14.04.2020, 15.39 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Zwischen Masken-Pflicht und Schulöffnung - Wie sieht der Exit aus der Coronakrise aus?

Die neuesten Zahlen des Robert-Koch-Institutes machen Hoffnung. Sollte der positive Trend sich fortsetzen, könnte es schon zeitnah Lockerungen bei den Corona-Schutzmaßnahmen geben. Ist das Ende der Ausgangsbeschränkungen in Sicht?

Ist ein Ende der Ausgangsbeschränkungen in Sicht? Bild: AdobeStock/ photoguns

In Deutschland sind bis Montagmorgen mindestens 124.189 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 121.368) Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mindestens 2.834 (Vortag Stand 10.15 Uhr: 2.679) mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland. Zudem melden einige der Bundesländer ihre Zahlen jeweils nicht immer zur gleichen Uhrzeit. Mehrere Deutsche starben im Ausland im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

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Coronavirus News aktuell: RKI verzeichnet positiven Trend

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 64.300 Menschen die Infektion überstanden. Damit gelten etwa die Hälfte der bisher erfassten Infizierten inzwischen als genesen. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weit darüber liegen - unter anderem, weil zahlreiche milde oder symptomlose Verläufe gar nicht durch Tests erfasst wurden.

Empfehlung der Leopoldina: Schulen zeitnah wieder öffnen

Weiterhin stellen sich aktuell viele Deutsche vor allem eine Frage: Wie kommen wir da wieder raus?Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen so bald wie möglich zuerst Grundschulen und dieSekundarstufe I schrittweise zu öffnen.

Coronavirus-News aktuell: Regierung berät über weitere Schritte in der Corona-Pandemie

In der amMontag veröffentlichten Stellungnahme der Wissenschaftler, die sich mit weiterenSchritten in der Corona-Pandemie beschäftigt, heißt es unter anderem zu den Voraussetzungen, die Infektionen müssten auf niedrigem Niveau stabilisiert und die bekannten Hygieneregeln eingehalten werden.

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Leopoldina empfiehlt Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln

Zudem sprechen sich die Experten für eineMasken-Pflicht etwa inBussen und Bahnen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet.

Öffentliches Leben in Deutschland nach Coronakrise schrittweise normalisieren  

In der Stellungnahme "Die Krise nachhaltig überwinden" sagen die Experten, dass auch viele weitere Teile des öffentlichen Lebens schrittweise unter bestimmten Voraussetzungen wieder normalisiert werden können. Zunächst könnten etwa der Einzelhandel, das Gastgewerbe und Behörden öffnen. Aber auch private und dienstliche Reisen sowie gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Veranstaltungen könnten wieder stattfinden.

Hygieneregeln müssen weiterhin eingehalten werden

Hierfür müssten jedoch zunächst auch "notwendige klinische Reservekapazitäten aufgebaut" und auch andere Patienten wieder regulär aufgenommen werden. Als Voraussetzung wird auch jeweils genannt, dass Hygieneregeln diszipliniert eingehalten werden.

Kitas sollen vorerst weitestgehend geschlossen bleiben

Zur Öffnung von Schulen und Kitas heißt es: "Da kleinere Kinder sich nicht an die Distanzregeln und Schutzmaßnahmen halten können, gleichzeitig aber die Infektion weitergeben können, sollte der Betrieb in Kindertagesstätten nur sehr eingeschränkt wiederaufgenommen werden."

In den Empfehlungen heißt es unter dem Punkt "Wirtschafts- und Finanzpolitik zur Stabilisierung nutzen", staatliche Beteiligungen sollten nur im äußersten Notfall zur Stabilisierung von Unternehmen eingesetzt werden. Mit dem Auslaufen der jetzigen gesundheitspolitischen Maßnahmen würden mittelfristig weitere expansive fiskalpolitische Impulse notwendig sein. Auf der Einnahmenseite könnten dies Steuererleichterungen sein, das Vorziehen der Teilentlastung beim Solidaritätszuschlag oder seine vollständige Abschaffung. Auf der Ausgabenseite seien zusätzliche Mittel für öffentliche Investitionen, etwa im Gesundheitswesen, der digitalen Infrastruktur und im Klimaschutz wichtig. Die Krise erfordere in höchstem Maße ein europäisch-solidarisches Handeln.

Corona-Empfehlungen: Regierung sollte an Schuldenbremse festhalten

Die Experten rufen zudem dazu auf, an der marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung festzuhalten. So sei an der Schuldenbremse im Rahmen ihrer derzeit geltenden Regeln festzuhalten. Dies erlaube gerade in so besonderen Zeiten wie der Corona-Krise eine deutlich höhere Verschuldung, verlange aber bei der Rückkehr zur Normalität wieder deren Rückführung. Allgemein heißt es in diesem Zusammenhang, die in der Krise getroffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen müssten so bald wie möglich zugunsten eines nachhaltigen Wirtschaftens im Rahmen einer freiheitlichen Marktordnung rückgeführt oder angepasst werden.

Mehrheit der Deutschen gegen Lockerung des Kontaktverbots

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Lockerung des Kontaktverbots zur Eindämmung der Corona-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten 44 Prozent für eine Verlängerung der Maßnahmen über den 19. April hinaus, 12 Prozent sind sogar für eine Verschärfung. Nur 32 Prozent sind für eine Lockerung und 8 Prozent für eine Abschaffung der von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen. 5 Prozent machten keine Angaben.

Große Akzeptanz der Corona-Maßnahmen bei den Befragten

Die Akzeptanz der Einschränkungen ist nach wie vor groß: 78 Prozent sagen, dass sie sich vollständig daran halten, 18 Prozent nur zum Teil und 2 Prozent gar nicht. Damit ist die Disziplin nur wenig geringer als zu Beginn des Kontaktverbots Ende März. Damals sagten 83 Prozent, dass sie die beschlossenen Regeln vollständig befolgen, 12 Prozent zum Teil und 2 Prozent ignorierten sie schon damals.

Je älter die Befragten, desto größer ist die Bereitschaft sich an die Maßnahmen zu halten. Von den 18- bis 24-Jährigen befolgen sie nur 65 Prozent vollständig, von den Menschen über 55 dagegen 84 Prozent. Keinen großen Unterschied zwischen Jung und Alt gibt es dagegen bei der Frage nach der Lockerung der Einschränkungen. Auch von den Befragten zwischen 18 und 24 sind 56 Prozent für eine unveränderte Beibehaltung oder für eine Verschärfung der Maßnahmen. Unter den über 55-Jährigen sind es mit 59 Prozent nicht viel mehr.

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fka/news.de/dpa

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