06.11.2019, 11.00 Uhr

El Niño 2020: Meteorologen in Alarmbereitschaft! Wetterhammer schlägt wieder zu

Wissenschaftler sind sich sicher: Das Wetterphänomen El Niño wird Ende 2020 in der Pazifikregion mit großer Wahrscheinlichkeit wieder auftreten - mit verheerenden Folgen für die ganze Welt.

Wissenschaftler befürchten für 2020 einen El Niño. Bild: AdobeStock / nikonomad

Laut einer Mitteilung der Universität Gießen beruht die Prognose auf einem Algorithmus, mit dem die Lufttemperaturen im Pazifikraum analysiert werden. Damit sei eine Vorhersage deutlich früher möglich. Bereits die beiden vorherigen El-Niño-Ereignisse hätten mit längerem Vorlauf korrekt prognostiziert werden können.

El Niño 2020: Wetter-Monster droht mit Überflutungen, Dürre und Missernten

Das alle paar Jahre in unregelmäßigen Abständen auftretende Wetter-Phänomen wird von wärmeren Wassertemperaturen im tropischen Pazifik ausgelöst. In der Folge verschieben sich aufgrund von veränderten Luft- und Meeresströmungen weltweit Wetterbedingungen. Als wichtigstes Phänomen natürlicher Klima-Schwankungen kann El Niño etwa Überflutungen in Südamerika auslösen, Dürren in Australien und Missernten in Indien.

Verheerende Folgen! Frühzeitige El-Niño-Prognose ermöglicht Hilfe

"Die konventionellen Methoden sind nicht zu einer verlässlichen El-Niño-Prognose mehr als sechs Monate im Voraus in der Lage", sagte der beteiligte Gießener Physiker Armin Bunde. Eine frühere Prognose könne Landwirten in Südamerika, Asien und Australien helfen, sich auf die möglichen Folgen besser vorzubereiten.

Das verwendete Modell erlaube die Vorhersage, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent El Niño im kommenden Jahr erneut auftreten werde, schreiben die Forscher um Josef Ludescher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Beteiligt war auch die israelische Bar-Ilan Universität.

Die Forschergruppe nutzte für ihre Methode, über die sie bereits im Jahr 2013 berichtet hatte, ein Netzwerk aus atmosphärischen Temperaturdaten im tropischen Pazifik. Das Verfahren bestimmt den Wissenschaftlern zufolge, wie die Temperaturen im Kerngebiet von El Niño in Äquatornähe mit denen außerhalb dieser Region verknüpft sind - und gibt Alarm, sobald die Verknüpfungsstärke eine bestimmte Schwelle überschreitet.

Wissenschaftler warnen: Wettermonster El Niño immer häufiger und stärker

"Der Algorithmus ist relativ einfach und kommt ohne die großen globalen Klimamodelle aus", erläuterte Bunde. Lediglich die Temperaturdaten in der Pazifikregion gingen in die Berechnungen ein. Über die Stärke von El Niño können die Wissenschaftler noch keine Aussage treffen: "Wir forschen im Augenblick daran, auch die Stärke vorherzusagen."

Zuletzt warnten Forscher der University of Hawaii, dass sich El Niño durch den Klimawandel verstärken werde.Das zeige eine Untersuchung von 33 El Niño-Erscheinungen in den vergangenen Jahrzehnten (1901 bis 2017). "Seit den 1970er Jahren hat sich der Ursprung von El Niño vom Ostpazifik in den Westpazifik geändert", heißt es in der Studie. Doch damit nicht genug: Auch das Wetterphänomen an sich werde immer stärker. Die Wassertemperaturen steigen immer weiter an. Dadurch werden natürlich auch die Folgen immer stärker.

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bua/fka/news.de/dpa

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