22.10.2019, 15.12 Uhr

Adoptivkind "zurückgegeben": Saftige Rechnung! Deutsches Paar soll für Unterbringung aufkommen

Weil ein deutsches Paar ihr 5-jähriges Adoptivkind wieder zurückgeben wollen, stellt ihnen das Oberlandesgericht Köln nun eine Rechnung in Höhe von 219.000 Euro für die Unterbringung des Mädchens. Nun muss der Fall am Bundesgerichtshof verhandelt werden.

Adoptivkind aus Thailand zurückgegeben - jetzt kommt die saftige Rechnung (Symbolbild) Bild: MonkeyBusiness/dpa

Ein deutsches Paar aus dem Raum Köln hegte den langjährigen Wunsch, ein Kind zu adoptieren. Wie nun der Kölner "Express" berichtet, flogen die beiden im Zuge dessen nach Thailand und kehrten durch die Unterstützung des Landesjugendamtes mit einem 5-jährigen Mädchen wieder zurück. So richtig glücklich wurde dadurch jedoch keiner.

Nach zwei Wochen: Paar will Adoption doch nicht - vom Jugendamt getäuscht?

Bereits nach rund zwei Wochen nahm das Paar wieder Abstand von der Adoption, mit der Begründung, auf Grund des auffälligen Verhaltens des Kindes nicht in der Lage zu sein, die ausgemachte Adoptionspflege weiterzuführen.Das Jugendamt hätte sie in dem Fall bei der Vermittlung getäuscht und die psychische Probleme des Mädchens verschwiegen.

Paar soll nach Adoption 6 Jahre für Unterbringung zahlen

Da das Kind rein rechtlich nun der Obhut des deutschen Jugendamtes überstellt wird und nicht zurück nach Thailand geschickt werden darf, präsentierten die Behörden dem Kölner Pärchen eine saftige Rechnung. Pro Tag beliefen sich dadurch die Kosten auf 100 Euro, die über einen Zeitraum von sechs Jahren gezahlt werden müssten. Das macht im Ergebnis eine Summe von 219.000 Euro. Das Paar reichte dagegen Klage vorm Landgericht ein, da sie davon ausgingen, höchstens sechs Monate für die weitere Kindes-Unterbringung zahlen zu müssen.

Kölner Paar klagt nun vor dem Bundesgerichtshof

Das Landgericht, wie auch das Oberlandesgericht Köln wiesen jedoch die Klage ab, da sie keine Amtspflichtverletzung der Behörde erkennen konnten. Die Kläger hatten die Möglichkeit, das Mädchen in Thailand über mehrere Tage kennenzulernen. "Sie hätten sich selbst ein Bild vom Charakter des Kindes machen können", so die Richter. Der Fall soll nun vom Bundesgerichtshof geprüft werden.

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kjf/news.de

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