21.10.2019, 21.25 Uhr

Royal Carribean: Lebenslanges Kreuzfahrt-Verbot nach verrücktem Selfie

Für ein irres Selfie an Bord eines Kreuzfahrtschiffes riskierte eine junge Frau ihr Leben. Jetzt hat die Reederei Royal Caribbean Konsequenzen gezogen und ein lebenslanges Bordverbot ausgesprochen.

Auf dem Kreuzfahrtschiff "Allure of the Seas" hat sich eine Passagierin wegen eines Selfies in Lebensgefahr gebracht. Bild: Vesa - MattiVaara / epa / picture alliance / dpa

Auf Reisen kommt so mancher auf besonders irrwitzige Ideen - so muss es auch einer jungen Frau ergangen sein, die jüngst eine Kreuzfahrt an Bord der "Allure of the Sea", einem Kreuzfahrtschiff der Reederei Royal Caribbean, antrat. Das Schiff befand sich auf dem Weg zum karibischen Inselstaat Haiti, als ein Kreuzfahrtgast Unglaubliches beobachtete: EinePassagierin setzte für ein außergewöhnliches Selfie ihr Leben aufs Spiel!

Kreuzfahrt-Passagierin setzt ihr Leben für Selfie aufs Spiel

"Vom Balkon aus sah ich die Frau auf die Reling klettern", sagte ein Augenzeuge dem Sender CNN. "Es geschah alles so schnell. Mir war gar nicht klar, was die Frau vorhatte." Er verständigte die Besatzung der "Allure of the Seas". Die Crew spürte die Frau und ihren Begleiter auf, die das Schiff darauf in Falmouth auf Jamaika verlassen mussten. Der Zeuge veröffentlichte ein Foto: Darauf ist eine Frau in blauem Badeanzug in halsbrecherischer Pose auf einem schmalen Sims zu sehen.

Lebensgefährliches Selfie: Reederei Royal Caribbean verhängt Kreuzfahrt-Verbot

Wegen des waghalsigen Selfies auf einem Luxusschiff hat die Reederei ihrer Passagierin inzwischen ein lebenslanges Kreuzfahrt-Verbot erteilt. Die Passagierin habe auf "leichtsinnige und gefährliche" Weise außen vor dem Balkongeländer ihrer Kabine für ein Foto posiert, zitierte die "New York Times" am Sonntag (Ortszeit) aus einem Statement der Kreuzfahrtgesellschaft Royal Caribbean. Das Schiff sei auf dem Weg nach Labadee im karibischen Inselstaat Haiti gewesen.

Kreuzfahrtanbieter haben immer mehr Ärger mit Selfie-Passagieren

Seit Jahren machen Touristen immer wieder mit Selfies in gefährlichen Lagen Schlagzeilen. Im Extremfall wird die Reise wie bei Profi-Instagrammern als eine Art Live-Bericht von unterwegs auf allen Social-Media-Kanälen inszeniert.Auf den Färöer-Inseln beispielsweise berichten Einwohner regelmäßig von Leuten, die sich per Kajak auf den offenen Nordatlantik wagen - und dann per Hubschrauber gerettet werden müssen.

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Purer Leichtsinn! Instagram-Touristen riskieren ihr Leben für Fotos

Auf Island müssen Touristen mit ihren Mietwagen wahlweise aus Flüssen oder Schlamm befreit werden. Auf Facebook hat sich nun eine Gruppe formiert, in der sich Nutzer über dusselige Mitmenschen auslassen, die auf Reisen die Gefahren von Gletschern, Geysiren und anderen Naturspektakeln unterschätzen. "Stupid things tourists do in Iceland". Dumme Sachen, die Touristen in Island tun - heißt sie.

Touristen in Vietnams Hauptstadt Hanoi mussten sich vorige Woche von einer berühmt gewordenen und für Selfies beliebten Sehenswürdigkeit verabschieden: Die enge "Train Street", eine für ihre Cafés und Stände bekannte Zugtrasse zwischen Häuserblocks, wurde abgeriegelt. Nur noch Anwohner sollen dort Zugang haben - aus Gründen der Sicherheit, entschieden die Behörden.

Trotzdem finden sich noch immer Touristen ein, die über die Barrieren hinweg Fotos von Zügen in der engen Häuserschlucht erhaschen wollen. Für das britische Paar Stewart Gould und Charlotte Hepworth war die Hunderte Meter lange "Train Street" der Hauptgrund für den Besuch in Hanoi - sie kannten den Ort von Instagram. "Jetzt sind wir natürlich ein bisschen traurig, dass sie nicht offen ist", sagt Gould. Manche Lokale hatten in der "zugfreien" Zeit sogar Tische und Stühle auf die Schienen gestellt - um sie bei herannahendem Zug schnell wegzuräumen.

Auch die Tourismusbehörde Visit Iceland hat mehrere meist humorvolle Kampagnen gestartet, um Island-Touristen zu mehr Vorsicht und Respekt vor der Natur zu ermahnen. Eine davon ist eine Art Online-Schwur, den Reisende auf der Webseite der Behörde leisten können. Darin versprechen Island-Besucher, verantwortungsbewusste Touristen zu sein. Zu den acht auferlegten Geboten zählt unter anderem auch, für jedes Wetter und jedes Abenteuer entsprechend vorbereitet zu sein. Und nicht nur das: "Ich werde zum Sterben schöne Fotos machen, ohne für sie zu sterben", heißt es in Regel Nummer drei.

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loc/news.de/dpa

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