16.12.2019, 08.52 Uhr

Unwetter im Dezember 2019: Mehrere Tote! Wetter-Horror in Frankreich noch nicht ausgestanden

Tief Toni fegt nicht nur über Deutschland. Auch anderen Ländern in Europa droht Ungemach. In einigen Regionen haben die Wetterdienste bereits Unwetterwarnungen herausgegeben. Besonders schlimm soll es ein land am Mittelmeer treffen.

Einigen Regionen in Südeuropa drohen verheerende Unwetter. Bild: AdobeStock / Sabphoto

Während Sturmtief Siro an den vergangenen Tagen für extremes Winterwetter in Nordeuropa sorgte, hat nun Tief Toni die Macht in Mittel- und Südeuropa übernommen - mit fatalen Folgen für einige Regionen.

Südfrankreich im Ausnahmezustand - Unwettergefahr besteht weiterhin

Nach den schweren Sturmböen und Überschwemmungen im Südwesten Frankreichs ist die Zahl der Todesopfer auf drei gestiegen. Ein seit Freitag vermisster Mann wurde am Sonntag in seinem Wagen in der Gemeinde Onard im Département Landes tot aufgefunden, teilte die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung des zuständigen Staatsanwalts mit. Wie dieser erklärte, steht der Tod des Mannes im Zusammenhang mit den Unwettern. Für Montag soll wegen des Hochwassers der Flüsse Garonne, Adour und Midouze noch für vier Departements die zweithöchste Unwetter-Warnstufe gelten.

In Espiens im Département Lot-et-Garonne wurde ein Rentner von den Wassermassen eines Baches mitgerissen, als er seinen Briefkasten leeren wollte. Die Leiche wurde am Samstag, 24 Stunden nach seinem Verschwinden, rund einen Kilometer von seiner Wohnung entfernt gefunden.

Im französischen Baskenland verunglückte ein 70-Jähriger, als er am Freitag mit seinem Auto gegen einen auf die Landstraße gestürzten Baum fuhr. Insgesamt erlitten fünf Menschen durch umstürzende Bäume Verletzungen. Rund 12 500 Haushalte waren noch am Sonntag ohne Strom.

An manchen Messstationen wurden neue Höchstwerte erreicht. So wurden in der Gemeinde Puycelsi im Département Tarn Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Kilometern pro Stunde gemessen. Der bisherige Spitzenwert seit Beginn der Aufzeichnungen lag bei 123 Kilometern pro Stunde und war mit Sturm «Klaus» im Januar 2009 aufgestellt worden.

In der Gemeinde Millau im Département Aveyron in der Region Okzitanien wurden mit 142 Kilometern pro Stunde dem Wetterdienst zufolge die stärksten Böen seit 20 Jahren verzeichnet.

Unwetter im Dezember in Südeuropa: Erhöhte Lawinengefahr in den Alpen

Die Gefahrenstufen auf der Europakarte hatten sich neu verteilt. Im Gegensatz zum Wochenanfang gab es nun hauptsächlich für Frankreich, Süddeutschland und Länder am Mittelmeer eine aktuelle Unwetterwarnung.

Wie "meteoalarm.eu" meldete, herrscht über fast ganz Frankreich Warnstufe Gelb. Meteorologen warnen an der Nord- und Westküste des Landes vor starkem Seegang mit hohen Wellen. Schuld daran hat starker Wind, der über ganz Frankreich fegt. In einigen Regionen in West- und Südfrankreich warnt der Wetterdienst vor starken Regenfällen und sogar Hochwasser. Im Grenzgebiet zu Spanien steigt die Gefahr von Unwettern sogar noch an. Dort gilt bereits die Alarmstufe Orange. In den französischen Alpen müsse mit Schnee und Eis sowie einer erhöhten Gefahr von Lawinen gerechnet werden.

Stromausfälle! Starke Windböen legen Frankreichs Südwesten lahm

Heftige Sturmböen haben den Südwesten Frankreichs und die Mittelmeerinsel Korsika getroffen. In der Gemeinde Ilharre im Département Pyrénées-Atlantiques kam Medienberichten zufolge ein Mann ums Leben. Der Mann sei mit seinem Auto gegen einen auf die Straße gestürzten Baum gefahren, berichtete der Nachrichtensender Franceinfo. Insgesamt fünf Menschen erlitten demnach Verletzungen, als in den Départements Lot-et-Garonne und Landes mehrere Bäume auf Fahrzeuge gestürzt waren. Auch am Samstag wurde mit starken Windböen gerechnet.

Der Wind erreichte am Freitag eine Geschwindigkeit von bis zu 142 Kilometern pro Stunde, wie der französische Wetterdienst Météo-France auf Twitter mitteilte. Auf Korsika wurden bis zu 175 Kilometer pro Stunde verzeichnet. An manchen Messstationen waren demnach neue Höchstwerte gemessen worden. Mehrere Départements wurden wegen der Stürme in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. An der Küste im Südwesten des Landes wurde vor Überflutung gewarnt. Aus Sicherheitsgründen wurden in mehreren Gemeinden auch Bewohner evakuiert. Im Département Pyrénées-Atlantiques galt ab Freitagabend wegen Überschwemmungsgefahr die höchste Warnstufe.

Bis Samstag sind in Südfrankreich mindestens zwei Menschen aufgrund des Unwetters ums Leben gekommen. Die Regenfälle sorgten nach Medienberichten unter anderem für Überschwemmungen in mehreren Départements. Am Samstagabend waren weiterhin rund 15.000 Haushalte ohne Stromversorgung. Noch am Vortag war der Strom in fast 70.000 Haushalten ausgefallen. In elf Départements galt weiterhin die zweithöchste Unwetter-Warnstufe.

Alarmstufe Rot! Wetterdienst warnt vor Sturm, Starkregen und Gewitter

Dramatischer sieht die aktuelle Wetterlage jedoch in Italien aus. Dort ist der komplette Westen des Stiefels wie die Toskana sowie Sardinien und Sizilien auf der Unwetterkarte rot eingefärbt. Dort gilt extreme Sturmwarnung. Zusätzlich warnt der Wetterdienst vor starken Gewittern und Starkregen. Bewohner und Touristen sollten ihre Aktivitäten im Freien unbedingt unterbrechen.Wie das Wetter in Deutschland an den kommenden Tagen wird, lesen Sie hier.

Lesen Sie auch:Gewitter, Tornado und Co.: Bei DIESEN Warnstufen sollten Sie im Haus bleiben!

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bua/fka/news.de/dpa

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