Das neuartige Coronavirus hält die Welt in Atem. Auch in Deutschland erkranken immer mehr Menschen an Covid-19. Nach Österreich will nun offenbar auch die erste deutsche Stadt eine Mundschutz-Pflicht erlassen.

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25.03.2020, 08.26 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Virologe klärt auf: DARUM ist die Todesrate in Deutschland so gering

Das neuartige Coronavirus verbreitet nach wie vor Angst und Schrecken. Weltweit steigen die Fallzahlen. Doch vor allem die Zahlen aus Deutschland verwundern. Vielen Corona-Infizierten steht eine niedrige Todesrate gegenüber. Warum?

Medizinisches Personal in Schutzanzügen trägt einen Sarg mit dem Leichnam einer 87-jährigen Frau aus einem Hotel. Bild: dpa

Trotz des weltweiten Kampfes gegen die neuartige Lungenkrankheit Covid-19 steigen die Zahlen der Infizierten und Toten weiter. Nach Angaben von US-Experten waren am Montag, 23.03.2020, rund um den Globus mehr als 362.000 Menschen infiziert, fast 15.500 Menschen starben, wie Wissenschaftler der US-Universität Johns Hopkins mitteilten. Besonders betroffen sind auch europäische Staaten.

Coronavirus-News aktuell: Italien besonders stark von Corona-Pandemie betroffen

Mit rund 64.000 registrierten Infizierten und mehr als 6.000 Toten ist Italien besonders stark betroffen von der Corona-Pandemie, hofft aber nach gut einem Monat des Kampfes gegen die Ausbreitung des Virus auf weniger dramatische Zeiten. Seit Montag ist die nicht-lebenswichtige Produktion gestoppt. Andererseits erlaubt ein Dekret so viele Ausnahmen, dass Gewerkschaften das Ansteckungsrisiko bei der Arbeit als zu groß kritisieren. Zugleich sorgt der Tod weiterer Ärzte im besonders notleidenden Norden für Trauer und Entsetzen. In den Brennpunkten, in Bergamo und Brescia, gibt es nach Behördenangaben viele Neu-Ansteckungen. Bereits seit dem 10. März gilt in ganz Italien eine Ausgangssperre.

Coronavirus in Deutschland: Niedrige Todesrate trotz vieler Infizierter

Vergleicht man nun Deutschland und Italien, so fällt auf, dass hierzulande einer hohen Zahl an Corona-Infizierten eine vergleichsweise niedrige Todesrate gegenüber steht. Über 26.000 Menschen haben sich in Deutschland bereits mit dem Virus angesteckt, über 100 Menschen starben an den Folgen der Coronavirus-Infektion. Warum also ist die Sterblichkeit in Deutschland so gering?

Virologe erklärt niedrige Corona-Sterblichkeit in Deutschland

Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit erklärte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Bei uns wurde die Ausbreitung des Virus früh erkannt, dadurch konnten wir schnell mit Hygienemaßnahmen reagieren." In anderen Regionen wie beispielsweise Italien und China blieb das Virus lange unentdeckt und konnte sich so unbemerkt verbreiten. Weiterer Punkt der bedacht werden muss: Die unterschiedliche Altersstruktur und die verschiedenen Gesundheitssystem in den Ländern.

Italien ist Deutschland im Corona-Kampf etwa 18 Tage voraus

Ob uns nichtsdestotrotz noch ein ähnliches Horror-Szenario wie in Italien bevorsteht, ist aktuell noch unklar. "Es hängt davon ab, wie viele Menschen sich in der letzten Woche mit dem Virus infiziert haben. Je mehr Infizierte, desto schwieriger wird es, schwere Verläufe ausreichend zu behandeln",Prof. Jonas Schmidt-Chanasit.

Spanien nach Italien am heftigsten vom Coronavirus betroffen

Auch in Spanien steigt die Zahl der Corona-Infizierten trotz aller Maßnahmen weiter an. Bis Montagnachmittag wurden mehr als 33.000 Fälle bestätigt, 14 Prozent mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten stieg von 1.720 auf gut 2.200. Allein in der Region Madrid, dem Zentrum der Krise in Spanien, lag die Zahl der Todesopfer bei rund 1.200. Nach Italien ist Spanien das am heftigsten betroffene Land Europas.

Coronavirus in Frankreich aktuell: Ausgangssperre im ganzen Land

In Frankreich waren am Montag fast 17.000 Infizierte und mehr als 670 Corona-Tote registriert. In der Hauptstadt wird verstärkt kontrolliert - dort und im ganzen Land gilt eine Ausgangssperre. Es ist nur erlaubt, das Haus zu verlassen, wenn es unbedingt nötig ist. Auch Joggerinnen und Jogger werden angehalten und müssen ihren Passierschein vorzeigen. Zunehmend wird dabei geprüft, ob sich die Menschen auch wirklich nur in der Nähe ihrer Wohnung sportlich betätigen.

Großbritannien hofft weiterhin auf Einsicht der Menschen

Die britische Hauptstadt London ist weiterhin die am stärksten betroffene Region in Großbritannien. Vor allem die Innenstadtbezirke haben teils hohe Fallzahlen an Coronavirus-Infektionen. Der öffentliche Nahverkehr ist stark eingeschränkt. Pubs, Cafés und Restaurants sind geschlossen. Einzelne Krankenhäuser meldeten schon Kapazitätsengpässe. Trotzdem drängten sich am vergangenen Wochenende viele Londoner auf Märkten oder in Parks. Die BBC zeigte am Montag Bilder von überfüllten U-Bahn-Waggons. Noch setzt die Regierung auf Einsicht bei den Menschen. Doch mehrere Bezirke in der britischen Hauptstadt haben ihre Parks bereits geschlossen. Erwartet wird, dass in den kommenden Tagen Ausgangsbeschränkungen erlassen werden. Zuletzt waren in Großbritannien gut 5.900 Menschen infiziert, mehr als 330 sind gestorben.

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fka/news.de/dpa

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