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23.10.2019, 12.37 Uhr

Zwischenfall in Oslo, Norwegen: Amok-Fahrt mit geklautem Krankenwagen - Dieb handelte wohl spontan

Im norwegischen Oslo kam es am Dienstag zu einem Zwischenfall mit einem gestohlenen Krankenwagen. Ein Bewaffneter verletzte bei der Amok-Fahrt mehrere Menschen und konnte erst durch Schüsse der Polizei gestoppt werden.

Bei einer Amok-Fahrt mit einem gestohlenen Krankenwagen sind in Oslo mehrere Menschen, darunter Kinder, verletzt worden (Symbolbild). Bild: Boris Roessler / picture alliance / dpa

In der norwegischen Hauptstadt Oslo sind am Dienstag mehrere Menschen durch einen Zwischenfall mit einem gestohlenen Krankenwagen verletzt worden. Einer der tatverdächtigen Krankenwagen-Diebe konnte von der Polizei an der Flucht gehindert werden.Einer Frau gelang zunächst die Flucht, später verkündete die Polizei auch ihre Festnahme. Nach und nach werden mehr Details zu dem Fall bekannt.

Krankenwagen-Diebe nach Amok-Fahrt in Oslo geschnappt

Die beiden Verdächtigen stammen aus Norwegen und waren der Polizei bereits bekannt. Dem Mann werde versuchter Mord vorgeworfen, der 25 Jahre alten Frau Waffenbesitz. Möglicherweise flüchteten die beiden vor der Polizei, weil sie Drogen bei sich hatten. Die Polizei fand später Waffen und Drogen in dem Krankenwagen.

Amok-Fahrt mit gestohlenem Krankenwagen: Mehrere Personen in Oslo verletzt

Die Sanitäter waren nach Angaben der Polizei am Mittag zu einem Einsatz im Norden der Stadt gerufen worden. Kurz darauf wurde der Krankenwagen demnach gekapert - offenbar von dem Mann, der mit dem Fahrzeug später mehrere Menschen anfuhr. Eine Frau und sieben Monate alte Zwillinge wurden verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Ein älteres Ehepaar konnte noch zur Seite springen. Niemand wurde schwer verletzt.

Polizei stoppt Krankenwagen-Dieb mit Schüssen - Verdächtiger verletzt

Der Krankenwagen war gegen 12.30 Uhr nach Angaben der Polizei im Zentrum der Stadt gestohlen worden. Rund 15 Minuten später gelang es den Beamten, den Wagen zu stoppen. Dabei hätten Polizisten Schüsse abgegeben. Auch der Fahrer soll eine Waffe getragen haben, ob er Schüsse abgab ist unklar. Der Fahrer des Autos sei dabei nicht ernsthaft verletzt worden.

Tatmotiv nach Diebstahl von Krankenwagen offen

Völlig offen blieb zunächst, was das Motiv der Tat gewesen sein könnte. Zeugen schilderten, dass der Fahrer den gestohlenen Krankenwagen womöglich absichtlich auf den Gehweg steuerte. Doch es sei zu früh, etwas über das Motiv der Tat zu sagen, sagte die Polizeichefin der Stadt. Die Polizei ging zunächst nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Die Ermittler prüften aber Hinweise, dass der festgenommene Mann Kontakte zum rechtsextremen Milieu haben soll. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen, der Frau zunächst Waffenbesitz.

Anwalt: Krankenwagendieb von Oslo hat wohl spontan gehandelt

Der am Dienstag in Oslo in einem gestohlenen Krankenwagen gefasste Mann hatte nach Angaben seines Anwalts kein rechtsextremes Motiv. Der norwegischen Zeitung "Aftenposten" sagte Anwalt Øyvind Bergøy Pedersen am Mittwoch: "Er hat keine rechtsextremen Verbindungen oder Haltungen. Ich weise solche Anschuldigungen entschieden zurück."

Der 32-jährige Mann war am Dienstag gefasst worden, nachdem er an einem Unfallort einen Krankenwagen gestohlen hatte und auf der Flucht vor der Polizei Passanten anfuhr. Zwei Babys wurden dabei leicht verletzt. Dem Mann wird versuchter Mord vorgeworfen. Anwalt Bergøy Pedersen meinte, sein Mandat habe vermutlich spontan gehandelt, nachdem er mit einem Wagen verunglückt war und die Sanitäter anrückten.

In dem gestohlenen Krankenwagen waren zwei Waffen und eine große Menge Drogen gefunden worden. Die Polizei teilte mit, dass ihr der 32-jährige Norweger bereits wegen anderer Delikte bekannt gewesen sei. Nach Informationen von "Aftenposten" wurde er zuvor unter anderem wegen Diebstahls, Drohungen, Waffengebrauchs und Drogenbesitzes verurteilt.

Die 25-jährige Frau, die ebenfalls am Dienstag festgenommen wurde, bestreitet ihrem Anwalt zufolge eine Mitwirkung. Sie habe aber eingeräumt, in den Unfall verwickelt gewesen zu sein. Ihr wird vorläufig Waffenbesitz vorgeworfen. Beide Verdächtigen sollten am Mittwoch verhört werden. Der norwegische Sicherheitsdienst PST teilte mit, keine Hinweise auf eine Terrortat zu haben.

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loc/news.de/dpa

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