18.04.2020, 20.19 Uhr

Coronavirus-News in Deutschland: Niedrige Todesrate! DARUM sterben hier so wenig Beatmungspatienten

Deutschland fährt langsam wieder hoch, die Corona-Maßnahmen werden schrittweise gelockert. Während der gesamten Coronavirus-Pandemie glänzte Deutschland durch eine niedrige Todesrate. Ein Arzt erklärt nun, warum bei uns weniger Beatmungspatienten sterben.

In Deutschland sterben weniger Beatmungspatienten als beispielsweise in den USA. Bild: dpa

Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich gesunken. Laut der am Donnerstagabend veröffentlichten Statistik steckt derzeit jeder Corona-Infizierte weit weniger als einen weiteren Menschen an, die sogenannte Reproduktionsrate (R) liegt bei 0,7. Zehn Infizierte stecken damit nur sieben weitere Menschen an - was bedeutet, dass die Zahl der täglichen Neuansteckungen zurückgeht.

Coronavirus-News aktuell: Corona-Ansteckungsrate laut RKI niedrig

"Die R-Schätzung ergibt für Anfang März Werte im Bereich von R gleich 3, die danach absinken, und sich etwa seit dem 22. März um R gleich 1 stabilisieren", hieß es vom RKI. Zum Hintergrund: Steckt ein Mensch mehr als einen weiteren an, liegt der Wert also über 1, nimmt die Zahl der Infektionen zu. Bei einem Wert unter 1 flaut eine Epidemie nach und nach ab.

Nicht nur Reproduktionszahl, sondern auch Anteil immuner Menschen relevant

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Zuge der Ankündigung erster Lockerungen bei Corona-Maßnahmen am Mittwoch deutlich gemacht, dass schon vermeintlich kleine Änderungen der Reproduktionszahl erhebliche Folgen haben können. RKI-Präsident Lothar Wieler hatte auch gesagt, dass für eine Lockerung der Maßnahmen nicht nur die Reproduktionszahl relevant sei, sondern etwa auch der Anteil immuner Menschen in der Bevölkerung sowie die Kapazitäten des Gesundheitssystems.

Virologe erklärt niedrige Corona-Sterblichkeit in Deutschland

Alle Maßnahmen zielen nun darauf ab, Deutschland wieder hochzufahren, aber dabei das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Bisher konnte Deutschland während der Coronavirus-Pandemie durch eine niedrige Todesrate glänzen.Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit erklärte Ende März gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Bei uns wurde die Ausbreitung des Virus früh erkannt, dadurch konnten wir schnell mit Hygienemaßnahmen reagieren." In anderen Regionen wie beispielsweise Italien und China blieb das Virus lange unentdeckt und konnte sich so unbemerkt verbreiten.

In Deutschland sterben deutlich weniger Covid-19-Beatmungspatienten

Weiterhin auffällig: In Deutschland sterben deutlich weniger Beatmungspatienten als in anderen Ländern. In den USA wiederum gibt es eine sehr hohe Sterblichkeitsrate bei Corona-Kranken, die künstlich beatmet werden. Warum dies so ist, erklärtClemens Wendtner, Chefarzt vom Münchner Klinikum Schwabing, aktuell im Gespräch mit "Focus Online": "Die Patienten in den USA kommen zu spät in die Kliniken. Weil sehr lange zu wenig getestet wurde, bemerken viele ihre Infektion erst spät und gehen erst im Endstadium von Covid-19 zum Arzt." Bedeutet: Die Coronavirus-Patienten, die zum Arzt kommen, sind oftmals bereits dem Tode geweiht. Schon beim Einleiten der künstlichen Beatmung haben sie keine guten Überlebenschancen.

Unser Glück ist demnach, dass in Deutschland Covid-19-Erkrankungen oftmals sehr früh erkannt werden und Ärzte entsprechend reagieren und die Corona-Patienten versorgen können. "Wenn wir weiter diszipliniert sind, bekommen wir das hin. Darauf können wir auch stolz sein – nicht nur darauf, was die Medizin leistet, sondern auch was die Bevölkerung beiträgt", zeigt sich derInfektiologe optimistisch.

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fka/loc/news.de/dpa

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