01.04.2020, 14.39 Uhr

Coronavirus aktuell: Virologe kritisiert bei Lanz das RKI - aus DIESEM Grund

Viele Menschen sehnen sich nach einem baldigen Ende der Ausgangsbeschränkungen. Ein verfrühter Exit aus der Corona-Isolation birgt aber Risiken, meint jetzt ein Virologe. Denn es fehlt eine aussagekräftige Studie für eine Entscheidung. Schuld daran ist das RKI.

Virologe kritisiert bei Markus Lanz das Robert-Koch-Institut. Bild: picture alliance / Ursula Düren/dpa

Jeden Tag hält uns das Robert-Koch-Institut (RKI) mit Fallzahlen und weiteren wichtigen Informationen über die Corona-Pandemie auf dem Laufenden. Auf das RKi verlässt sich die Bundesregierung und die Bevölkerung. Jetzt hat ein bekannter Virologe das Institut in der Talkrunde von Markus Lanz am Dienstagabend kritisiert, weil es eine wichtige Corona-Studie einfach nicht durchgeführt hat.

Coronavirus aktuell: Virologe kritisiert RKI wegen fehlender Studie

Den Grund für den kleinen Seitenhieb gegenüber dem RKI gab ausgerechnet eine hoffnungsvolle Prognose. Demnach soll die Zahl der Infizierten nicht mehr so stark ansteigen, wie noch vor einigen Tagen. Bedeutet das jetzt, dass wir alle wieder raus gehen dürfen? Das ist für den Virologe Hendrik Streeck, vom Universitätsklinikum in Bonn keine gute Idee - es fehlt nämlich eine verlässliche Studie, wie er bei Lanz erzählte: "So eine Studie muss gemacht werden, damit wir für die Politik – und auch für die Bürger – Antworten finden."

Deshalb betreibt er jetzt seine eigene Forschung im Kreis Heinsberg zum Sars-CoV-19-Erreger. In einer repräsentativen Stichprobe werden die Infektionswege und die Infiziertenzahl erhoben. Damit wollen die Forscher herausfinden, in welchen Situationen das Ansteckungsrisiko besonders groß ist und wie hoch die Dunkelziffer aller nicht registrierten Corona-Infizierten wirklich ist. Denn diese wichtige Variable erfasst das RKI nämlich nicht, sondern nur alle gemeldeten Fälle.

Lesen Sie auch:Playmate bietet Corona-Tests an - und wirbt mit SEINEM Namen

Hendrik Streeck: Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko beim Friseur?

Während die Politiker über die Ausgangsbeschränkungen und mögliche "Exit-Strategien" entscheiden, sollten die Entscheidungsträger belastbare Daten vorliegen haben, um eine richtige Entscheidung zu treffen. "Es gibt zum Beispiel bisher keine Hinweise, dass Corona in Friseursalons oder Restaurants verbreitet wird" und Streeck fügt hinzu. "Eng beieinander tanzen" und ein Besuch beim Friseur haben nach aktuellem Stand eben nicht dasselbe Ansteckungsrisiko.

Seiner Meinung nach ist es jetzt wichtig, Möglichkeiten zu schaffen, damit das öffentliche Leben wieder angekurbelt wird. Im gleichen Atemzug meinte er aber auch, dass alle anfälligen Menschen besser geschützt werden müssen, beispielsweise durch einen wöchentlichen Corona-Test. "Die Gefahr ist groß, wenn dieses Virus ins Krankenhaus, ins Pflegeheim und ins Altenheim kommt", sagte der Virologe.

Sie können das Corona-Video nicht sehen? Hier geht's zum Clip.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bos/sig/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser