13.03.2020, 10.21 Uhr

Coronavirus News aktuell: Fast 60 Millionen Deutsche von Corona bedroht

Das Coronavirus verändert die Beziehungen zwischen den Menschen. Die unsichtbare Gefahr setzt Ängste frei. Eine Virologe warnt: 70 Prozent der Deutschen werden Corona bekommen.

Wie viele Deutsche werden vom Coronavirus infiziert? Bild: dpa/Symbolbild

Wochenlang war das Coronavirus nur ein Thema in den Nachrichten. Es grassierte weit entfernt in einem anderen Teil der Welt. Es betraf einen nicht. In den letzten Tagen hat sich das geändert.

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Coronavirus aktuell! Virologe stellt klar: "Es wird schlimm werden"

Christian Drosten, Virologe und Institutsdirektor von der Berliner Charité, wehrte sich in der vergangenen Woche sich bei "Maybrit Illner" gegen "aufgeregte Debatten", hebt aber auch hervor: "Es geht nicht um eine normale saisonale Grippe, dieser Vergleich hinkt, sondern es geht um ein pandemisches Geschehen."

Das habe es zum letzten Mal 1957 und 1968 gegeben. "Praktisch niemand kann sich mehr ernsthaft daran erinnern." Auf Nachfrage stellt er klar: "Es wird schlimm werden." Das lässt einen als Zuschauer schlucken. "Schlimm." Und das von einem nüchternen Wissenschaftler.

70 Prozent der Deutschen werden Coronavirus bekommen

Die "Bild"-Zeitung zitiert Christian Drosten mit drastischen Zahlen: "Es werden sich wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent infizieren, aber wir wissen nicht, in welcher Zeit", erklärte der Mediziner der Berliner Charité dort. "Das kann durchaus zwei Jahre dauern oder sogar noch länger." Umgerechnet wären das knapp 50 bis 60 Millionen Menschen.

Zuletzt war in einerPandemie-Simulation von Forschern mit 65 Millionen Toten gerechnet worden.Für die Simulation wurde eine hypothetische Pandemie erstellt, um zu bewerten, wie bereit die Welt für einen etwaigen Ausbruch sei. Das Ergebnis erschüttert: Im Rahmen des Models wären innerhalb von 18 Monaten nach Ausbruch einer Pandemie schockierende 65 Millionen Menschen gestorben.

Darum löst das Coronavirus Angst aus

Im Fall des Coronavirus kommen mehrere Faktoren zusammen, die das Gefühl der Bedrohung verstärken. Zunächst einmal würden Risiken, die nicht beobachtbar seien generell als bedrohlicher wahrgenommen, sagt Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. "Zudem lösen neuere Risiken eine stärkere Reaktion aus als solche, an die man sich schon gewöhnt hat." Ein weiterer Faktor ist die Unsicherheit: Es ist noch unklar, wie viele Menschen letztendlich von dem Virus betroffen sein werden. "Dazu kommt, dass man das Gefühl hat, das Risiko nicht richtig beherrschen zu können: Es gibt vorerst keinen Impfstoff."

All dies hat das Potenzial, Angst auszulösen. Wer Angst hat, tendiert dazu, sich nicht mehr rational zu verhalten. Er denkt in erster Linie an sich selbst und an die engste Familie. Der Mitmensch wird in erster Linie als potenzieller Krankheitsträger wahrgenommen - und nicht als jemand, den man theoretisch auch selber anstecken könnte.

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rut/news.de/dpa

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