18.04.2020, 20.35 Uhr

Coronavirus-Shistorm nach RKI-Pressekonferenz: Verschwörungstheorie auf Twitter! Corona-Zahlen nur erfunden?

RKI-Chef Lothar Wieler informierte am Freitag in der Pressekonferenz des Robert-Koch-Instituts wieder über die aktuellen Coronavirus-Zahlen. Auf Twitter kochte daraufhin wenig später ein bizarre Verschwörungstheorie zu Covid-19 hoch.

Auf Twitter wittern die User eine Corona-Verschwörung. Bild: dpa

Am Freitag gab es vom Robert-Koch-Institut äußerst erfreuliche Coronavirus-Zahlen. Das RKI sieht ermutigende Tendenzen im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und RKI-Chef Lothar Wieler sprach in Berlin von einem "wirklich guten Zwischenergebnis". So habe es in dieser Woche einen deutlich geringeren Anstieg der Fallzahlen gegeben. Ein Infizierter stecke 0,7 weitere an.

Coronavirus-News aktuell: Corona-Reproduktionszahl liegt aktuell bei 0,7

Zum Vergleich: Noch im März sprach das RKI von einer Reproduktionszahl von 3. "Die R-Schätzung ergibt für Anfang März Werte im Bereich von R gleich 3, die danach absinken, und sich etwa seit dem 22. März um R gleich 1 stabilisieren", hieß es vom RKI. Zum Hintergrund: Steckt ein Mensch mehr als einen weiteren an, liegt der Wert also über 1, nimmt die Zahl der Infektionen zu. Bei einem Wert unter 1 flaut eine Epidemie nach und nach ab.

Verschwörungstheorie auf Twitter nach RKI-Pressekonferenz

Wie bereits bei Angela Merkel und Markus Söder blieb auch die RKI-Pressekonferenz von den Twitter-Usern nicht unkommentiert. Während zahlreiche Nutzer die neuesten Coronavirus-Zahlen begeistert kommentierten, witterten andere umgehend eine Verschwörung.

Twitter-User wittern Coronavirus-Panikmache

"#RKI veröffentlicht die neue Berechnung des #Reproduktionsfaktors mit 0,7 just einen Tag nachdem #Merkel diesen zur alles entscheidenden Kennzahl erhoben hat. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, dass es einem langsam dämmert, dass wir an der Nase herumgeführt werden", schreibt ein Twitter-User und bringt die Verschwörungstheorie ins Rollen. Andere springen sofort darauf an.

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Corona-Verschwörungstheorie: Belügt uns die Regierung die Corona-Zahlen betreffend?

"Wie in der guten, alten DDR, wo Frau Merkel herkommt", "Was für ein Zufall! Diese Zahl kommt genau am richtigen Tag um die Lockerungen bezüglich Ramadan rechtfertigen zu können" und "wie glaubhaft sind denn diese zahlen wenn die Zahlen aus China auch nicht gestimmt haben wenn eigentlich gar keine Zahlen stimmen.wenn man die ganze Bevölkerung an einem Tag testen würde würde man vielleicht ein Ergebnis bekommen aber so", schlagen andere Twitter-Nutzer in die gleiche Kerbe.

Twitter diskutiert vielversprechendes Corona-MedikamentRemdesivir

Auch das vielversprechende Medikament Remdesivir wird auf Twitter diskutiert. "Warum gibt es hier keiner zu? Ach ja sie müssen ja das Narrativ der unfehlbaren Experten aufrecht erhalten. Das Narrativ bröckelt. #RKI #jensspahn", schreibt ein User.

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Andere Nutzer wiederum stellen sich den Verschwörungstheoretikern entgegen. "Hey Aluhutträger, dazu laufen auch in Deutschland Studien und Forschungen, sogar zu anderen Medikamenten (Remdesivir e. a.).... einfach mal Augen und Ohren öffnen Zwinkerndes Gesicht mit Zunge #rki #PaulEhrlichInstitut #charitévirology".

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Remdesivir, ein Ebola-Medikament, wurde bereits sehr früh im Kampf gegen das Coronavirus ins Gespräch gebracht. "Obwohl Remdesivir bereits einigen Patienten mit Covid-19 verabreicht worden ist, haben wir bisher nicht genügend verlässliche Daten, um zu wissen, ob es wirklich den Verlauf beeinflusst", hieß es dazu Mitte März im "New England Journal of Medicine".

Erste Ergebnisse aus Remdesivir-Wirkstoffstudien in drei Monaten

Der Präsident des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Karl Broich, rechnet in drei Monaten mit ersten Studienergebnissen zur Behandlung von Covid-19. Bis dahin würden Daten aus zwei großen Studien zur Substanz Remdesivir in Deutschland mit mittelschwer und schwer erkrankten Patienten erwartet, sagte Broich am Freitag in Berlin. Insgesamt gebe es einige erfolgversprechende Therapieansätze, sagte Broich. So liefen auch klinische Prüfungen zu verschiedenen Dosierungen von Hydroxychloroquin. Dabei handelt es sich um ein Malariamittel, der Wirkstoff hat allerdings erhebliche Nebenwirkungen.

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fka/loc/news.de/dpa

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