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18.02.2020, 08.20 Uhr

Sturm "Dennis" in Großbritannien aktuell: Unwetter spült Geisterschiff an, Frau (55) ums Leben gekommen

Wieder fegt ein schwerer Sturm über Großbritannien hinweg. "Dennis" sorgt für Hochwasser-Alarm auf der Insel. Eine 55-jährige Frau kam ums Leben, an der irischen Küste wurde ein Geisterschiff angespült.

Meteorologen rechnen aufgrund starker Regenfälle durch Sturm "Dennis" mit Überschwemmungen; Hunderte Häuser in Großbritannien könnten betroffen sein. Bild: Ben Birchall / PA Wire / picture alliance / dpa

Sturm "Dennis" ist möglicherweise für den Tod von zwei Menschen in Großbritannien verantwortlich. Ein junger Mann wurde am Samstag leblos im Meer an der Südostküste Englands entdeckt. Nach Medienberichten könnte er durch das Unwetter in Not geraten sein. Ein anderer Mann, der von einem Tanker vor der Küste von Kent gefallen war, wurde nach stundenlanger Suche tot geborgen.

Unwetter mit Sturm "Dennis" wütet über Großbritannien

Wegen "Dennis" waren in Großbritannien Hunderte Flüge gestrichen worden. Betroffen waren Zehntausende Passagiere der Airline Easyjet, auch British Airways musste etliche Flüge absagen. Meteorologen rechneten aufgrund starker Regenfälle mit Überschwemmungen; Hunderte Häuser könnten betroffen sein. Der Sturm führte am Samstag bereits zu Störungen im Bahnverkehr und auf Straßen.

Sturm "Dennis" treibt Geisterschiff an irische Küste

Ein Frachtschiff, das vor fast eineinhalb Jahren von seiner Besatzung aufgegeben wurde, ist an der irischen Küste gestrandet. Es wurde in Ballycotton unweit Corks im Süden der Insel entdeckt, wie die irische Küstenwache mitteilte. Die zehn Besatzungsmitglieder seien schon im September 2018 von der US-Küstenwache gerettet worden.

Nach einem Bericht der Zeitung "The Irish Examiner" wurde die MV Alta am Sonntag gegen Mittag von einem Jogger gesichtet. Die Britischen Inseln waren am Wochenende vom Sturm "Dennis" heimgesucht worden. Zum Zeitpunkt seiner Evakuierung 2018 befand sich das unter tansanischer Flagge fahrende Schiff laut früheren Berichten gut 2.000 Kilometer südöstlich von Bermuda. Es war demnach auf dem Weg von Griechenland nach Haiti wegen technischer Probleme manövrierunfähig geworden. Zuletzt wurde es im vorigen Jahr in der Mitte des Atlantiks gesichtet. Was mit dem Wrack jetzt passiert, ist den Berichten zufolge noch unklar.

Hochwasser-Risiko in Großbritannien - Regierung in der Kritik

Das Hochwasser-Risiko in Großbritannien wird nach Experten-Ansicht noch Tage bestehen bleiben. Mehr als 1.000 Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen, viele Straßen und Bahnstrecken waren gesperrt. Die Polizei entdeckte am Montag die Leiche einer 55-Jährigen, die am Vortag mit dem Auto nahe Tenbury Wells in der Grafschaft Worcestershire in die Wassermassen geraten war.

Sturm "Dennis" hatte am Wochenende enorme Regenmengen mitgebracht. In einigen Regionen regnete es an einem Tag so viel wie sonst im Monatsdurchschnitt.

Besonders betroffen war der Süden von Wales, wo viele Menschen mit Booten in Sicherheit gebracht wurden. Da erst eine Woche zuvor ein anderer Sturm mit viel Regen durch das Land gezogen war, waren die Böden schon gefährlich aufgeweicht. Es gab Hunderte Hochwasser-Warnungen. "Dennis" war mit einer Spitzengeschwindigkeit von mehr als 140 Stundenkilometern über das Land gefegt.

Angesichts der bedrohlichen Lage hagelte es Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Die oppositionelle Labour-Partei hinterfragte, warum Premier Boris Johnson nicht den nationalen Krisenstab Cobra einberufen habe. Dies hatte er zum Beispiel bei einem Unwetter im November - vor seiner Wahl - veranlasst.

"Wir haben getan, was wir tun konnten", sagte hingegen George Eustice, seit einigen Tagen der neue Umweltminister Großbritanniens, am Montag dem Nachrichtensender Sky News. Am Ausmaß der Schäden sei die "Natur des Klimawandels" schuld, das Wetter werde immer extremer. "Wir werden niemals jeden einzelnen Haushalt schützen können."

Eustice war im Zuge einer größeren Kabinettsumbildung zum Umweltminister ernannt worden. In Großbritannien findet im November die 26. UN-Klimakonferenz statt.

Unwetter mit Sturm "Dennis": Hunderte Warnungen vor Überschwemmungen in Großbritannien

Sturm "Dennis" hat das Hochwasser-Risiko am Sonntag in Großbritannien stark erhöht. Die Behörden veröffentlichten Hunderte Warnungen vor Überschwemmungen. Als lebensbedrohlich stuften sie die Lage in Teilen von Wales ein. In der Kleinstadt Pontypridd am Fluss Taff versuchten die Menschen, ihre Fahrzeuge aus den Wassermassen in den Straßen zu retten.

Zahlreiche Zugstrecken und Straßen wurden gesperrt. Neben Wales waren auch Regionen in England und Schottland betroffen. "Dennis" hat extrem viel Regen mitgebracht. Da exakt eine Woche zuvor bereits Sturm "Ciara" - in Deutschland "Sabine" genannt - für Überschwemmungen und extrem nasse Böden gesorgt hatte, befürchteten die Experten nun größere Schäden.

Wetter aktuell im Februar 2020: Auch in Deutschland Sturm und Regen

Meteorologen sagten auch für Deutschland vielerorts Regen und Sturm voraus - auf den Bergen und an den Küsten wurde für Sonntag sogar orkanartiger Sturm erwartet. Dazu sollte der Wind dichte Regenwolken über das Land peitschen, so dass es zeitweise kräftig regnen könne. Nur im Süden bleibe es trocken und windschwach, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit.

Erst Sturm "Chiara", jetzt "Dennis": Unwetter ziehen über Großbritannien

Erst vor einer Woche hatte ein Unwetter erhebliche Schäden in Großbritannien angerichtet. Experten stufen Sturm "Dennis" aber als gefährlicher als "Ciara" ein, der am vergangenen Wochenende Chaos verursacht hatte. Denn es könnte in einigen Regionen an einem Tag oder zwei Tagen so viel regnen wie sonst in einem ganzen Monat. Da der Boden vielerorts wegen des letzten Unwetters noch aufgeweicht ist, dürften die Folgen Experten zufolge nun gravierender sein.

Soldaten helfen Bevölkerung bei Unwetterschutz

Soldaten helfen bereits den erschöpften Einwohnern im nordenglischen Calderdale, die noch unter den Schäden des letzten Sturms leiden. Besonders betroffen sind auch der Südwesten Englands, Wales und Teile Schottlands. Die Briten wurden dazu aufgerufen, ihre Trampoline zu sichern. Beim letzten Sturm wirbelten viele Trampoline durch die Luft und landeten dann unter anderem auf Bahngleisen.

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loc/news.de/dpa

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