02.04.2020, 08.15 Uhr

Keine Saisonarbeiter wegen Coronavirus: Bauernverband warnt! Wird DIESES Obst und Gemüse knapp?

Das Coronavirus breitet sich noch immer rasant aus. Um die Ausbreitung einzudämmen, haben zahlreiche Länder schon vor Wochen ihre Grenzen geschlossen. Der Nachteil: Saisonarbeiter können nun nicht nach Deutschland einreisen. Es drohen Engpässe beim Obst und Gemüse.

Werden bestimmte Obst- und Gemüsesorten jetzt knapp? Bild: AdobeStock/ shock

Normalerweise kommen jedes Jahr rund 300.000 Saisonarbeiter auf Deutschlands Felder. Doch wegen der Ausbreitung des Coronavirus sind die Grenzen für ausländische Helfer aktuell geschlossen. Dadurch könnte es nun zu Engpässen bei bestimmten Obst- und Gemüsesorten kommen.

Bauernverband warnt: Versorgungslücken bei Obst und Gemüse möglich

Dem Deutschen Bauernverband zufolge könnten diese wegen des Einreisestopps für Saisonarbeiter knapp werden. "Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln ist nicht gefährdet, dennoch kann es durchaus bei verschiedenen Kulturen im Obst- und Gemüsebereich zu Versorgungslücken kommen", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied der Deutschen Presse-Agentur. Die Verbraucher müssten zudem mit höheren Preisen etwa für Spargel und Beeren rechnen: "Diese Verknappung wird auch Auswirkungen auf den Preis haben."

Einreisestopp für Saisonarbeiter durch Coronavirus-Pandemie

Pro Jahr arbeiten dem Bauernverband zufolge normalerweise rund 300.000 Saisonarbeiter in den deutschen Agrarbetrieben. Das Bundesinnenministerium hat allerdings vergangene Woche einen Einreisestopp erlassen, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen. Das treffe vor allem Obst-, Gemüse- und Weinbauern, aber auch größere Betriebe in der Tierhaltung "sehr hart", sagte Rukwied. Der Einreisestopp müsse daher "so kurz wie möglich" gehalten werden.

Einreisebeschränkungen laut Agrarpolitikern "kontraproduktiv"

Das Einreiseverbot für Saisonarbeiter gilt auf Anordnung des Bundesinnenministeriums seit vergangenem Mittwoch. Und das sorgt auch innerhalb der Union für Zoff. Vergangene Woche wandten sich CDU-Agrarpolitiker aus den 15 Bundesländern außer Bayern in einem Brief an Innenminister Horst Seehofer (CSU). Darin heißt es, die Einreisebeschränkungen seien "kontraproduktiv" und stellten die Landwirtschaft "vor eine nicht lösbare Aufgabe". Neben der Obst- und Gemüsebranche würden auch Schlachtbetriebe darunter leiden.

Coronavirus-News aktuell: Landwirte auf helfende Hände angewiesen

Das Agrarministerium setzt derweil auf Unterstützung aus dem Inland. "Die Bauern alleine können das nicht schaffen", heißt es. "Wir brauchen jetzt Menschen, die bereit sind, aushilfsweise in der Landwirtschaft zu arbeiten." Dafür wurden die Rahmenbedingungen erleichtert: Saisonarbeiter können nun länger sozialversicherungsfrei arbeiten - statt wie bisher 70 Tage sind jetzt 115 Tage möglich.

Doch wer soll die Arbeit machen? Mehrere Online-Plattformen helfen bei der Vermittlung, um überhaupt noch Saisonarbeiter zu finden. Der Bauernverband und der Gesamtverband der deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) bieten diesen Service jetzt kostenlos an. Auf einem anderen Portal der Landwirtschaftskammern meldeten sich binnen Tagen bereits rund 1000 Interessierte.

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fka/sig/news.de/dpa

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