In Deutschland erkranken immer mehr Menschen an Covid-19. Eine Lockerung der Beschränkungen ist in Deutschland vom Tisch. Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise, lesen Sie in unserem Schlagzeilen-Ticker.

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18.03.2020, 08.46 Uhr

Coronavirus aktuell: Bringen die Corona-Maßnahmen überhaupt etwas?

Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung werden sich Experten-Schätzungen zufolge früher oder später mit dem Coronavirus anstecken. Doch was bringen die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung dann überhaupt? Wie wird die Entwicklung langfristig aussehen? 

Schulen schließen, Grenzen machen dicht, Menschen isolieren sich. Doch zögern die aktuellen Maßnahmen gegen das Coronavirus das Unvermeidliche nicht nur heraus? Bild: denisismagilov/AdobeStock

Veranstaltungen werden verboten, Schulen geschlossen, Grenzen dicht gemacht - alles, um die weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Doch was bringen die Isolierungsmaßnahmen überhaupt dauerhaft? Verschieben wir dadurch die Infektion nicht bloß auf einen späteren Zeitpunkt? Wir geben Antworten.

Die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie in Deutschland können Sie in unserem Ticker verfolgen.

Coronavirus-Maßnahmen: Verschieben wir das Unvermeidbare?

Expertenschätzungen zufolge werden sich 70 Prozent der Bevölkerung früher oder später mit dem Coronavirus infizieren. Auf die Frage, ob wir mit den Isolierungsmaßnahmen nicht nur das Unvermeidbare verschieben, kann also theoretisch gesehen mit Ja beantwortet werden. Aber - und das ist das Entscheidende - es gilt: Je später wir uns anstecken, desto besser.

Je später die Ansteckung, desto besser

Doch wieso soll es besser sein, sich später anzustecken? Droht dann nicht eine zweite Welle von Ansteckungen? Der Tropen-Virologe Prof. Jonas Schmidt-Chanasit erklärte gegenüber der "Bild"-Zeitung, dass dies noch ungewiss sei. Dennoch sei es wichtig, die Maßnahmen weiterhin aufrechtzuerhalten und so die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Gesundheitssystem soll geschont werden

Würden alle Menschen gleichzeitig erkranken, wäre selbst ein vorbildliches Gesundheitssystem wie das unsere überfordert. Die Betten würden vermutlich nicht ausreichen und das Personal, das bereits jetzt ausgelastet ist, würde an seine Grenzen kommen. Zudem verfügen die Krankenhäuser nur über eine begrenzte Zahl von Beatmungsgeräten. Je weniger Menschen schwer erkranken, desto bessere Chancen haben sie auf eine vollständige Genesung.

Welchen Unterschied machen die aktuellen Maßnahmen im Verlauf der Coronavirus-Pandemie? Bild: dpa-infografik GmbH/Bundesministerium für Gesundheit

Coronaviurs-Bekämpfung ist ein Marathon

Um zu veranschaulichen, weshalb eine spätere Ansteckung einer frühen Ansteckung vorzuziehen sei, vergleicht der Experte den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie mit einem Marathon statt einem Sprint. In diesen Marathon ist Deutschland mit einiger Verspätung gestartet, sodass es nun wichtig ist, den Vorsprung, den das Virus hat, wieder einzuholen. Gegenüber der "Bild" lobt der Virologe Schmidt-Chanasit jedoch die aktuellen Maßnahmen, mit denen Deutschland richtig aufs Gas getreten sei. Nach seiner Einschätzung bringen die aktuellen Maßnahmen viel und helfen, den Vorsprung, den das Virus noch hat, nach und nach aufzuholen.

Was passiert, wenn die Einrichtungen wieder öffnen?

Auf die Frage, was in einem Monat passieren wird, wenn die Einrichtungen wie Schulen und Bars wieder öffnen, meint der Virologe, dass die Fallzahlen der Ansteckungen nicht automatisch in die Höhe schießen werden. Er schlägt vor: "Vielleicht öffnet man nur einen Teil der Einrichtungen und benutzt die Schließungen als Stellschrauben. Das bedeutet, dass wir das richtige Tempo bei unserem Lauf finden müssen, damit nicht alles zusammenbricht." Er empfiehlt, dem Vorbild Chinas zu folgen, das nun, da die Infektionszahlen sinken, seine Einrichtungen schrittweise wieder öffnet.

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Virologe rechnet mit baldigen Medikamenten gegen Coronavirus

Wenn wir am Ende des Marathons gegen das Coronavirus angekommen sind, werden uns Medikamente, vielleicht sogar Impfungen zur Verfügung stehen - so hofft und glaubt der Virenexperte. Deshalb sei es wichtig, so lange wie möglich durchzuhalten, ohne uns anzustecken.

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sig/sba/news.de

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