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10.01.2020, 20.00 Uhr

Royals: Prinz Harry und Herzogin Meghan: Macht er, was sie will?

Nach all den angeblichen Reibereien wollen Prinz Harry und Herzogin Meghan ihre royalen Pflichten niederlegen. Ist sie schuld am "Megxit"?

Herzogin Meghan und Prinz Harry möchten sich zurückziehen Bild: imago images/i Images/spot on news

Die Briten sind gelassen - und Kummer gewohnt. Sie federn beispielsweise die ewige Leier vom Brexit seit fast vier Jahren mit viel Routine und noch mehr Teepausen cool ab. Es geht ja nur um die Zukunft des Landes und Europas. Doch nun erschüttert der "Megxit" die Insel. Und diesmal sind die Briten wirklich entsetzt und fassungslos.

Es geht um die Zukunft von Prinz Harry (35) und Herzogin Meghan (38) oder ­- gewissermaßen - um die Zukunft der angelsächsischen Monarchie. Und das haut die Engländer um. Vor allem, weil die Regie des "Megxits", wie der Name schon sagt, der gebürtigen US-Amerikanerin Meghan zugesprochen wird. Und weil das Staatsoberhaupt, die weise Königin Elizabeth II. (93), nun auch nicht mehr über ihren Enkel und dessen Gemahlin "amused" ist.

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Seit rund zwei Tagen dräut der "Megxit" über dem Vereinten Königreich. Da hatten Harry - Nummer sechs in der britischen Thronfolge - und Meghan via Instagram düster ihren Rückzug angekündigt: "Wir beabsichtigen, als hochrangige Mitglieder der königlichen Familie zurückzutreten und daran zu arbeiten, finanziell unabhängig zu werden, während wir Ihre Majestät, die Königin, weiterhin uneingeschränkt unterstützen. Mit Ihrer Ermutigung, insbesondere in den letzten Jahren, fühlen wir uns bereit, diese Anpassung vorzunehmen."

Das Paar plane, seine "Zeit zwischen Großbritannien und Nordamerika zu verbringen. Unsere Pflicht gegenüber der Königin, dem Commonwealth und unseren Schirmherrenschaften werden wir weiterhin erfüllen." Shocking!

Ein bisschen Unabhängigkeit

Nun ist es ja per se gar nicht mal so schlimm, wenn ein junger Familienvater und seine Frau erklären, demnächst finanziell unabhängig sein zu wollen. Das haben selbst in der britischen upper class viele tausend Paare geschafft. Doch wenn man das Statement von Meghan und Harry genau liest, bleibt inhaltlich nur noch eine reine Absichtserklärung übrig. Die Übersetzung könnte so lauten: Man wolle zwischen Nordamerika (sprich Kanada) und England pendeln, zunächst zu den alten Konditionen, alles Weitere werde man sehen...

Soll heißen: Harry und Meghan behalten selbstredend ihre Titel Herzog und Herzogin von Sussex. Bis das Unternehmen "finanzielle Unabhängigkeit" reibungslos funktioniert, bekommen Herr und Frau Mountbatten-Windsor, so der offizielle Familienname, nach dem Sovereign Grant Act eine Apanage von etwa zwei Millionen Euro jährlich von der britischen Regierung gezahlt.

Außerdem ist Harry kein armer Mann. Seine Mutter Diana (1961 - 1997) hat ihm Millionen vererbt und für ihn und seinen Bruder William (37) zirka 12,5 Millionen Euro auf einem Trust-Fonds angelegt. Außerdem bezieht er weiteres Einkommen aus dem Herzogtum Cornwall, das von seinem Vater Prinz Charles (71) verwaltet wird. Es geht auch bei diesem Posten um Millionen, wie es auf Charles' Homepage erläutert wird: "Das Herzogtum erwirtschaftet ein jährliches Einkommen von 21 Millionen Pfund, das der Prinz benutzt, um sich selbst, seine Kinder und deren Familien zu unterstützen."

Angesichts des materiellen Überflusses des Herzogspaars schreibt das Londoner Boulevardblatt "Sun" von einer "Kriegserklärung an die Königsfamilie". Die betagte Queen sei "am Boden zerstört", so der "Daily Telegraph", und die "Times" urteilte, dass die Entscheidung "alle Zeichen des Egoismus und der Impulsivität, für die Prinz Harry heute traurigerweise bekannt ist", in sich trage.

Euphorie und Kritik

Schon vor Monaten hatte sich das Paar mit den Medien angelegt und mehr Respekt eingefordert. "Jedes Mal, wenn ich eine Kamera klicken höre, muss ich an meine Mutter denken", beklagte sich Harry und spielte dabei auf Prinzessin Diana an, deren Ehe mit Prinz Charles gescheitert war. Harry glaubt, dass Meghan von den britischen Medien zu kritisch und zu negativ dargestellt werde. Das kann man so sehen, doch eigentlich haben die Medien erst auf verstörende Verhaltensweisen der Herzogin von Sussex reagiert. Zuvor wurde Meghan wie ein Star begrüßt und umhimmelt.

Die anfängliche Stimmung beschrieb "spiegel.de" ähnlich euphorisch wie die britischen Blätter: "Im Herbst 2017 hatte die Ankündigung, Harry werde die amerikanische Schauspielerin Meghan Markle heiraten, wie ein Komet in die dümpelnde Royal-Berichterstattung eingeschlagen. [...] Eine Ergänzung wie Meghan im konformistischen britischen Königshaus versprach Chancen für die Monarchie. Mit ihr konnten die Windsors eine neue Identifikationsfigur bieten. Wenn es eine nützliche Rolle für eine moderne Monarchie geben kann, dann als positive Projektionsfläche, als integrative Kraft. Dafür taugte Meghan - eigenständig, ethnisch divers, Feministin - auf ideale Weise."

Es kam anders. Meghan behandele ihr Personal von oben herab und habe eine Kündigungswelle im Palast ausgelöst, war da zu lesen. Meghan habe angeblich einen Zickenkrieg mit ihrer Schwägerin Herzogin Kate (38) angefangen. Meghan wollte ihren neugeborenen Sohn offenbar nicht der Öffentlichkeit präsentieren und ihn überdies auf den Allerweltsnamen Archie taufen lassen. Meghan musste unbedingt aus dem frisch renovierten Kensington Palast ins Frogmore Cottage in Windsor umziehen, hieß es. Und Meghan wollte Weihnachten anscheinend nicht bei der königlichen Familie verbringen, sondern lieber bei ihrer Mutter in Nordamerika.

Und nun Kanada. Meghan und Archie sind schon dort, Harry muss in London noch das Geschäftliche mit der Queen, seinem Vater und Regierungsvertretern regeln.

Was sie will...

"What Meghan wants, Meghan gets", soll der Prinz einmal gesagt haben. Was Meghan will, bekommt sie auch. Das ist zum eingängigen Slogan geworden. Der RTL-Adelsexperte Michael Begasse Verhalten glaubt im Gespräch mit "Bild": "Sie ist mit Prinz Harry absolut auf Augenhöhe, will nicht nur dessen Schatten sein, sondern sagt, was sie will - und was nicht!" Harry erfülle ihre Wünsche, nicht weil er ein Waschlappen geworden sei, sondern weil er die Mutter seines Kindes abgöttisch liebe.

Michael Cole (76), der ehemalige Royal Watcher der "BBC", meint im Gespräch mit dem "Spiegel": "Bei diesem Paar weiß man nie. Ihre aktuellen Formulierungen sind doch sehr nebulös, um es milde auszudrücken. Es sieht so aus, als wollten sie nach Kanada ziehen und unser Land erst einmal verlassen. In diesem Fall werden sich die Menschen in Großbritannien fragen, warum wir eigentlich so viel Geld zum Beispiel für die Sanierung von Frogmore Cottage in Windsor ausgeben mussten, das neue Zuhause der jungen Familie."

Cole sieht nicht, dass die englische Öffentlichkeit Harrys Frau schlecht behandelt hat. "Ich finde sogar, die britische Presse hat sie sehr fair behandelt. Man konnte täglich sehen, dass die Zeitungen in ihren Kommentaren deutlich zurückhaltender waren als in früheren Zeiten. Sie waren nicht so kritisch und direkt wie in der Zeit von Diana."

Harry und Meghan "waren Lieblinge dieses Landes und der ganzen Welt. Ich wundere mich wirklich, worüber sie sich eigentlich zu beschweren hatten. Ich hätte außerdem gedacht, dass Meghan Markle als Hollywoodstar längst eigene Strategien entwickelt hatte, wie man mit den Medien umgeht. Aber sie fand es offenbar von Anfang an schwierig, Teil der royalen Familie zu sein." 

Der deutsche Adelsexperte Alexander Graf von Schönburg, ein Bruder von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, sieht die Zukunft von Harry und Meghan in der "Bild" so: "Sie sind, was man in Amerika ein Mega-Couple, ein Mega-Paar, nennt, so wie JFK und Jackie O. oder Liz Taylor und Richard Burton. Alle werden sich um sie reißen. Würde Meghan demnächst eine Rolle in einem Hollywood-Film oder einer Netflix-Serie annehmen, wäre sie aus dem Stand heraus die bestbezahlte Schauspielerin der Welt. All das verdanken sie der öffentlichen Aufmerksamkeit, über die sie sich so bitter beklagen."

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