15.11.2019, 07.52 Uhr

Hochwasser in Venedig: Notstand ausgerufen! Rekord-Flut steigt weiter

Venedig ist in dieser Woche vom schwersten Hochwasser seit Jahrzehnten heimgesucht worden. Am Dienstagabend erreichte der Wasserpegel den höchsten Stand seit 1966. Weite Teile der Stadt stehen unter Wasser. Die Schäden an der Bausubstanz sind noch gar nicht abzusehen.

Der Eingangsbereich zum Markusdom ist durch das Rekord-Hochwasser in Venedig überflutet. Bild: Luca Bruno / AP / picture alliance / dpa

Venedig ist von einem Rekord-Hochwasser heimgesucht worden. Bürgermeister Luigi Brugnaro sprach von einer "Katastrophe"und mobilisierte am späten Dienstagabend alle Einsatzkräfte. Er machte den Klimawandel für die immer häufiger werdenden Überschwemmungen verantwortlich. "Wir rufen die Regierung auf, uns zu helfen, die Kosten werden hoch sein." Mittlerweile wurde der Notstand ausgerufen.

Hochwasser in Venedig 2019 - Aktuelle Informationen im News-Ticker

+++ 15.11.2019: Noch keine Hochwasser-Entwarnung für Venedig +++

Venedig muss sich auf weitere Wassermassen gefasst machen. Am späten Freitagmorgen (11.20 Uhr MEZ) wird mit einem Pegelhöchststand von 145 Zentimetern über dem normalen Meeresspiegel gerechnet, wie die Kommune Venedig am späten Donnerstagabend twitterte. Die Schulen sollen geschlossen bleiben, der Dogenpalast schließt ebenfalls. In der Nacht zu Mittwoch hatte das Wasser allerdings noch deutlich höher gestanden - es war ein Rekordwert von 187 Zentimetern registriert worden. Am Donnerstagvormittag war der Pegel dann auf 113 Zentimeter gesunken.

+++ 14.11.2019: Notstand ausgerufen für Venedig wegen Hochwassers +++

Die italienische Regierung hat nach den verheerenden Überschwemmungen in Venedig den Notstand für die Lagunenstadt beschlossen. Damit würden 20 Millionen Euro an Soforthilfen für die Stadt und die Bevölkerung freigegeben, schrieb Ministerpräsident Giuseppe Conte nach einer Kabinettssitzung am Donnerstagabend auf Twitter. "An die Arbeit für den Plan zur Entschädigung von Privat- und Geschäftsleuten", schrieb Conte.

+++ 14.11.2019: Hochwasser in Venedig: Hoteliers klagen über enorme Schäden +++

Nach dem verheerenden Hochwasser in Venedig stornieren auch Touristen ihre Reisen in die Lagunenstadt. Es habe viele Absagen von Urlaubern gegeben, sagte Laura Ferretto vom Hotelverband Federalberghi Veneto der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. "Die Schäden sind enorm." Viele Hoteliers seien wütend über die Untätigkeit der Politiker, etwas für den Schutz der Stadt zu tun. "Es gab so viele Versprechen und nichts wurde getan", sagte sie mit Bezug auf das umstrittene Flutschutzprojekt "Mose", das seit Jahren geplant aber immer noch nicht fertig ist.

Auch der Tourismusverband der Region klagte über die schweren Schäden. "Hier ist die ganze Küste untergegangen", erklärte der Regionalpräsident des Verbandes Confturismo und Federalberghi Veneto, Marco Michielli. "Die Schäden sind derzeit nicht zu beziffern, die Touristenunterkünfte stehen vor Tausenden Problemen, während die Strandbäder dem Erdboden gleichgemacht wurden."

+++ 13.11.2019: Zwei Tote in Venedig - Bürgermeister kündigt Notstand an +++

Bei dem schweren Hochwasser in Venedig sind nach Medienberichten womöglich mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Auf der südlich der Stadt gelegenen Insel Pellestrina sei ein 78-jähriger Mann am späten Dienstagabend von einem elektrischen Schlag getroffen worden, als er versuchte, die Entwässerungspumpe in seinem überfluteten Haus wieder in Gang zu setzen, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. Ein weiterer Bewohner der Insel sei tot in seinem Haus gefunden worden. Eine natürliche Todesursache werde in dem Fall nicht ausgeschlossen.

Bürgermeister Luigi Brugnaro hatte Dienstagabend angekündigt, er werde am Mittwoch den Notstand ausrufen. Um kurz vor Mitternacht war das Wasser - angetrieben durch starken Wind - auf 187 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel gestiegen. Das sei der höchste Wert seit der verheerenden Überschwemmung im Jahr 1966, als 194 Zentimeter erreicht wurden, teilte die Gemeinde mit. Danach sank der Wasserstand wieder, bis Mittwoch 10.30 Uhr sollte er wieder auf 160 Zentimeter steigen.

Der Markusplatz in der Unesco-Welterbestadt war vollkommen überflutet, in den Dom drang Wasser ein. Gondeln und Boote wurden aus ihren Vertäuungen gerissen und trieben durch die Kanäle. Drei "Vaporetti", wie die Motorschiffe im öffentlichen Nahverkehr der Stadt genannt werden, sanken. "Wir haben es mit apokalyptischen Zerstörungen zu tun", sagte der Präsident der Region Venezien Luca Zaia laut Ansa.

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loc/news.de/dpa

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