04.11.2019, 10.29 Uhr

Horror-Fund in Grays, England im News-Ticker: 8 Festnahmen nach Leichenfund - Container-Tote stammen aus Vietnam

Der Fund von Dutzenden Leichen in einem Kühllaster sorgte europaweit für Aufsehen. Nach neuesten Erkenntnissen nimmt die Polizei an, dass die Opfer aus Vietnam stammen. Inzwischen wurden acht Verdächtige festgenommen.

Polizisten arbeiten im Waterglade Industrial Park, nachdem 39 Leichen in einem LKW-Container im Industriegebiet gefunden wurden. Bild: Stefan Rousseau / PA Wire / picture alliance / dpa

Es sind Szenen wie aus einem Horrorfilm, die sich in Thurrock in der englischen Grafschaft Essex abgespielt haben: In der Nacht zu Mittwoch wurden in dem Container eines geparkten Lkw im Waterglade Industrial Park 39 Leichen entdeckt. Darüber berichtet unter anderem die britische "Daily Mail".

39 Leichen in Container entdeckt! Lkw-Fahrer (25) festgenommen

Bei den Toten soll es sich um 38 Erwachsene und einen Teenager handeln. Die Polizei machte die schreckliche Entdeckung in den frühen Morgenstunden. Der von den Ermittlern untersuchte Lkw habe eine bulgarische Zulassung und sei auf dem Weg von Wales gewesen. Das Fahrzeug soll bereits am vergangenen Samstag die Grenze nach Großbritannien passiert haben. Nach dem Fund der 39 Leichen habe die Polizei Medienberichten zufolge einen 25 Jahre alten Mann aus Nordirland festgenommen, der der Fahrer des Lkw gewesen sein soll.

Polizei in Essex ermittelt nach Fund von 39 Toten in Container

Die Leichen werden derzeit obduziert. Ob es sich um ins Land geschleuste Migranten handelt, blieb zunächst offen.Aktuell sei die Polizei damit beschäftigt, die Identität der Toten zu klären, was jedoch längere Zeit dauern könne, so Chief Superintendent Andrew Mariner. Gegenstand der Ermittlungen sei außerdem, die genauen Umstände zu klären, die zum Tod der 39 Personen führten.

Fund von 39 Leichen in England - alle Entwicklungen im News-Ticker

+++ 04.11.2019:Leichenfund in Lkw nahe London: Vietnam nimmt acht Verdächtige fest +++

 

Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen nahe London hat die vietnamesische Polizei acht Verdächtige in der Provinz Nghe An festgenommen. Sie sollen nach Ansicht der Behörden Teil eines Schleuserrings sein, der Vietnamesen illegal nach Großbritannien bringt, wie staatliche Medien am Montag berichteten. Bereits in der vergangenen Woche seien zwei Menschen in Verbindung mit dem Fall in der Provinz Ha Tinh festgenommen worden.

In den beiden Provinzen haben Medienberichten zufolge 28 Familien Angehörige als vermisst gemeldet. Die Behörden in Vietnam haben Blutproben von Familienangehörigen einiger Vermisster entnommen, um deren DNA mit der der Toten abzugleichen.

Auf Veranlassung des vietnamesischen Premierministers Nguyen Xuan Phuc reiste ein Vize-Außenminister mit einer Delegation am Sonntag nach Großbritannien. Dort soll der ungenannte Regierungsvertreter die Untersuchungen zu dem Vorfall unterstützen und bei der Identifizierung der Leichen helfen.

Das vietnamesische Außenministerium hatte den Vorfall am Samstag als "ernste menschliche Tragödie" bezeichnet, nachdem die britische Polizei bekanntgegeben hatte, dass alle Opfer vermutlich Vietnamesen sind.

Die Leichen der 31 Männer und 8 Frauen waren am 23. Oktober in einem Kühllaster entdeckt worden. Die britische Polizei ermittelt wegen Totschlags in 39 Fällen und Menschenhandels.

+++ 02.11.2019: Nach Leichenfund bei London vermutet Polizei alle Opfer aus Vietnam +++

 

Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen nahe London geht die Polizei nach neuesten Erkenntnissen davon aus, dass alle Opfer aus Vietnam stammen. Das teilte der stellvertretende Polizeichef von Essex, Tim Smith, am Freitagabend mit. "In diesem Moment nehmen wir an, dass alle Opfer vietnamesische Bürger sind, wir stehen deswegen in Kontakt mit der vietnamesischen Regierung." Die Polizei war nach der Entdeckung der Leichen in einem Kühllaster zunächst spekuliert, dass die Toten aus China stammten.

"Wir stehen in direktem Kontakt mit mehreren Familien in Vietnam und Großbritannien, und wir glauben, einige Familien den Opfern zugeordnet zu haben, deren Reise in einer Tragödie an unseren Ufern endete", sagte Smith laut Erklärung. Nach örtlichen vietnamesischen Medienberichten haben bis zu 28 Familien in den zentralen Provinzen Ha Tinh und Nghe An Angehörige als vermisst gemeldet.

In Vietnam waren am Freitag im Zusammenhang mit diesem Fall zwei Menschen festgenommen worden. Nähere Angaben machten die Behörden zunächst nicht. Zuvor waren bereits mehrere Personen unter dem Verdacht des Menschenschmuggels festgenommen worden. Allerdings ging es dabei um Menschenschmuggel in die USA und nach Taiwan.

Inzwischen wurde in Irland ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Sicherheitskräfte vollstreckten am Freitag einen europäischen Haftbefehl gegen einen 23-Jährigen, wie die britische Polizei mitteilte. Die Behörde kündigte an, die Auslieferung des Verdächtigen zu beantragen, der aus dem britischen Nordirland stammt. Ihm werden Totschlag in 39 Fällen sowie Menschenhandel und Einwanderungsvergehen vorgeworfen. Zudem forderte die Polizei zwei verdächtige und ebenfalls aus Nordirland stammende Brüder auf, sich den Behörden zu stellen.

"Wir brauchen Sie, um diese Untersuchung zu unterstützen", sagte Chefinspektor Daniel Stoten von der Polizei der Grafschaft Essex in der nordirischen Hauptstadt Belfast an die Männer gerichtet. Die Polizei habe mit dem älteren Bruder telefoniert. Nähere Angaben zu dem Gespräch machte Stoten nicht. Es sei aber unerlässlich, die 40 und 34 Jahre alten Männer persönlich zu verhören.

Die Brüder betreiben ein Transportunternehmen in der nordirischen Stadt Armagh. Sie werden wegen Totschlags und Menschenhandels gesucht, nachdem am 23. Oktober die Leichen von 31 Männern und 8 Frauen in einem Kühllaster entdeckt worden waren. Der Fahrer des Wagens, ein 25-jähriger Nordire, wurde bereits wegen Totschlags in 39 Fällen, Beteiligung an Menschenhandel, Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie Geldwäsche angeklagt. Drei weitere Verdächtige kamen gegen Kaution frei.

Bei den Toten handelt es sich vermutlich um ins Land geschleuste Migranten. Die Zugmaschine des Lastwagens, in dem die Leichen gefunden wurden, war aus Irland gekommen. Der Auflieger wurde per Schiff über den belgischen Hafen Zeebrugge in den englischen Hafen Purfleet gebracht.

+++ 28.10.2019: Familien in Vietnam fürchten um Angehörige in Laster +++

 

Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen in Großbritannien deutet immer mehr darauf hin, dass viele Opfer aus Vietnam kommen. In dem südostasiatischen Land meldeten sich nach Berichten der staatlich gelenkten Presse vom Montag 24 Familien, die Angehörige vermissen. Die meisten davon kommen aus der armen zentralvietnamesischen Provinz Nghe An, die als eines der Zentren von Menschenhandel gilt.

Der Premierminister des kommunistischen Einparteienstaats, Nguyen Xuan Phuc, hatte am Wochenende bereits Ermittlungen einleiten lassen. Die Identifizierung der Leichen wird nach Angaben der britischen Polizei möglicherweise dadurch erschwert, dass Verwandte der Opfer selbst illegal in Großbritannien leben und Angst haben, sich bei der Polizei zu melden. Anfangs wurde vermutet, dass es sich bei den Toten um Chinesen handelt.

Die Zugmaschine des Lastwagens, in dem die Leichen östlich von London in dem Ort Grays (Grafschaft Essex) gefunden worden waren, war aus Irland gekommen. Der Auflieger kam per Schiff über den belgischen Hafen Zeebrugge in den englischen Hafen Purfleet. Die Leichen wurden in der Nacht zum Mittwoch entdeckt. Die Umstände deuten stark darauf hin, dass es sich bei den Opfern um ins Land geschleuste Migranten handelt.

+++ 26.10.2019: Polizei geht von Vietnam als Herkunftsland der Lkw-Toten aus +++

Bei der Aufklärung des Todes von 39 Menschen in einem Lkw-Anhänger konzentriert sich die britische Polizei auf das Herkunftsland Vietnam. «Ich lege den Fokus im Moment auf die vietnamesische Gemeinschaft», sagte Martin Passmore, bei der Essex Police zuständig für die Identifizierung der Opfer. Andere Herkunftsländer kämen jedoch weiterhin auch in Frage. Die Polizei hatte zunächst erklärt, es handele sich bei den Opfern um Chinesen.

Es sei ein Problem, dass möglicherweise Verwandte der Opfer selbst illegal in Großbritannien lebten und Angst hätten, sich bei der Polizei zu melden. Passmore sicherte deshalb zu, seine Behörde werde niemanden verfolgen, der sich in dem Fall an die Polizei wende. In den vergangenen Tagen hatten sich Angehörige mit teils schockierenden Schilderungen an britische Medien gewandt.

+++ 26.10.2019: Anklage gegen Fahrer wegen Beteiligung an Menschenhandel +++

Bei den Ermittlungen nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lkw-Auflieger in Großbritannien ist Anklage gegen den Fahrer des Transporters erhoben worden. Dem 25-Jährigen aus Nordirland wird Totschlag in 39 Fällen, die Beteiligung an Menschenhandel, Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie Geldwäsche vorgeworfen, teilte die Polizei in der britischen Grafschaft Essex am Samstag mit. Der Fahrer war unmittelbar nach dem Fund der Leichen festgenommen worden, zunächst unter Mordverdacht.

Neben dem Fahrer sind drei weitere Personen im direkten Zusammenhang mit der Tat festgenommen worden. Ein fünfter Mann wurde am Samstag in Irland auf der Grundlage eines Haftbefehls wegen einer mutmaßlichen anderen Straftat verhaftet. Die Polizei in Essex habe Interesse bekundet, auch ihn zu befragen, teilte die Polizei in Dublin mit.

+++ 26.10.2019:Hinweise auf Vietnamesen unter Lkw-Opfern verdichten sich +++

Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Sattelauflieger in Großbritannien verdichten sich die Hinweise, dass Vietnamesen unter den Opfern sind. Am Freitag hatten sich mehrere vietnamesische Familien bei der BBC gemeldet, die Angehörige unter den Toten befürchten. Am Samstag sagte ein 57-Jähriger Vietnamese der Deutschen Presse-Agentur, sein Sohn sei 2017 nach Frankreich ausgewandert und habe ihn informiert, dass er als Teil einer Gruppe nach Großbritannien geschmuggelt werden solle.

Der Vater sagte, er haben einen Anruf bekommen und sei über die Todesfälle informiert worden. Er sei aber nicht sicher gewesen, wer der Anrufer überhaupt war und ob es sich um einen Schleuser gehandelt habe. Er habe nun kaum noch Hoffnung, dass sein Sohn am Leben sei. "Ich bin sicher, dass er tot ist, aber ich versuche, das eine Prozent an Hoffnung zu behalten, dass er noch lebt", sagte der Mann über seinen Sohn.

In Sozialen Medien kursierten zahlreiche Informationen darüber, wie sich die Tragödie zugetragen haben könnte. Unter anderem hieß es, der Lastwagen mit den 39 Menschen sei von Frankreich aus über Belgien nach Großbritannien gelangt. Diese Informationen waren aber zunächst nicht zu verifizieren. Die Polizei in der Grafschaft Essex sprach am Freitagabend von einem sich noch entwickelnden Bild, was die Nationalitäten der Opfer angehe. Zunächst war die Polizei davon ausgegangen, dass es sich um Chinesen handele.

+++ 25.10.2019: Vierter Verdächtiger nach Leichenfund in Lastwagen festgenommen +++

Im Fall des Fundes von 39 Leichen in einem Lastwagen in Großbritannien ist am Freitag ein vierter Verdächtiger festgenommen worden. Der 48 Jahre alte Mann komme aus Nordirland und stehe im Verdacht, an Menschenhandel und Totschlag beteiligt gewesen zu sein, teilte die Polizei mit. Zuvor waren bereits ein 38 Jahre alter Mann und eine gleichaltrige Frau festgenommen worden. Der 25 Jahre Fahrer des Lastwagens sitzt ebenfalls hinter Gittern.

Die Leichen waren in der Nacht zum Mittwoch im Laderaum des Lastwagens im Ort Grays östlich von London entdeckt worden. Die Umstände deuten stark darauf hin, dass es sich bei den Opfern um ins Land geschleuste Migranten handelt. Möglicherweise sind die Menschen im Laderaum erfroren, da der große Lkw-Sattelauflieger zur Kühlung geeignet ist. Offiziell bestätigt ist die Todesursache noch nicht.

+++ 25.10.2019: BBC: Vietnamesen unter Toten im Lastwagen befürchtet +++

Unter den 39 Menschen, deren Leichen in einem Lastwagen in Großbritannien gefunden worden waren, könnten nach Informationen der britischen BBC mindestens sechs Vietnamesen sein. Der Sender wisse von sechs vietnamesischen Familien, die befürchteten, dass Verwandte unter den Opfern sind, hieß es in dem am Freitag veröffentlichten Bericht. Die britische Polizei hatte zunächst erklärt, es handele sich ausnahmslos um Chinesen.

Eine vietnamesische Familie bestätigte der BBC nach deren Berichten, dass sie 30.000 Pfund für das Schleusen einer jungen Frau bezahlt habe. Die junge Frau habe am Dienstag - nur Stunden vor dem Leichenfund - noch Kontakt über SMS-Nachrichten gehalten - und dabei geklagt, sie sei am Ersticken.

"Es tut mir sehr, sehr leid", habe sie an ihre Eltern geschrieben, berichtete die BBC unter Berufung auf Aussagen eines Mannes, der sich als Bruder des Opfers vorstellte. "Meine Schwester ist seit 23. Oktober vermisst", sagte der Mann. Sie habe geschrieben: "Ich sterbe, ich kann nicht atmen."

+++ 25.10.2019: Nach Leichenfund bei London: Zwei mutmaßliche Menschenhändler in Haft +++

Bei den Mordermittlungen zum Fund von 39 Leichen in einem Sattelauflieger bei London hat die britische Polizei am Freitag zwei weitere Menschen festgenommen. Bei den Festgenommenen handele es sich um einen 38 Jahre alten Mann und eine Frau gleichen Alters. Ihnen würden Menschenhandel in 39 Fällen sowie Totschlag in 39 Fällen vorgeworfen, teilte die Polizei am Freitag mit.

Der bereits zuvor festgenommene Fahrer des Lastwagens, in dem die Leichen gefunden worden waren, stehe weiter unter Mordverdacht und bleibe in Haft, teilte die Polizei weiter mit. Der Haftbefehl gegen ihn sei am Donnerstag verlängert worden.

+++ 25.10.2019: Leichen aus Lastwagen werden zur Obduktion gebracht +++

Alle 39 in einem Lastwagen-Anhänger in Großbritannien entdeckten Leichen werden in einem Krankenhaus in Chelmsford obduziert. Die ersten elf Toten wurden am Donnerstagabend - begleitet von einer Polizeieskorte - in die Klinik gebracht. Die Opfer, 31 Männer und acht Frauen, stammen aus China. Experten rechnen mit sehr langen Untersuchungen nach dem grausigen Fund.

+++ 24.10.2019: Außenministerium bestätigt: Tote aus Lastwagen stammen aus China +++

Die in dem Lastwagen in England entdeckten 39 Toten stammen aus China. Das bestätigte am Donnerstag das chinesische Außenministerium in Peking nach Angaben des Staatsfernsehens. Weitere Informationen lagen zunächst nicht vor. Bei den Toten handelt es sich um 38 Erwachsene und einen Teenager. Sie waren in der Nacht zum Mittwoch in dem Fahrzeug im englischen Grays entdeckt worden. Möglicherweise sind sie erfroren.

+++ 24.10.2019:Leichenfund in Lkw: Nachbarn überrascht von Festnahme des 25-Jährigen +++

Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen-Anhänger sind die Eltern des Fahrers Medienberichten zufolge nach England geflogen, um ihren Sohn zu unterstützen. Die Familie lebt im britischen Nordirland. Die Polizei hatte den 25-Jährigen am Mittwoch festgenommen. Er steht unter Mordverdacht.

Nachbarn der Eltern zeigten sich überrascht von der Festnahme, wie der "Belfast Telegraph" am Donnerstag berichtete. Die Familie sei angesehen im Dorf Laurelvale und der 25-Jährige habe alle paar Wochen seine Eltern besucht.

Zwei Wohnungen wurden in der Nacht zum Donnerstag in Nordirland durchsucht, wie britische Medien weiter berichteten. Von einem Zusammenhang mit dem Fall sei stark auszugehen. Möglicherweise könnten die Menschen im Laderaum erfroren sein, hieß es.

+++ 24.10.2019: Medien: Tote aus Lkw sollen aus China stammen +++

Die in einem Lastwagen-Anhänger in England entdeckten 39 Toten stammen übereinstimmenden britischen Medienberichten zufolge aus China. Eine Bestätigung der Polizei hierfür gab es jedoch am Donnerstag zunächst nicht. Bei den Toten handelt es sich um 38 Erwachsene und einen Teenager. Sie waren in der Nacht zum Mittwoch in dem Fahrzeug im englischen Grays entdeckt worden. Möglicherweise sind sie erfroren.

+++ 24.10.2019: Belgische Staatsanwaltschaft ermittelt nach Leichenfund in Lastwagen +++

Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagenanhänger in England haben auch die belgischen Behörden Ermittlungen aufgenommen. "Die Ermittlungen werden sich auf die Organisatoren und alle anderen Beteiligten des Transports fokussieren", teilte die belgische Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Man werde eng mit den britischen Behörden zusammenarbeiten.

Vorläufige Ergebnisse zeigten, dass der fragliche Anhänger am Dienstag um 14.49 in Zeebrugge an der belgischen Küste angekommen sei und den Hafen noch am gleichen Nachmittag verlassen habe. Am Mittwoch um 1.00 Uhr habe der Lkw-Sattelauflieger dann das englische Purfleet erreicht. Purfleet ist nicht weit entfernt von jenem Ort im Industriegebiet der Stadt Grays, an dem der Anhänger schließlich entdeckt wurde.

Es sei noch unklar, zu welchem Zeitpunkt die Menschen in den Anhänger gekommen seien und ob dies in Belgien geschehen sei. Weitere Informationen sollten im Sinne der Ermittlungen nicht veröffentlicht werden, hieß es in der Mitteilung.

+++ 24.10.2019: Wohnungsdurchsuchungen nach Leichenfund in England +++

Nach dem grausigen Fund von 39 Leichen in einem Lkw-Sattelauflieger nahe London werden immer neue Details zu den Ermittlungen bekannt. Britischen Medienberichten zufolge wurden in der Nacht zum Donnerstag zwei Wohnungen in Nordirland durchsucht - dem Herkunftsland des festgenommenen Lastwagenfahrers. Von einem Zusammenhang mit dem Fall sei stark auszugehen, hieß es. Demnach könnten die Menschen im Laderaum erfroren sein, da es sich bei dem Anhänger um einen Kühlcontainer handelte.

Die Umstände deuten stark darauf hin, dass es sich bei den noch nicht identifizierten Toten - laut Polizei handelt es sich um 38 Erwachsene und einen Teenager - um ins Land geschleuste Migranten handeln dürfte. Offiziell bestätigt ist das bislang aber ebenso wenig wie die Todesursache. Unklar ist auch, ob der Lkw-Fahrer wusste, dass sich die Menschen in dem weißen Container befanden. Der 25-Jährige steht unter Mordverdacht.

Nach Polizeiangaben war der Anhänger per Schiff vom belgischen Hafen Zeebrugge ins englische Purfleet transportiert worden und dort am frühen Mittwochmorgen angekommen. Purfleet ist nicht weit entfernt vom Fundort, einem Industriegebiet der Stadt Grays. Den Ermittlern zufolge wurde der Container anscheinend eine halbe Stunde nach Mitternacht (Ortszeit) an Land gebracht und dort an die Zugmaschine aus Nordirland gekoppelt. Das Gespann habe den Hafen dann kurz nach 1 Uhr verlassen. Sanitäter hätten die Polizei schließlich gegen 1.40 Uhr über den Leichenfund im Lkw informiert. Wer die Rettungskräfte alarmiert hatte, ist noch immer nicht bekannt.

+++ 23.10.2019: Merkel erschüttert über Fund von 39 Leichen in England +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich tief erschüttert über den Fund von 39 Toten in einem Lastwagen östlich von London gezeigt. Ihr tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen, versicherte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Gleichzeitig sagte er den britischen Behörden alle notwendige Unterstützung bei der Suche nach den Schuldigen und Hintermännern zu. "Unsere Entschlossenheit muss sich gegen diejenigen richten, die solche Transporte organisieren und durchführen."

+++ 23.10.2019: Leichenfund in Grays - Britische Innenministerin mit Statement +++

Rettungskräfte hatten die Polizei gegen 2.40 Uhr (MESZ) in der Nacht informiert. Sie konnten aber niemandem mehr im Container helfen. Wer die Rettungskräfte alarmiert hatte, war zunächst nicht bekannt. Der Fundort des Containers - ein Industriegebiet in Grays östlich von London - wurde weiträumig abgeriegelt. Grays liegt in Thurrock an der Themse. Nähere Informationen lagen zunächst nicht vor.

Innenministerin Priti Patel schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Ich bin geschockt und traurig über diesen äußerst tragischen Vorfall in Grays."

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loc/news.de/dpa

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