30.03.2020, 18.57 Uhr

Coronavirus News aktuell: Homeoffice in der Corona-Krise! So tödlich ist die Arbeit zu Hause

Das Arbeiten im Homeoffice macht Arbeitnehmer zwar nicht weniger produktiv, der Gesundheit schadet die Arbeit zu Hause aber dennoch. Experten zufolge könnte das Homeoffice bleibende Schäden hinterlassen und sogar die Todesfälle in Deutschland in die Höhe schnellen lassen.

Homeoffice während der Corona-Krise birgt einige Gefahren. Bild: Adobe Stock/davide bonaldo

Große Epidemien haben in der Geschichte immer bleibende Spuren hinterlassen. Die Corona-Krise dürfte da keine Ausnahme sein. Ein Bereich, der sich durch die Coronavirus-Pandemie stark verändert hat, ist der Arbeitsalltag. Um sich und andere vor einer möglichen Covid-19-Ansteckung zu schützen, befinden sich derzeit Millionen von Arbeitnehmern im Homeoffice, wo sie fernab von ihren Kollegen und anderen sozialen Kontakten weiter ihrer Arbeit nachgehen. Sport- und Bewegungsmediziner schlagen nun jedoch Alarm und warnen eindringlich vor den gesundheitlichen Folgen des Homeoffice und der aktuellen Kontaktsperre.

Homeoffice wegen Coronavirs: Darum kann die Arbeit zu Hause zum Tod führen

Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen" (F.A.Z) erklärten die Medizinprofessoren Rüdiger Reer und Herbert Löllgen, welche dramatischen Folgen zu wenig Bewegung, zu viel Alkohol und ungesunde Ernährung auf Dauer mit sich bringen. Wie Reer, Leiter der Abteilung Sport- und Bewegungsmedizin an der Universität Hamburg und Generalsekretär des Deutschen Sportärztebundes DGSP, gegenüber der F.A.Z erläutert, drohen Deutschland auch nach überstandener Corona-Krise enorme Belastungen des Gesundheitssystems.

Experten schlagen Alarm! Herz-Kreislauf-Erkrankungen nehmen während Corona-Pandemie zu

Schon jetzt seien 53 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, sagt Reer. Gleichzeitig warnt er davor, dass dieser Wert mit der andauernden Corona-Pandemie noch weiter steigen wird. Dies führe wiederum dazu, dass Krankheiten wie etwa Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Leiden, Adipositas oder Beschwerden des Bewegungsapparates in Zukunft zunehmen werden. Bereits vor dem Coronavirus lagen die Todesfälle, die durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorgerufen wurden, bei 37 Prozent. Ein Wert, der nach dem Ende der Corona-Pandemie den Experten zufolge weiter steigen wird.

Wegen Corona-Krise: Homeoffice führt zu mehr Todesfällen in Deutschland

"Das Homeoffice wird infolge reduzierter Bewegung ganz klar zu Todesfällen führen, wenn wir nicht gegensteuern", mahnt Reer. Um einen weiteren Anstieg der Todesfälle in Deutschland zu vermeiden, dürfen den Experten zufolge die Ausgangsbeschränkungen nicht weiter verschärft werden. "Denn dann könnte es dazu kommen, dass viele nicht an Covid-19 sterben, aber vielleicht an einem Herzinfarkt, der durch die Folgen von Bewegungsmangel erst manifest wird. Es darf nicht passieren, dass man Menschen vor einem Risiko schützen will und sie zugleich einem anderen aussetzt.", zitiert das Blatt Reer.

Bewegungsmangel und psychische Belastungen nehmen im Homeoffice zu

Doch nicht nur der zunehmende Bewegungsmangel bereitet den Sport- und Bewegungsmedizinern Sorgen. Durch die fehlende sportliche Betätigung kämen zudem psychischen Belastungen hinzu, die unter anderem dazu führen können, dass "die Menschen dann leider zu Ersatzdrogen wie Alkohol, Tabak oder übermäßigem Essen" greifen. Der Schwund von Muskelmasse verläuft tendenziell viel schneller als das Auftrainieren, so die Experten. Besonders gefährlich für den Körper sei dabei das andauernde Sitzen. "Bis zwei Stunden kann das der Körper verkraften, nach vier Stunden wird es kritisch.", warnt Löllgen.

Was kann man gegen die Homeoffice-Gefahren tun?

Und wie kann man den schleichenden Verfall des Körpers unterbinden? Mit Sportübungen, Treppensteigen, Radfahren und Spaziergängen im Freien. Die Menschen müssen ihren "inneren Schweinehund" überwinden und sich bewusst bewegen, wenn es auch nur eine halbe Stunde ist. Das geht selbstverständlich auch während der Corona-Krise. Mit einem Abstand von 1,5 Metern ist das Joggen, Radfahren oder Spazierengehen noch immer erlaubt - wenn auch nicht in großer Gruppe, sondern lediglich mit dem Partner, den Kindern oder allein.

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sba/news.de/dpa

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