25.02.2020, 20.10 Uhr

Karnevalszug in Volkmarsen: Versuchter Mord! Amokfahrer in Untersuchungshaft

Während des Rosenmontagsumzugs im nordhessischen Volkmarsen fährt ein Auto absichtlich in eine Menschenmenge. Mehrere Menschen werden verletzt. Der Amokfahrer sitzt nun wegen versuchten Mord in Untersuchungshaft. Alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker.

In Volksmarsen fuhr ein Autofahrer absichtlich in einen Karnevalsumzug. Bild: dpa

Im nordhessischen Volkmarsen ist am Montag (24.02.2020) ein Auto in einen Rosenmontagsumzug gefahren. Dabei gab es fast 60 Verletzte. Viele davon schwer verletzt.

Amokfahrt in Karnevalsumzug in Volksmarsen am 24.02.2020 - Alle aktuellen Entwicklungen im News-Ticker

+++ 25.02.2020:Verdächtiger von Volkmarsen: Untersuchungshaft wegen Mordversuchs +++

Gegen den Autofahrer, der beim Rosenmontagszug in Volkmarsen mehr als 60 Menschen verletzt haben soll, ist Untersuchungshaft angeordnet worden. Ihm werden versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstagabend mitteilte.

+++ 25.02.2020: Staatsanwaltschaft: Fahrer in Volkmarsen war nicht alkoholisiert +++

Der Amokfahrer von Volkmarsen war nicht alkoholisiert. Ob er unter Drogeneinfluss gestanden habe, stehe noch nicht fest, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag.

+++ 25.02.2020: Zahl der Verletzten steigt auf über 50 +++

Die Zahl der Verletzten bei dem Zwischenfall mit einem Auto im nordhessischen Volkmarsen ist auf mehr als 50 gestiegen. Wie die Polizei am Dienstag in Kassel mitteilte, befinden sich derzeit noch 35 Personen in stationärer Behandlung. Weitere 17 Menschen wurden demnach ambulant behandelt. Die Zahl der verletzten Kinder liege bei 18. Wie stark die Kinder verletzt sind und ob unter den Opfern auch Schwerverletzte sind, konnte eine Polizeisprecherin zunächst nicht sagen.

+++ 25.02.2020: Neue Details zu Tat und Täter von Volkmarsen werden bekannt +++

Nach dem Zwischenfall mit Dutzenden Verletzten bei einem Rosenmontagszug in Nordhessen hoffen die Fahnder mehr über das Motiv des mutmaßlichen Täters zu erfahren. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte der Sprecher der Behörde, Alexander Badle.

Einsatzkräfte stehen an dem Ort in Volkmarsen, wo am Vortag ein Mann mit seinem Auto in einen Karnevalsumzug gerast war und rund 30 Menschen, darunter auch Kinder, verletzte. Bild: Uwe Zucchi/dpa

Unklar blieb auch, was es mit einer weiteren Festnahme auf sich hatte. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen soll der zweite Festgenommene hinter dem Auto gefilmt haben. Demnach war aber noch unklar, ob als Schaulustiger oder ob er eingeweiht war.

Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr und ein Abschleppwagen nach der Amokfahrt in Volkmarsen. Bild: Uwe Zucchi/dpa

Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat lagen nicht vor. Das Innenministerium schloss einen Anschlag nicht aus. Ein Sprecher der Behörde begründete das am Montag mit der Situation vor Ort. Der Fahrer war nach ersten Erkenntnissen den Behörden nicht als Extremist bekannt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr. Allerdings war der Mann der Polizei nach dpa-Informationen in der Vergangenheit durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung aufgefallen.

+++ 25.02.2020: Hatte es Maurice P. vor allem auf Kinder abgesehen? +++

Laut Zeugenberichten wirkte es so, als habe es der Täter Maurice P. bei seiner Auto-Attacke vor allem auf Kinder abgesehen, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Bei circa einem Drittel der 30 verletzten Opfer handelt es sich um Kinder. Dass der Amokfahrer bewusst Kinder verletzen wollte, ist jedoch noch nicht bestätigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

+++ 25.02.2020: Nicht der Täter: Polizei warnt vor Fake-News +++

Die Polizei warnte vor dem Verbreiten angeblicher Fotos des Täters. "Bei der abgebildeten Person handelt es sich definitiv nicht um den Täter", schrieb die Polizei Nordhessen am späten Montagabend bei Twitter über ein Foto, das den Angaben zufolge kursierte. "Teilen Sie keine Falschnachrichten!", hieß es.

Am Montagabend sprach CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. "Meine Gedanken & Gebete sind bei den Verletzten des schlimmen Vorfalls in Volkmarsen. Ich wünsche allen Verletzten eine schnelle Genesung", schrieb Kramp-Karrenbauer bei Twitter. "Ich habe Vertrauen darin, dass die Polizei die Hintergründe schnell aufklärt. Mein Dank gilt allen Helfern vor Ort, die im Einsatz sind."

Unterdessen soll der beliebte Frankfurter Fastnachtszug im Stadtteil Heddernheim ("Klaa Paris") am Faschingsdienstag dennoch starten. Der Vorstand habe einstimmig beschlossen, "wir werden Fastnacht feiern", sagte der Vorsitzende der Zuggemeinschaft, Ulrich Fergenbauer, am Montag dem "Hessischen Rundfunk".

+++ 24.02.2020: Karnevals-Horror in Volksmarsen: Auto kracht in Menschenmenge +++

Zunächst konnte die Polizei die Zahl der Verletzten nicht genau beziffern. Bei der "Bild"-Zeitung war von bis zu 30 Verletzten die Rede. Tote hat es nach Angaben eines Polizeisprechers nicht gegeben. Der Fahrer sei festgenommen worden, die Polizei sei mit einem großen Aufgebot vor Ort. Vorsichtshalber seien alle Fastnachtsumzüge in Hessen abgebrochen worden, teilte das Polizeipräsidium Westhessen mit.

Mit Vollgas! Warum fuhr der Autofahrer in den Karnevalszug? DAS sagt die Polizei zu den Hintergründen

Zuvor hatte es zu den Hintergründen zum Teil widersprüchliche Angaben gegeben. Henning Hinn vom Polizeirevier Südwest im Polizeipräsidium Nordhessen hatte gesagt: "Wir gehen nicht von einem Anschlag aus. Wir gehen von einem vorsätzlichen Tatgeschehen aus." Reiner Lingner vom Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel sagte dagegen "Welt": Zur Intention könne man noch keine Angaben machen. Man wisse immer noch nicht, wie es zu dem Zwischenfall gekommen sei - ob es sich um einen medizinischen Notfall, ein technisches Versagen oder Absicht gehandelt habe.

Die Polizei geht davon aus, dass der Fahrer sein Auto absichtlich in die Menge steuerte. Hinweise auf eine politisch motivierte Straftat lagen aber zunächst nicht vor. Ein Anschlag kann nach Angaben des hessischen Innenministeriums nicht ausgeschlossen werden.

Medien- und Augenzeugenberichte, wonach der Tatverdächtige stark alkoholisiert war, konnten die Ermittler zunächst nicht bestätigen. Eine Nachbarin sagte zu RTL: "Ich habe ihn heute wegfahren sehen, er sah aus, als stünde er unter Drogen und sagte, 'bald stehe ich in der Zeitung'."

Der Fahrer wurde nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft festgenommen, ist deutscher Staatsbürger, 29 Jahre alt und kommt aus Volkmarsen. Er habe Verletzungen erlitten und soll einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, sobald sein Gesundheitszustand dies zulasse.

Die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" berichtete, Zeugen hätten geschildert, dass der Fahrer die Absperrung umgangen habe und dann mit Vollgas auf die Menschenmenge zugerast sei. Die Zeugen hätten den Eindruck gehabt, dass der Fahrer es vor allem auf Kinder abgesehen hatte. Von der Polizei gab es dazu keine Angaben.

Nach Amokfahrt! Zweite Festnahme in Volkmarsen

In Volkmarsen hat es nach Angaben des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill eine zweite Festnahme gegeben. Es sei noch nicht klar, ob der Festgenommene als Tatverdächtiger gelte oder ein Zeuge sei, sagte er auf einer Veranstaltung am Montagabend in Frankfurt am Main. Oberstaatsanwalt Alexander Badle wollte sich auf dpa-Anfrage zunächst nicht zur Festnahme äußern.

Polizei nimmt Autofahrer fest

Ein Zeuge berichtete laut "Bild"-Zeitung, erboste Menschen seien mit erhobenen Fäusten auf den Fahrer zugelaufen, die Polizei habe ihn schützen müssen. Das Polizeipräsidium Frankfurt bezeichnete die Absage der laufenden Umzüge als Vorsichtsmaßnahme. Wie viele Umzüge betroffen seien, sei derzeit unklar. Ob die für morgen geplanten Veranstaltungen im Straßenkarneval stattfinden können, sei noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher.

Die Polizei Nordhessen will nach dem Zwischenfall mit einem Auto in Volkmarsen ein Hinweisportal einrichten. Man appelliere an alle, die Bilder und Videos aus Volkmarsen haben, sich mit Spekulationen zurückzuhalten und keine dieser Aufnahmen zu verbreiteten, teilte die Polizei Nordhessen am Montag auf Twitter mit.

Zwischenfall bei Karnevalsveranstaltung in Volkmarsen am Wochenende

Volkmarsen ist eine Kleinstadt im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg mit rund 6.800 Einwohnern. Sie ist rund 30 Kilometer von Kassel entfernt. Bereits am Sonntag hatte es nach Angaben der örtlichen Feuerwehr einen Zwischenfall bei einer Karnevalsveranstaltung in einer Halle in Volkmarsen gegeben: Wegen eines Feueralarms seien der Veranstaltungsort geräumt und der betroffene Bereich kontrolliert worden, schrieb die Feuerwehr auf Facebook. Der Grund für den Alarm sei nicht feststellbar gewesen, anschließend sei die Veranstaltung nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt worden. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, ist unklar.

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bua/news.de/dpa

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