16.04.2020, 16.17 Uhr

Coronavirus News aktuell: Experten fordern Schulöffnungen unter DIESEN Bedingungen

Schulen sollen nach dem Corona-Lockdown ab Anfang Mai wieder für einige Schülergruppen geöffnet werden. Wie kann das funktionieren, damit sich Schüler und Lehrer nicht anstecken? Das fordern Experten.

Wie wollen Schulen nach den Coorna-Lockerungen ihre Schüler vor einer Ansteckung schützen? (Symbolfoto) Bild: picture alliance/Marijan Murat/dpa

Die Bundesregierung hat ihren Fahrplan für den Weg aus den Ausgangsbeschränkungen am Mittwoch bekannt gegeben. Es geht schrittweise zurück zur Normalität, obwohl die Kontaktsperre weiterhin aufrechterhalten bleibt. So sollen Schüler der Abschlussklassen an den Grundschulen und in den letzten Jahrgängen an weiterführenden Schulen ab Anfang Mai wieder unterrichtet werden. Wie kann die Rückkehr ins Klassenzimmer während der grassierenden Coronavirus-Pandemie gelingen?

Lehrerin fordert von Landesregierung Vorgaben für Schutzmaßnahmen

In der aktuellen Folge des Podcasts "Wir und Corona" von "stern" und RTL erklärt Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, wie LehrerInnen und Schüler gut geschützt in die Schule gehen können. Das allerwichtigste seien für sie klare Vorgaben der Landesregierung, wie vor Ort die so wichtigen Schutzmaßnahmen eingesetzt werden. "Wir brauchen hier eine klare Ansage der Staatsregierung, was sie sich auf Grundlage der Beratung von Biologen und Medizinern vorstellen, welche Schutzmaßnahmen an den Schulen in Deutschland umgesetzt werden sollen", erzählt Fleischmann.

Die Entscheidung von Bund und Ländern, die Schulen nicht sofort wieder nach den Osterferien zu öffnen, findet Simone Fleischmann sinnvoll: "Der Schalter kann nach den Osterferien nicht einfach umgelegt werden. Und das ist auch gut so. Wir brauchen Zeit zur Vorbereitung. Wir brauchen die Schutzmaßnahmen zu hundert Prozent an den Schulen, damit wir die Sicherheit der Lehrerinnen und Lehrer, der Schülerinnen und Schüler und aller, die an den Schulen tätig sind, gewähren können." Sie fordert "Realitätssinn bei der Umsetzung der Schutzmaßnahmen", zitiert sie "stern".

Ihrer Meinung nach kann der Schulbetrieb nicht wie gewohnt weiter gehen. Der Unterricht müsse - auch wegen ausfallender Lehrer - auf das Wesentliche reduziert werden, nämlich auf die Krise selbst. Sie will damit den Kindern etwas für das spätere Leben vermitteln. Ein "Stop-and-Go" sei für sie nicht machbar.

Coronavirus aktuell: Unterricht im Schichtsystem

Wie die Umsetzung funktionieren könnte, zeigt ein Beispiel. Schulleiterin Karina Jehniche derChristian-Morgenstern-Grundschule in Spandau erklärt im "RBB", wie der Schultag in den Klassen ablaufen wird: "Die Klassen 1 bis 3 kämen morgens, die Klassen 4 bis 6 würden dann nachmittags unterrichtet. Außerdem sollten nur jeweils 15 statt 30 Kinder in einem Raum lernen und auch die Sitzordnung müsste sich ändern. Viele Bänke würden frei bleiben, die Kinder würden gleichmäßig über den Raum verteilt".

Die Kinder dürfen nur einzeln auf die Toilette. Dort stehen Seife und Desinfektionsmittel bereit. Geliebte Dinge, wie Spielsachen, die musikalische Ausbildung und Ballspiele sind vorläufig verboten. Auch auf dem Pausenhof wird sich laut Jeniche einiges ändern. Fangenspielen sei tabu und wenn dann nur mit Stöckchen möglich, damit sich die Kinder nicht berühren. ""Da werden wir schon einige Tricks anwenden müssen", sagt die Schulleiterin.

Ihre oberste Priorität sei es, die Kinder und Mitarbeiter zu schützen, denn einige von ihnen gehören zur Risikogruppe.Jehniche ist sich aber sicher, dass sich alle an die Vorgaben halten werden, denn sie glaube, dass auch die jüngeren Kinder und auch ihre Mitarbeitenden verstünden, dass sie sich bei einem möglichen Schulstart an neue Regeln halten müssten.

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bos/loc/news.de

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