In Deutschland erkranken immer mehr Menschen an Covid-19. Dennoch fragen sich viele Menschen: Wann werden die Corona-Maßnahmen wieder gelockert? Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise lesen Sie in unserem Schlagzeilen-Ticker.

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28.01.2020, 17.27 Uhr

Coronavirus-Epidemie aktuell: Erster Coronavirus-Fall in Deutschland! Mann arbeitete trotz Infizierung weiter

Das Coronavirus hat sich bislang vor allem in China ausgebreitet. Dort gibt es schon jetzt Dutzende Todesopfer und Tausende Infizierte. Auch in Europa sind bestätigte Erkrankungen bekannt - nun gibt es einen bestätigten Fall in Deutschland und einen weiteren Verdachtsfall. 

Erster Coronavirus-Fall in Deutschland wird im Schwabinger Klinikum behandelt. Der damalige Klinikleiter Götz Brodermann bei einem Pressetermin 2014 auf der Sonderisolierstation im Klinikum Schwabing mit Schutzanzug Bild: picture alliance/Sven Hoppe/dpa

In Deutschland ist erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg in Bayern habe sich infiziert, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München mit. Der erste bestätigte Coronavirus-Patient hat sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt.

Die Frau aus China sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen. Die Frau habe vor ihrer Reise nach Deutschland Besuch von ihren Eltern gehabt, die aus der besonders betroffenen Region Wuhan stammen. Sie sei am 23. Januar wieder zurückgeflogen und habe sich auf dem Heimweg krank gefühlt.

Coronavirus-Fall: Behörden überprüfen 40 Kontaktpersonen

Der Mann habe sich am Wochenende infiziert, sei aber am Montag zur Arbeit erschienen, wurde in einer Pressekonferenz erklärt. Er liegt derzeit auf der Isolierstation im Münchner Klinikum Schwabing in einem Zimmer mit Schleuse. Bisher gebe es in der Firma allerdings noch keine andere Person mit Symptomen. Bei dem Mann handelt es sich um einen 33-Jährigen. "Es geht im recht gut, gestern Vormittag hat er noch gearbeitet", sagte der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.

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Nach dem ersten bestätigten Fall überprüfen die bayerischen Behörden 40 Kontaktpersonen in der Firma und der Familie. Auch ein Kindergarten sei dabei. Der Patient habe Kinder in dem Kindergarten. "Natürlich denken wir an Kinder und auch an die Kindergärten", sagte Zapf.Die Ansteckung habe "in einem Intervall, in dem die Chinesin noch symptomfrei war" stattgefunden, erklärte er weiter.

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Update 28.01.2020: Coronavirus in Deutschland angekommen

Der Patient befindet sich nach Angaben der "Task Force Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) klinisch in einem guten Zustand, wie es in der Mitteilung hieß. "Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert." Menschen, die engen Kontakt mit dem Patienten hatten, würden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert.

Das bayerische Gesundheitsministerium und das LGL wollen die Öffentlichkeit am Dienstagvormittag bei einer Pressekonferenz informieren. Der Ministeriumssprecher betonte: "Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der "Task Force Infektiologie" des LGL und vom Robert Koch-Institut (RKI) derzeit als gering erachtet." Mittlerweile sind weltweit fast 2800 Infektionen mit dem von China ausgehenden Virus 2019-nCoV bestätigt. Die Zahl der Toten in China stieg auf 80.

Coronavirus in Deutschland angekommen! Erster Patient wird im Klinikum München Schwabing behandelt Bild: picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Update 27.01.2020: Schon 80 Tote: Zahl der Virus-Infizierten in China steigt sprunghaft

Die Zahl der Infizierten in China kann weiter stark steigen, da es rund 5800 Verdachtsfälle gibt, bei denen die Diagnose noch nicht abgeschlossen ist. In Hongkong, Taiwan und Macao gibt es 17 bestätigte Erkrankungen - in anderen Ländern Dutzende mehr. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete, war die große Mehrheit der außerhalb Chinas Erkrankten zuvor in der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan in Zentralchina gewesen, dem Ausgangsort der Epidemie.

In den USA wurden zwei neue Fälle in Kalifornien und Arizona bestätigt, wie die US-Gesundheitsbehörde berichtete. Damit steigt die Zahl in den USA auf fünf. Bei einem der neuen Fälle bestätigte das Gesundheitsamt in Orange County bei Los Angeles, dass die Person zuvor von einer Reise nach Wuhan zurückgekehrt war.

Außerdem gibt es drei Fälle in Frankreich, dem bisher einzigen Land in Europa mit bestätigten Erkrankungen, sowie in Thailand, Japan, Südkorea, Vietnam, Singapur, Malaysia, Nepal und Australien. Kanada zählte einen ersten "vorläufig bestätigten" Fall.

Von den Patienten in China seien 461 schwer erkrankt, berichtete das Staatsfernsehen. Allein in der Elf-Millionen-Metropole Wuhan und der umliegenden Provinz Hubei wurde der Zustand von weiteren 69 Erkrankten als kritisch beschrieben. Das neue Virus stammt nach ersten Untersuchungen vermutlich von einem Markt in Wuhan, wo es möglicherweise von Wildtieren auf den Menschen übergesprungen ist.

Erstversorgung eines Patienten in Wuhan. In der chinesischen Stadt war das Coronavirus zuerst aufgetreten Bild: picture alliance/Uncredited/CHINATOPIX/AP/dpa

Update 26.01.2020: Entwarnung nach Verdachtsfall auf Coronavirus an Berliner Krankenhaus

Ein Verdacht auf eine erste Infektion mit dem neuen Coronavirus in Berlin ist am Sonntag ausgeräumt worden. "Uns lag die Information eines Verdachts des Coronavirus 2019-nCoV der DRK-Kliniken Mitte vor. Der Test zu diesem Verdachtsfall fiel heute negativ aus", teilte eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung am Sonntag mit. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung (online) über den Fall berichtet.

Demnach handelte es sich um eine Frau, die am Samstag nach einer Chinareise mit verdächtigen Symptomen in ein Krankenhaus in Berlin-Wedding gekommen war, wie der Staatssekretär für Gesundheit, Martin Matz, der "Bild" sagte.

Bis Sonntag gab es in Deutschland keinen Fall des neuen Coronavirus, das eine Lungenerkrankung auslösen kann. "Wir empfehlen Menschen in Berlin, falls sie zum Risikokreis gehören, d.h. in dem Risikogebiet (Provinz Hubei, China) gewesen sind oder Kontakt mit Personen aus dem Risikogebiet hatten und Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen, eine Notaufnahme aufzusuchen und sich auf den Coronavirus testen zu lassen", teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung weiter mit.

Update 26.01.2020: Erster Verdachtsfall in Berlin

Ist das Coronavirus jetzt in Deutschland angekommen? Seit Samstag gibt es einen Verdachtsfall in Berlin. Essei eine Frau mit typischen Symptomen auf eine Isolierstation ins DRK Klinikum Mitte in Berlin-Wedding gekommen. Zum aktuellen Stand der Untersuchung sagte Martin Matz (54), Staatssekretär für Gesundheit am Sonntagmittag zu BILD: "Das Entscheidende wissen wir noch nicht". Das Untersuchungsergebnis soll am Sonntag bekannt gegeben werden.

Update 26.01.2020: Entwarnung nach Coronavirus-Test: Mann aus Peine nicht infiziert

Ein vorsorglicher Test auf die neue Lungenkrankheit hat bei einem Mann aus Niedersachsen hat ergeben, dass er sich nicht mit dem Coronavirus angesteckt hat. Der Mann war der "Peiner Allgemeinen Zeitung" zufolge fiebrig und hustend von einer China-Reise zurückgekehrt. Allerdings hatte er sich nicht im Risikogebiet in China aufgehalten, zudem wurden bei ihm Grippeviren festgestellt. Sicherheitshalber wurde dennoch untersucht, ob das neue Coronavirus vorliegt. Der Test fiel allerdings negativ aus, wie das Gesundheitsministerium in Hannover am Wochenende mitteilte.

Update 25.01.2020: Zahl der Infizierten mit Virus in China steigt auf 1.372

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China ist auf 1.372 gestiegen. Das Staatsfernsehen gab die Zahl der Toten am Samstagabend Ortszeit unverändert mit 41 an, davon 39 in der schwer betroffenen Provinz Hubei mit der Metropole Wuhan. Mit diesen neuen Angaben kletterte die Zahl der nachgewiesenen Patienten mit der neuen Lungenkrankheit in China innerhalb eines Tages um mehr als 400. Laut dieser Aufstellung gibt es in Hongkong, Taiwan und Macao zehn weitere Erkrankungen. Weltweit kommen demnach außerdem rund 30 bestätigte Fälle hinzu.

In China gibt es immer mehr Menschen, die mit der Lungenkrankheit infiziert sind. Bild: dpa

Update 25.01.2020: Keine schweren Verläufe der neuen Lungenkrankheit in Frankreich

Die drei in Frankreich mit dem neuen Coronavirus infizierten Patienten sind offenbar nicht schwer erkrankt. Dem Paar, das im Pariser Krankenhaus Bichat wegen der Lungenkrankheit behandelt werde, gehe es gut, erklärten Ärzte am Samstag bei einer Pressekonferenz. Einer von ihnen habe noch etwas Fieber. Der 31-jährige Mann und seine 30 Jahre alte Frau waren demnach am 18. Januar von einem Aufenthalt in Wuhan in Frankreich angekommen.

Auch dem dritten Patienten in Frankreich, der in einer Klinik in Bordeaux behandelt wird, gehe es soweit gut, sagte der Bürgermeister der südwestfranzösischen Stadt, Nicolas Florian, am Samstag. Der 48-jährige Franzose chinesischer Herkunft sei im Weingeschäft tätig und reise zwischen Frankreich und China hin und her, präzisierte der Politiker.

Zwischen 10 und 15 Personen, die mit ihm seit seiner Rückkehr nach Frankreich in Kontakt gewesen seien, habe man identifiziert und informiert, so der Bürgermeister. In Bordeaux wurden aufgrund des Gesundheitsrisikos die Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr an diesem Sonntag abgesagt.

Es handelt sich um die ersten Fälle der aus China stammenden Lungenkrankheit in Europa. Die Regierung werde alles unternehmen, um eine Ausbreitung des Erregers einzudämmen, sagte die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn. Sie appellierte an alle Reisenden aus China, auf Lungenprobleme und Fieber zu achten. Bei solchen Beschwerden sollten sie keinesfalls einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen, sondern den Notdienst kontaktieren. Dieser würde sie abholen und in ein Krankenhaus bringen.

In Australien wurden bis Samstag vier Fälle bestätigt. Drei Männer im Alter zwischen 35 und 53 Jahren waren kürzlich aus Wuhan nach Sydney zurückgekehrt, wie die Gesundheitsbehörden des Staates New South Wales mitteilten. Vorher war das Virus bei einem Mann in Melbourne nachgewiesen worden. Infektionen wurden bislang auch aus den USA, Japan, Südkorea, Thailand, Vietnam, Singapur und Taiwan gemeldet.

Coronavirus in China: Über 500 Menschen mit Lungenkrankheit infiziert

Die chinesische Regierung hat Wuhan praktisch abgeriegelt. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, sollten ab Donnerstagmorgen Flüge, Zügen, Fähren und Fernbusse gestoppt werden. Bewohner Wuhans dürfen die zentralchinesische Stadt demnach nur noch unter Angabe besonderer Gründe verlassen.

Es wird vermutet, dass die Quelle des Coronavirus ein Wildtier auf einem Fischmarkt in Wuhan war. Es wurde nach Expertenmeinung zunächst vom Tier zum Menschen übertragen, bevor das Virus sich an seinen neuen Wirt anpasste und es zu Übertragungen zwischen Menschen kam. Mit der Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Ausbreitung der Viruskrankheit. Bei der größten jährlichen Reisewelle des Landes sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs.

Grippesymptome deuten auf Coronavirus

Weil immer mehr Menschen mit Grippe-Symptomen auf das neue Virus getestet werden, nimmt die Zahl der bestätigten Fälle weiter zu. Bis Donnerstag wurde das Virus bei 571 Menschen nachgewiesen, wie die chinesische Gesundheitsbehörde berichtete. Darunter sind demnach 95 schwere Fälle, die alle in der Provinz Hubei mit der besonders schwer betroffenen Metropole Wuhan liegen.

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Angst vor Pandemie! Verbreitet sich die tödliche Lungenkrankheit weltweit?

Zudem wurden die Menschen aufgefordert, nur noch mit Schutzmasken in die Öffentlichkeit zu gehen. Wer in Hotels, Restaurants, Einkaufszentren oder Parks keine Maske trage, werde bestraft, berichtete die Zeitung "China Daily". Wuhan ist von der Krankheit besonders schwer betroffen. Das Virus hat sich aber mittlerweile in großen Teilen Chinas und auch über die Landesgrenzen hinaus verbreitet. Die Krankheit war bereits in Japan, Südkorea, Taiwan, Thailand und den USA nachgewiesen worden.

Angst vor Pandemie wächst! Nach dem Coronavirus-Ausbruch in China werden auch in Deutschland Mundschutzmasken knapp Bild: picture alliance/Wang Quanchao/XinHua/dpa

"Keine gesundheitliche Notlage!" WHO gibt Entwarnung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief trotz der rasanten Zunahme von nachgewiesenen Infektionen mit dem neuen Virus vorerst keine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aus. Der Notfallausschuss, der die WHO berät, sah dafür am Mittwoch keinen Anlass, wollte aber am Donnerstag erneut tagen. Der Notfall-Ausschuss empfahl, den Informationsaustausch unter den Staaten weiter zu verbessern, wie der Vorsitzende Didier Houssin sagte. Allerdings seien sich die Mitglieder des Notfallausschusses in der Beurteilung der Situation nicht einig gewesen.

Mit einer offiziellen "Notlage" wären weitere konkrete Empfehlungen an Staaten verbunden gewesen, um die Ausbreitung über Grenzen hinweg möglichst einzudämmen. Zu solchen Empfehlungen kann beispielsweise gehören, dass Reisende auf Krankheitssymptome geprüft werden, und dass medizinisches Personal besser geschützt wird.

Kein Coronavirus in Europa! "Sehr geringes Gesundheitsrisiko" in Deutschland

In Europa wurden am Freitag zwei Fälle der Lungenkrankheit bestätigt. Dennoch bestehefür die Menschen in Deutschland nach Einschätzung der Bundesregierung aktuell ein "sehr geringes" Gesundheitsrisiko. Es gebe keinen Grund, jetzt in Alarmismus zu verfallen, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Die EU-Präventionsbehörde ECDC sprach von einem moderaten Risiko, dass der Erreger in die Europäische Union eingeschleppt werde. Noch sei unklar, wie schwerwiegend und wie tödlich die Krankheit sei, meinte ECDC-Direktorin Andrea Ammon.

Das neue Virus gehört zur selben Art wie das, das 2002/2003 die Sars-Pandemie ausgelöst hat. Damals kamen etwa 800 Menschen dadurch ums Leben. Das neue Virus soll nach derzeitigem Stand eine harmlosere Variante sein. Sars-Viren gehören zu den Coronaviren, die oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen verursachen. Allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Mers dazu. Eine Pandemie ist eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer Infektionskrankheit.

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bua/bos/news.de/dpa

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