Und sollten Spielplätze wieder frei zugänglich sein, birgt der Mund-Nasen-Schutz auch die Gefahr, dass ein Kind daran hängen bleiben kann."

Zudem: Wer sich selbst einen Schutz bastelt, sollte keine Staubsaugerbeutel verwenden. Denn diese enthalten nach Angaben des Drogerieunternehmens dm häufig ein feines antibakteriell wirkendes Pulver. Dieses einzuatmen sei "sowohl für Lunge als auch Verdauungsorgane gesundheitsschädigend", heißt es.

Eine eng anliegende Maske soll dazu dienen, Tröpfchen abzufangen, die etwa beim Sprechen ausgestoßen werden - und so den Erreger Sars-CoV-2 weitertragen könnten. Geatmet wird durch das Material, Luft dringt aber auch von den Seiten her ein. Eine Maske diene immer nur als ergänzende Maßnahme, mahnte Fegeler.

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bua/loc/news.de/dpa

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