11.02.2020, 17.09 Uhr

Unwetter aktuell im News-Ticker: Viertes Todesopfer durch Sturmtief "Sabine" in Italien

Sturmtief "Sabine" ist über Deutschland hinweg gerollt. Vielerorts hat der Orkan deutliche Spuren hinterlassen. In Europa forderte das Unwetter bereits erste Todesopfer. Alle aktuellen Infos in unserem News-Ticker.

FOTOS: Unwetter-Horror SO heftig wütet Sturmtief "Sabine"

Das seit Tagen angekündigte Sturmtief "Sabine"ist über Deutschland hinweg gerollt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte am Sonntag für große Teile Deutschlands die zweithöchste Unwetterwarnstufe ausgerufen. Bahn- und Luftverkehr waren am Montag stark beeinträchtigt.

In der Mitte des Landes wurde der Höhepunkt des Sturms in der Nacht zum Montag erreicht, im Süden am frühen Montagmorgen. Begleitet wurde der Orkan vielerorts von heftigen Schauern und Gewittern. "Sabine" ist laut DWD ein Winterorkan wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. Während sich die Wetterlage in Deutschland am Dienstag beruhigte, hat das Orkantief "Sabine" weiter südlich noch schwere Schäden verursacht - und ein weiteres Todesopfer gefordert.

Unwetter in Deutschland im News-Ticker aktuell

+++ 11.02.2020: Eine Sturm-Tote in Italien - Verkehrsprobleme auf Korsika +++

Ein Todesopfer in Italien und Verkehrsprobleme auf Korsika: Auch am Dienstag hat der Orkan "Ciara", der in Deutschland "Sabine" heißt, in Teilen Europas gewütet. Der schwere Wintersturm hat in Italien eine Frau getötet. Wie die Nachrichtenagentur Ansa schrieb, wurde die 77-Jährige am Dienstag in Traona in der Lombardei von Teilen eines herumwirbelnden Dachs getroffen.

Im Norden Italiens erreichte der Orkan den Angaben nach zum Teil mehr als 200 Kilometer pro Stunde, so auch im Piemont. Besonders im Norden richtete er Sachschäden an. Bei den Behörden gingen viele Notrufe ein. In großen Teilen Südtirols fiel zudem der Strom am späten Vormittag zeitweise aus, weil offensichtlich Teile von Bäumen eine Hauptleitung beschädigt hatten. Die Energieversorgung wurde mittags wiederhergestellt.

Im äußersten Norden der Mittelmeerinsel Korsika erreichte "Ciara" in Böen ein Tempo von 219 Stundenkilometern. Das liege leicht unter dem Rekord vom Januar 2018, als am Cap Corse 225 Stundenkilometer erreicht wurden, berichtete der Wetterdienst Météo France am Dienstag.

Der Sturm löste auf der zu Frankreich gehörenden Ferieninsel erhebliche Verkehrsprobleme aus - betroffen waren Fährverbindungen zum Festland und Flüge, wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete. Zudem loderten Feuer an mehreren Orten - südlich der Hafenstadt Bastia brannte es auf einer Fläche von mehr als zwei Quadratkilometern.

Die starken Winde haben zum Wiederaufflammen eines Feuers im Süden der Insel geführt. Der Brand breite sich in Richtung des Dorfes Sari aus, warnten die Behörden am Dienstagnachmittag. Bewohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen und Türen und Fenster zu schließen. Straßen rund um das Dorf Sari wurden gesperrt.

+++ 11.02.2020: Orkantief "Sabine" treibt Känguru zur Flucht +++

Orkantief "Sabine" hat in Baden-Württemberg ein Känguru zum Ausbruch getrieben. Nach Angaben des örtlichen Tierschutzvereins floh das Beuteltier in der Nacht zum Montag aus einem Gehege in einem privaten Garten in Horb am Neckar. Dort lebte es mit drei Artgenossen. Orkantief "Sabine" hatte die Zäune des Geheges auseinandergerissen.

Während die drei anderen Tiere im Garten des Grundstücks blieben, hatte sich das entlaufene Känguru wohl so sehr erschrocken, dass es flüchtete. Bei den Tieren handelt es sich um sogenannte Wallabys. Sie seien sehr scheu, so der Tierschutzverein. Wer das entlaufene Känguru sieht, solle deshalb keinesfalls versuchen, es einzufangen, sondern den Tierschutzverein benachrichtigen. Das Tier soll mit großen Lebendfallen für Hunde oder mit einem mobilen Zaun eingefangen werden. Zuerst berichtete die "Stuttgarter Zeitung" über den Vorfall.

+++ 11.02.2020: Luftverkehr auch in Bayern nach "Sabine" wieder weitgehend normal +++

Nach dem Abflauen des Sturmtiefs "Sabine" läuft der Luftverkehr auch in Bayern weitgehend nach Plan. «Das hat sich im Laufe des Tages wieder normalisiert, und der weit überwiegende Teil des geplanten Verkehrs konnte stattfinden», sagte ein Sprecher des Flughafens München am Dienstag. Auch in Nürnberg lief mit Ausnahme zweier Annullierungen alles wie gewünscht.

Am Vortag hatte es in München von 7.45 Uhr bis in den Nachmittag hinein einen Abfertigungsstopp gegeben. Auch danach hoben nur wenige Flugzeuge ab. Am Dienstag gab es "für den gesamten Tag 94 annullierte Flüge, von über 1000", sagte der Sprecher. Insgesamt seien an den beiden Sturmtagen aber rund 1000 Flüge ausgefallen.

+++ 11.02.2020: Drittes Todesopfer von Sturm "Sabine" in Polen +++

In Polen hat das Orkantief "Sabine" ein drittes Menschenleben gefordert. Nach einem Unglück im Skiressort Bukowina Tatrzanska mit zwei Toten erlag am Montagabend auch eine 21-jährige Frau ihren Verletzungen, wie das Krankenhaus in Nowy Targ laut Nachrichtenagentur PAP mitteilte.

Bei starkem Wind waren am Montagmorgen Dachteile von einem Skiverleih gefallen. Eine 52-jährige Frau und ihre 15-jährige Tochter wurden dabei getötet. Die 21-jährige ältere Tochter der Frau sowie ein 16-Jähriger erlitten Kopfverletzungen und wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt zu den Ursachen des Unglücks. In einem ersten Statement hieß es, der Skiverleih sei in einer provisorischen Konstruktion untergebracht gewesen, die aus einem mit rohen Brettern verschalten Lkw-Anhänger bestanden habe. Das Blechdach sei nur unzureichend an dem Hänger befestigt gewesen.

Bukowina Tatrzanska im Süden Polens ist ein beliebtes Ziel für den Skisport und Ausgangspunkt für Wanderungen in der Hohen Tatra, einem Teilgebirge der Karpaten an der Grenze zur Slowakei.

+++ 11.02.2020: Nach Sturmtief "Sabine": HIER drohen weitere Unwetter+++

Die Kaltfront von Orkantief "Sabine" hat Deutschland verlassen - das stürmische Wetter ist aber noch da. Im südlichen Teil der Republik meldeten die Einsatzstellen der Polizei auch in der Nacht auf Dienstag noch eine Vielzahl umgestürzter Bäume. In der Region Freiburg und im Hochschwarzwald rückten Einsatzkräfte zu zahlreichen Einsätzen aus, viele Straßen waren am frühen Morgen noch gesperrt. Auch in Südbayern hielten auf Straßen liegende Bäume und Stromausfälle die Einsatzkräfte auf Trab.

Richtung Norden wurde es ruhiger, in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz waren noch vereinzelt Bäume durch den Sturm umgefallen, einzelne kleinere Straßen noch gesperrt. Insgesamt war die Lage aber deutlich ruhiger als noch am Montagmorgen. Auch über weitere Verletzte gab es zunächst keine Informationen.

+++ 11.02.2020: Bahn nimmt Fernverkehr nach Sturmtief "Sabine" wieder auf +++

Die Bahn will ihren Fernverkehr am Dienstagmorgen ohne größere Einschränkungen wieder aufnehmen - am Vormittag seien einzelne Probleme aber nicht zu vermeiden, hieß es. Im Regionalverkehr werde es vor allem in Bayern und Baden-Württemberg zunächst noch Einschränkungen geben, hieß es von einem Bahnsprecher in der Nacht. Auch auf hessische Strecken waren in der Nacht erneut Bäume gestürzt - hier seien vereinzelt Einschränkungen zu erwarten.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass es in den nächsten Tagen stürmisch bleibt. Am Dienstag sei mit Schauern sowie mit stürmischen Böen und Sturmböen zu rechnen. Im Alpenvorland und in Hochlagen sind demnach sogar orkanartige Böen möglich. Die Nordseeküste stellte sich auf Sturmfluten ein.

+++ 10.02.2020:Sturmtief "Sabine": Ein Toter bei Verkehrsunfall in der Schweiz +++

In der Schweiz ist ein Mann bei einem Verkehrsunfall gestorben, der nach Angaben der Polizei wahrscheinlich durch starken Wind ausgelöst wurde. Wie die Kantonspolizei Freiburg mitteilte, geriet der Anhänger eines 35-Jährigen auf die Gegenfahrbahn und krachte dort mit dem Auto eines 36-Jährigen zusammen. Die Einsatzkräfte konnten nur noch den Tod des 36-Jährigen feststellen. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass der Anhänger durch den Sturm auf die Gegenfahrbahn gedrückt wurde.

+++ 10.02.2020: Mann in Thüringen von Dach geweht +++

Ein Mann ist in Thüringen vom Dach seines Hauses geweht worden. Er sei schwer verletzt nach Erfurt in ein Krankenhaus gekommen, sagte eine Sprecherin des Landratamtes des Ilm-Kreises am Montag. Angesichts des Sturmtiefs "Sabine" habe der Mann am Sonntagabend versucht, das Dach seines Hauses in Bechstedt-Wagd, einem Ortsteil des Amtes Wachsenburg, zu sichern.

+++ 10.02.2020: Zugausfälle in Bayern dauern bis Dienstag +++

Nach dem Orkan "Sabine" rechnet die Deutsche Bahn (DB) auch am Dienstag mit Zugausfällen und Verspätungen. Vor allem im Werdenfelser Land rund um Garmisch-Partenkirchen und im Allgäu seien immer noch Bahnstrecken blockiert, teilte die DB am späten Montagnachmittag mit. "Andernorts läuft der Zugverkehr wieder an." An mehr als 100 Stellen seien Schäden behoben worden. "Vor allem umgestürzte Bäume auf Oberleitungen und Gleise blockierten die Strecken."

Zunächst hatten die DB und die privaten Eisenbahnunternehmen am Montagmorgen wegen des Sturmtiefs nahezu den gesamten regionalen Bahnverkehr in Bayern eingestellt. Im Fernverkehr waren zuvor schon keine Züge mehr gefahren.

+++ 10.02.2020: Bahn-Fernverkehr auch in Bayern wieder freigegeben +++

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) ist am Montagnachmittag auch in Bayern wieder freigegeben worden. Der Zugverkehr könne nach dem Orkantief "Sabine" mit Einschränkungen wieder anlaufen, berichtete die Bahn. Am Vormittag war der Fernverkehr schon in Norddeutschland wieder freigegeben worden. In Bayern und Baden-Württemberg mussten die Züge aber noch stehenbleiben.

Auch der Regionalverkehr der DB und der privaten Eisenbahngesellschaften in Bayern lief am Montagnachmittag nach und nach wieder an. Besonders im südlichen Oberbayern und im Allgäu blockierten entwurzelte Bäume allerdings noch etliche Strecken.

+++ 10.02.2020: Nach Sturmschaden am Frankfurter Dom: Kran-Bergung erst später +++

Der während des Sturms auf das Dach des Frankfurter Doms gekrachte Kran kann voraussichtlich erst Mitte der Woche entfernt werden. "Es wäre bei dieser Wetterlage viel zu gefährlich, das jetzt schon zu tun", sagte die Dombaumeisterin der Stadt, Julia Lienemeyer, am Montag. Wichtig sei nun, den Kran abzusichern und das Dach provisorisch zu schließen, damit kein Wasser in das Gewölbe eindringen kann. Einsturzgefahr bestehe nicht, der Kran stecke fest. Wie hoch der Schaden ist, blieb unklar. "Wir sind einfach froh, dass niemand verletzt wurde", so Lienemeyer.

Sturm "Sabine" hatte den Baukran in der Nacht zu Montag umknicken lassen. Die Spitze krachte ins Dach des Doms. Die Feuerwehr sperrte das Gebiet weiträumig ab. Gefahr für Passanten bestehe dank der Absperrung nicht, selbst wenn sich ein Ziegel lösen sollte, sagte ein Feuerwehrsprecher. Um die Bergung des Krans kümmere sich eine Fachfirma.

+++ 10.02.2020: Sturm lässt Lkw-Anhänger umstürzen und richtet ihn wieder auf +++

Sturm "Sabine" hat einen Anhänger eines Lastwagens auf der Autobahn 3 in der Oberpfalz umgekippt - und ihn kurze Zeit später wieder aufgerichtet. "Der Abschleppdienst war gerade vor Ort, da hat sich das Wetter wohl gedacht: Wir richten den Anhänger selbst wieder auf", sagte ein Sprecher der Polizei am Montag.

Eine Windböe habe den Anhänger auf Höhe Nittendorf im Landkreis Regensburg auf die Leitplanke zwischen den Fahrbahnen geweht. "Er hing komisch in der Luft und drohte, auf die Gegenfahrbahn zu kippen." Doch als der Abschleppdienst eintraf, erwischte eine Böe aus entgegengesetzter Richtung den Anhänger und richtete ihn wieder auf. "Als wäre nichts passiert, konnte der Fahrer wieder in seinen Lkw einsteigen und losfahren", hieß es weiter. Zur Sicherheit sei er dann aber bei der nächsten Ausfahrt heruntergefahren und habe gewartet, bis sich das Wetter beruhigte. Nach zwei Stunden Vollsperrung konnte die Autobahn in Richtung Regensburg wieder freigegeben werden.

+++ 10.02.2020: Sturmtief Sabine: S-Bahn kracht in der Schweiz in umgestürzten Baum +++

Das Sturmtief Sabine hat auch in Österreich und der Schweiz für Beeinträchtigungen im Flug-, Bahn- und Straßenverkehr gesorgt. In der schweizerischen Gemeinde Wald krachte eine S-Bahn am Montagmorgen in einen umgestürzten Baum. Verletzt wurde niemand, wie die Nachrichtenagentur sda berichtete. Ein ähnlicher Unfall ereignete sich am Sonntagabend in Moutier im Kanton Bern, auch dort gab es keine Verletzten.

An den Flughäfen Zürich, Basel-Mülhausen und Wien fielen durch den Sturm seit Sonntagabend zahlreiche Flüge aus: In Zürich wurden für Montagvormittag rund 100 Starts und Landungen abgesagt, in Wien etwa 30 von rund 600. Die sda berichtete zudem von Flugzeugen, die am Flughafen Zürich beim Landeversuch durchstarten mussten. In beiden Alpenländern wurden Bahnstrecken gesperrt, Busse fielen aus und Bäume stürzten auf zahlreiche Straßen. In Österreich wurden vorsorglich viele Zoos, Parkanlagen und teils auch Friedhöfe gesperrt.

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+++ 10.02.2020: Keine Wetterberuhigung! Sturmtief "Sabine" hat Deutschland fest im Griff +++

Auch wenn sich Tief "Sabine" inzwischen über Norwegen befindet, bleibt es stürmisch in Deutschland. Nach einer nur sehr kurzen Verschnaufpause am Montagnachmittag im Westen nehme am Abend und in der Nacht zum Dienstag der Wind von Frankreich und Belgien her erneut kräftig zu, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Dabei seien Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 80 bis 100 Kilometern in der Stunde möglich, hieß es. Auch schauerartige Niederschläge, teilweise mit Gewittern wurden erwartet.

Ungemütlich soll es auch am Dienstag und Mittwoch bleiben. Bei Höchsttemperaturen zwischen vier und zehn Grad muss am Dienstag mit Regen- und Graupelschauern gerechnet werden, in den Mittelgebirgen in Höhen oberhalb von 300 bis 400 Metern auch mit Schnee. Zeitweise könne es auf den Straßen glatt werden, hieß es. Dazu bleibe es weiterhin windig bis stürmisch, vor allem in Schauernähe sowie im Norden kann es auch noch einzelne Sturmböen geben. Auch an den Küsten bleibt es durchweg stürmisch.

Am Donnerstag hingegen soll es zunächst trocken bleiben, im Ostteil Deutschlands kann es auch längere sonnige Phasen geben. Von den Mittagsstunden an ziehen dann von Westen kommend allerdings wohl erneut Regenwolken durchs Land. Weitere Stürme werden in den Folgetagen derzeit nicht ausgeschlossen.

+++ 10.02.2020:  Zwei Menschen in Polen bei Sturm "Sabine" von Dach erschlagen +++

In Polen hat das Orkantief "Sabine" zwei Menschenleben gefordert: Eine Frau und ihre Tochter wurden auf einem Parkplatz von herabfallenden Dachteilen erschlagen. Das sagte ein Polizeisprecher am Montag. Zwei weitere Menschen, eine Frau und ein Junge, seien bei dem Unglück in dem Skiresort Bukowina Tatrzanska im Süden des Landes verletzt worden. Sie wurden mit leichteren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Die Einsatzkräfte waren kurz vor 11.00 Uhr alarmiert worden. Die Dachteile fielen von einem Gebäude, in dem ein Skiverleih eingerichtet ist. Bukowina Tatrzanska ist ein beliebtes Ziel für den Skisport und Ausgangspunkt für Wanderungen in der Hohen Tatra, einem Teilgebirge der Karpaten an der Grenze zur Slowakei.

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+++ 10.02.2020: Sturmflut-Warnung an Nordsee sowie in Hamburg und Bremen +++

Während Sturmtief "Sabine" Deutschland durcheinanderwirbelt, wird für den Norden Deutschlands eine Sturmflut-Warnung herausgegeben. An der Nordsee, in Hamburg und in Bremen steigen die Pegel bereits.

+++ 10.02.2020: 161 Kilometer pro Stunde am Arber: "Sabine" kommt an "Kyrill" heran ++

Orkan "Sabine" hat in tiefen Lagen rekordverdächtige Windgeschwindigkeiten erreicht. Bei Fürstenzell im niederbayerischen Landkreis Passau wurden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) 154 Stundenkilometer gemessen. "Das ist in solchen Tieflagen eine absolute Spitze", sagte der Meteorologe vom Dienst, Martin Schwienbacher, am Montag. Über den Großen Arber, mit 1455 Metern höchster Berg des Bayerischen Waldes, fegte der Orkan mit bis zu 161 Stundenkilometern. Auf Deutschlands höchstem Berg, der 2962 Meter hohen Zugspitze, registrierte die dortige Messstation 158 Stundenkilometer.

"Sabine" komme zumindest in Bayern ziemlich nahe an den Sturm "Kyrill" heran, der im Januar 2007 schwere Schäden verursacht hatte, sagte der Experte. Damals waren im Flachland in Bayern 144 Stundenkilometer und auf der Zugspitze knapp über 180 km/h gemessen worden.

+++ 10.02.2020: Bahn nimmt Fernverkehr allmählich wieder auf - Ausnahme Bayern +++

Die Deutsche Bahn hat damit begonnen, den Fernverkehr nach und nach wieder aufzunehmen. Im Laufe des Vormittags sollen die Züge in weiten Teilen Deutschlands wieder fahren, sagte ein Bahnsprecher. Eine Ausnahme sei Bayern, wo es noch stürmisch sei. Bahnkunden müssen den ganzen Tag über noch mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen.

Die Bahn hatte den Fernverkehr am Sonntagabend wegen des Sturmtiefs Sabine eingestellt und den Kunden empfohlen, ihre für Montag und Dienstag geplanten Fahrten zu verschieben. Auch der regionale Bahnverkehr stand in vielen Bundesländern still.

+++ 10.02.2020: Orkantief in Tschechien: Rund 100.000 Haushalte ohne Strom +++

Das Orkantief "Sabine" ist am Montag auch über Tschechien hinweggefegt. Rund 100 000 Haushalte waren ohne Elektrizität, weil Stromleitungen durch umstürzende Bäume beschädigt wurden, wie Energieversorger mitteilten. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Straßen freizuräumen und Dächer zu sichern - innerhalb einer Stunde wurden landesweit mehr als 250 Einsätze gezählt. Im südböhmischen Bezirk Prachatice (Prachatitz) wurde ein Mensch leicht verletzt, als ein Baum auf ein Auto krachte. Im Bahnverkehr kam es zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen. Unterbrochen waren unter anderem die Verbindungen zwischen Cheb (Eger) und Hof im Nordosten von Bayern.

Der Orkan erreichte auf der 1603 Meter hohen Schneekoppe (Snezka) im Riesengebirge eine Spitzengeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde. Der staatliche Wetterdienst CHMU hatte die höchste Warnstufe für Unwetter ausgerufen. Zahlreiche Schulen, öffentliche Parks und Zoologische Gärten blieben als Vorsichtsmaßnahme geschlossen.

+++ 10.02.2020: Sturm richtet Schäden in Belgien an - Fassade und Dächer weggeweht +++

Der Sturm "Sabine", der in Belgien "Ciara" heißt, hat dort bis zum Montagvormittag etliche Schäden angerichtet. Verletzt wurde nach ersten Medienberichten niemand, als vielerorts im Land Bäume und Baugerüste umstürzten. In Brüssel löste der Wind Teile einer Leichtbaufassade, die vom sechsten und siebten Obergeschoss auf die Straße fielen. Auch etliche Dächer deckte der Sturm ab. Bahnen fuhren auf vielen Strecken verspätet oder eingeschränkt. Im Hafen von Antwerpen kippten aufeinandergestapelte Container um. In Blankenberge an der Küste wurden Windgeschwindigkeiten bis 120 Kilometer pro Stunde gemessen, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga meldete.

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+++ 10.02.2020: Sturm in Frankreich: Zehntausende Haushalte ohne Strom +++

Wegen des Sturmtiefs sind in Frankreich Zehntausende Haushalte ohne Strom. Der Sturm, der in Frankreich "Ciara" und nicht wie in Deutschland "Sabine" heißt, habe zu Stromausfällen in rund 130 000 Haushalten in Nord- und Ostfrankreich sowie im Großraum Paris geführt, teilte der Netzbetreiber Enedis am Montag mit. In Nord- und Ostfrankreich wurden zahlreiche Verbindungen mit Regionalzügen gestrichen.

Für mehr als 30 Départements dauerte die vom französischen Wetterdienst Météo-France ausgerufene erhöhte Alarmbereitschaft an. An den Hauptstadt-Flughäfen Charles de Gaulle und Orly wurden Medienberichten zufolge rund 50 Flüge annulliert. Demnach kam es auch zu Verspätungen in der Abfertigung. Auch an den Flughäfen in Caen, Lille und Brest fielen Flüge aus. "Ciara" war am Sonntag auf Frankreichs Küste getroffen. Die Sturmböen erreichten in der Nacht zu Montag den Osten mit Regionen wie dem Elsass und Lothringen.

+++ 10.02.2020: Orkantief "Sabine" verursacht in Bayern zahlreiche Stromausfälle +++

Wegen des Orkantiefs "Sabine" ist in mehreren Regionen Bayerns die Stromversorgung ausgefallen. Etwa drei Stunden nach Mitternacht habe es erste Stromausfälle in Unterfranken gegeben, teilte die Bayernwerk AG am Montagmorgen in Regensburg mit. Gegen 5.00 Uhr weiteten sich die Stromausfälle auf Oberfranken aus, in den Morgenstunden auf die Oberpfalz und Oberbayern. Rund 50.000 Haushalte seien ohne Strom. "Ursache für die Ausfälle sind meistens Bäume oder Äste, die Stromleitungen berühren oder beschädigen", erklärte ein Sprecher.

Die ersten Kunden in Oberfranken würden über sogenannte Schaltmaßnahmen wieder versorgt. Techniker seien in allen Regionen des Bayernwerk-Netzgebiets im Einsatz oder in Bereitschaft.

+++ 10.02.2020: Hunderte Flugausfälle wegen Orkan "Sabine" +++

Orkantief "Sabine" hat zu Hunderten Flugausfällen in Deutschland geführt. Am größten deutschen Airport in Frankfurt am Main lief der Flugbetrieb am Morgen normal an: Es gebe bislang keine massiven Verspätungen wegen des Sturms, sagte ein Sprecher. Einige Airlines hatten im Vorfeld vorsorglich Flüge abgesagt. Wegen des Sturms waren am Vortag 190 Starts und Landungen in Frankfurt gestrichen worden.

Größer dagegen die Auswirkungen in München: 420 von normalerweise mehr als 1000 Flügen wurden annulliert, wie ein Sprecher sagte. Vor allem die Lufthansa, der größte Kunde des Flughafens München, hatte alle Kontinentalflüge bis 13.00 Uhr und alle Interkontinentalflüge bis 14.00 Uhr an Deutschlands zweitgrößtem Airport ausgesetzt.

Auch an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen fielen wegen des Orkantiefs am Morgen zahlreiche Flüge aus. Vor allem die Entscheidung von Eurowings, während des Sturms fast alle Flüge zu streichen, führte an den beiden großen NRW-Flughäfen in Düsseldorf und Köln zu rund 150 gestrichenen Starts und Landungen.

Dutzende Flüge wurden auch in Stuttgart annulliert. Nach Angaben einer Sprecherin wurden bis zum Montagmorgen mindestens 35 Starts abgesagt. Mit Einschränkungen rechnete der Flughafen bis in den Nachmittag hinein.

Die Auswirkungen von "Sabine" werden am Hamburger Flughafen auch am Montag weiter spürbar sein. Zwar starten und landen Maschinen, aber 42 Ankünfte und 47 Abflüge wurden gestrichen, wie eine Sprecherin sagte. Normalerweise gebe es 200 Starts und Landungen an einem Tag.

+++ 10.02.2020: Orkanböen mit mehr als 170 Stundenkilometern gemessen +++

Orkantief "Sabine" hat es auf dem Feldberg im Schwarzwald mit Böen von mehr als 170 Stundenkilometern stürmen lassen. Um 7.00 Uhr am Montagmorgen seien dort 177 Stundenkilometer registriert worden, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Auch auf dem Brocken im Harz stürmte es heftig: Dort gab es um 4.00 Uhr Böen mit 171 Stundenkilometern. Bei Stürmen wie "Sabine" werden meist auf den Bergen die Spitzengeschwindigkeiten gemessen.

Das Orkantief soll noch stundenlang weiter stürmen: Die stärksten Böen und teils auch Starkregen erwarten die Meteorologen jetzt für den Süden. Für die komplette Südhälfte Deutschlands gilt laut DWD die zweithöchste Unwetterwarnstufe, für einige Regionen in Baden-Württemberg und Bayern die höchste.

+++ 10.02.2020: Menschen im Lift in Panik - Feuerwehr muss im Orkan auf Hochhausdach +++

Bei Windböen mit Orkanstärke mussten Feuerwehrleute in Mönchengladbach für einen Einsatz auf das Dach eines Hochhauses klettern - und wären fast runtergeweht worden. In dem Gebäude blieb in der Sturmnacht ein Aufzug stecken. Die drei eingeschlossenen Personen seien zunehmend in Panik geraten, teilte die Feuerwehr am Montagmorgen mit. Um sie zu befreien, hätten Einsatzkräfte über das Dach in den Maschinenraum gemusst - doch das sei bei den Windgeschwindigkeiten extrem gefährlich gewesen. Die Feuerwehrleute hätten sich festbinden müssen, um nicht vom Dach geweht zu werden. Schließlich konnten sie die Personen aber aus dem Fahrstuhl befreien.

+++ 10.02.2020: Zahlreiche Flüge in Düsseldorf und Köln gestrichen +++

An den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen fallen wegen des Orkantiefs "Sabine" am Montagmorgen zahlreiche Flüge aus. Am größten Airport des Landes in Düsseldorf wurden Verbindungen nach Berlin, München oder Wien annulliert. In zahlreichen anderen Maschinen etwa nach Lissabon, Amsterdam oder Fuerteventura startete das Boarding nach Angaben des Flughafens aber pünktlich.

Ähnlich die Situation in Köln: Während Maschinen nach Leipzig, Mailand oder Hamburg ausfielen, wurden Passagiere für Flüge nach London, Barcelona oder Manchester wie geplant abgefertigt. Vor allem die Entscheidung von Eurowings, während des Sturms fast alle Flüge zu streichen, führte an den beiden großen NRW-Flughäfen zu rund 150 gestrichenen Starts und Landungen.

+++ 10.02.2020: Dutzende Flüge am Airport in Stuttgart annulliert +++

Wegen des Orkantiefs "Sabine" sind Dutzende Flüge am Stuttgarter Flughafen annulliert worden. Nach Angaben einer Sprecherin wurden bis zum Montagmorgen mindestens 35 Starts abgesagt. Angaben zu gestrichenen oder verspäteten Landungen lagen zunächst nicht vor. Mit Einschränkungen rechnet der Flughafen aber bis in den Nachmittag hinein. Wenn die Maschinen nicht in Stuttgart ankämen, fehlten sie für die geplanten Weiterflüge, erklärte die Sprecherin.

Die Airline Eurowings strich fast alle Flüge für die Dauer des Sturmtiefs - auch davon war Stuttgart stark betroffen. Fluggäste sollten nicht mehr zu den betroffenen Flughäfen anreisen, warnte das Unternehmen. Sie könnten ihre Buchungen kostenfrei umbuchen.

+++ 10.02.2020: Skibetrieb am Feldberg steht wegen Orkantief "Sabine" still +++

Wegen des Orkans "Sabine" stehen die Lifte am Feldberg im Schwarzwald still. "Am Montag werden aufgrund des Sturmtiefs alle Lifte geschlossen bleiben", twitterte der Liftverbund Feldberg. "Wir bitten die Warnungen und Empfehlungen des Deutschen Wetterdienstes zu beachten." Bislang ist nach Angaben der Betreiber nicht absehbar, wann der Skibetrieb wieder starten kann.

Für den Schwarzwald gilt in einigen Regionen die höchste der insgesamt vier Warnstufen. Örtlich wird vor Starkregen mit 20 bis 40 Litern pro Quadratmeter gewarnt.

Den Höhepunkt des Orkantiefs erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) bis 6.00 Uhr, gegen 7.00 Uhr dürfte "Sabine" auch den Großraum Stuttgart erreichen. Im Laufe des Montagvormittags ziehe der Orkan über den Südosten des Landes, teilte der DWD weiter mit.

+++ 10.02.2020: Meteorologe: Orkan flaut im Norden ab - im Süden "kommt noch alles" +++

Orkantief "Sabine" hat weite Teile Deutschlands überquert - im Süden steht der schwere Sturm jetzt unmittelbar vor der Tür. Im Norden flaute der Sturm bereits wieder ab: "Die Kaltfront zieht sich aktuell vom Saarland über Südhessen nach Thüringen und Berlin", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach am frühen Montagmorgen. Dort gebe es schwere bis orkanartige Böen.

Im Südosten Deutschlands "kommt noch alles", das Unwetter werde hier in der ersten Tageshälfte erwartet. In ganz Süddeutschland sind in tiefen Lagen einzelne Orkanböen (um 120 km/h) möglich, auf den Bergen teils die volle Orkanstärke (über 140 km/h). Im Süden müssen die Menschen gebietsweise mit Starkregen rechnen, zudem kann es in der Mitte und im Süden der Republik am Morgen kräftig gewittern. Das stürmische Wetter soll den Meteorologen zufolge in ganz Deutschland bis Dienstagabend anhalten.

"Sabine" ist laut DWD ein Winterorkan, wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. So stark wie "Kyrill" (2007) oder "Lothar" (1999) werde "Sabine" nicht, hieß es im Vorfeld.

+++ 10.02.2020: Sturm "Sabine": Kranausleger knickt um und fällt auf Frankfurter Dom +++

Sturm "Sabine" hat in Frankfurt am Main den Ausleger eines Baukrans umgeknickt und zum Teil durch das Dach des Frankfurter Doms gedrückt. Das Dach sei beschädigt, hieß es von der Polizei. Verletzt wurde niemand. Wie hoch der Schaden ist, konnte in der Nacht noch nicht gesagt werden. Die herbeigerufene Feuerwehr stellte fest, dass der Ausleger keine Gefahr darstellt, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Eine Fachfirma solle den Kran am Montag zurückbauen und den Ausleger entfernen, hieß es.

+++ 10.02.2020: Sturmtief "Sabine": Baum verletzt zwei Menschen in Saarbrücken schwer +++

In Saarbrücken sind zwei Menschen durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt worden, einer davon schwebt in Lebensgefahr. Die Fußgänger waren am späten Sonntagabend auf einem Parkplatz des Klinikums Saarbrücken (Winterberg) unterwegs, wie die Polizei mitteilte. Weitere Details nannte sie zunächst nicht. Zuvor hatte die "Saarbrücker Zeitung" berichtet. Im Saarland ist das Wetter seit Sonntagabend stürmisch. Der Höhepunkt von Sturmtief "Sabine" wurde in der zweiten Hälfte der Nacht zum Montag erwartet.

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