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Terror-Anschlag in Halle/Saale im News-Ticker:                       +++ 09.10.2019: Nach Schüssen in Halle: Polizei weitet Sperrkreis in Landsberg aus +++

Der mutmaßliche Rechtsextremist Stephan B. kurz nach der Landung in Karlsruhe. Dort wurde der 27-Jährige am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt. Bild: dpa

Nach den tödlichen Schüssen in Halle hat die Polizei am späten Mittwochabend den Sperrkreis im etwa 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) erweitert. Dem Ortsteil Wiedersdorf darf sich laut Polizei vorerst niemand weiter als bis auf etwa 300 Meter nähern. Ein Grund für die Maßnahme wurde Reportern vor Ort nicht genannt.

Zuvor hatten Polizisten dort bereits mehrere Häuser durchsucht. Mit Maschinenpistolen in den Händen gingen sie durch die Straßen des Ortsteils. Anwohner durften ihre Häuser nicht betreten.

Ein schwerbewaffneter Täter hatte in Halle versucht, in eine Synagoge einzudringen und dort unter Dutzenden Gläubigen ein Blutbad anzurichten. In Wiedersdorf waren ebenfalls Schüsse gefallen, wie eine Sprecherin der Polizei Halle der dpa bestätigt hatte. Zu den näheren Umständen des Vorfalls wollte sie zunächst nichts sagen. Angaben zu den Hintergründen machte die Polizei nicht. Sie verwies auf die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die die Ermittlungen übernommen hat.

+++ Knobloch: Trauer und Wut nach Anschlag auf Synagoge in Halle +++

Der Angriff auf eine Synagoge in Halle/Saale hat die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, mit "Trauer und Wut" erfüllt. "Wenn ein schwer bewaffneter Terrorist auf offener Straße mordet, und wenn ein Zentrum jüdischen Lebens in einer deutschen Stadt am höchsten jüdischen Feiertag mit Schusswaffen und Sprengsätzen angegriffen wird, dann ist das ein Angriff auf das Zusammenleben in unserem Land", sagte Knobloch laut einer am Mittwochabend verbreiteten Mitteilung. "Die Tat macht deutlich, wie schnell aus den Worten von politischen Extremisten Taten werden können", hieß es weiter.

Ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in der Synagoge ein Blutbad unter Dutzenden Gläubigen anzurichten. Der 27-jährige Deutsche wollte nach Angaben aus Sicherheitskreisen die Synagoge mit Waffengewalt stürmen, scheiterte jedoch. Danach soll der Mann vor der Synagoge und in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben. Er floh vom Tatort und wurde am Nachmittag festgenommen.

+++ Nachbar beschreibt Familie des Schützen von Halle als ruhig +++

Der mutmaßliche Todesschütze Stephan B. soll nach Angaben eines Nachbarn seines Vaters eine Wohnung in Halle haben. Demnach sei der 27-Jährige vor rund zehn Jahren aus dem Haus seines Vaters in Helbra im Landkreis Mansfeld-Südharz ausgezogen. Die Mutter lebt demnach in dem gut zwei Kilometer entfernten Benndorf, wie der Nachbar, der seinen Namen nicht nennen wollte, in Helbra der dpa sagte. Zudem soll er diesen Aussagen zufolge eine ältere Schwester haben. Der Nachbar beschreibt die Familie als ruhig, der Täter soll viel zu Hause gewesen sein. Der Vater des Schützen wollte sich nicht äußern.

+++ Juncker ruft Europäer nach Angriff auf Synagoge zum Handeln auf +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat nach dem Angriff auf die Synagoge in Halle/Saale einen eindringlichen Appell an die europäische Öffentlichkeit gerichtet. «Der zunehmende Antisemitismus muss alle Europäerinnen und Europäer zum Handeln aufrufen», schrieb er am Mittwochabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Er sei "zutiefst schockiert" über die Nachricht von den mörderischen Anschlägen.

"Meine Gedanken und Gebete sind bei den Familien und Freunden der Opfer und der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und ganz Europa, die in den letzten Jahren immer wieder Ziel antisemitischer Angriffe wurde", schrieb der Luxemburger weiter. "Wir stehen an diesem Tag in Solidarität mit der jüdischen Gemeinschaft."

+++ Steinmeier ruft zur Solidarität mit jüdischen Mitbürgern auf +++

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat nach dem Angriff auf eine Synagoge in Halle von erschütternden Nachrichten gesprochen und zur Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern aufgerufen. Bei einem Festakt zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution in Leipzig sagte Steinmeier am Mittwoch, ein solcher Angriff auf eine voll besetzte jüdische Synagogen schien in Deutschland nicht mehr vorstellbar.

Trotz der Zehntausenden, die den Tag der Einheit feierten, "mag die Fröhlichkeit nicht richtig aufkommen" angesichts von zwei Toten, sagte das Staatsoberhaupt. Menschen seien ermordet worden. "Aus einem Tag der Freude ist ein Tag des Leids geworden." Er denke nun an die Angehörigen.

Ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, in einer Synagoge in Halle/Saale ein Blutbad unter rund 80 Gläubigen anzurichten. Der 27-jährige Deutsche wollte nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Mittwochmittag die Synagoge mit Waffengewalt stürmen, scheiterte jedoch. Danach soll der Mann vor der Synagoge und in einem nahen Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen und mindestens zwei weitere verletzt haben. Er floh vom Tatort und wurde am Nachmittag festgenommen.

+++ Gemeinde-Vorsitzender in Halle: Polizei war zu spät an Synagoge +++

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Halle, Max Privorozki, hat der Polizei eine zu langsame Reaktion beim versuchten Angriff auf die Synagoge vorgeworfen. "Die waren zu spät vor Ort", sagte Privorozki in einem Video, das am Mittwoch vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus auf Twitter veröffentlicht wurde. Mindestens 10 Minuten hätten sie gebraucht, als er angerufen und gesagt habe: "bewaffneter Anschlag gegen die Synagoge".

Privorozki machte deutlich, dass mehrfach auch in Sachsen-Anhalt der Wunsch nach Polizeischutz für Synagogen geäußert worden sei - "genauso wie in großen Städten wie Berlin, München Frankfurt".

Privorozki berichtete, dass in der Gemeinde 51 Menschen waren - das habe die Polizei bei der späteren Evakuierung erzählt. Neben Gemeindemitgliedern war nach seiner Darstellung auch eine Gruppe junger US-Amerikaner bei der Feier zum höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur dabei.

Der Gemeinde-Vorsitzende erzählte: "Wir haben zuerst Schüsse gehört." Ein Sicherheitsmann und er hätten dann über den Monitor einer Kamera gesehen, wie jemand, der wie ein Spezialeinheitsoldat gekleidet gewesen sei, jemanden erschossen habe. Danach habe er gegen die Tür geschossen.

Die Leute hätten sich in der Synagoge verbarrikadiert. Beide Eingangstüren seien verbarrikadiert gewesen, mit Möbeln, mit allem Möglichen - für den Fall, dass der Täter die Außentür aufgebrochen hätte. Gott sei Dank habe er dies aber nicht geschafft, so Privorozki.

+++ Zentralrat der Juden kritisiert fehlenden Schutz in Halle +++

Nach den tödlichen Schüssen vor der Synagoge in Halle hat sich Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bestürzt gezeigt. "Ich bin entsetzt und fassungslos angesichts dieser Gräueltat", sagte der bayerische Landesbischof laut Mitteilung der EKD vom Mittwochabend.

Sein Mitgefühl sei bei den Familien der Opfer. "Und ich denke an unsere jüdischen Brüder und Schwestern, die heute ihr höchstes Fest, das Versöhnungsfest, feiern. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie in unserem Land ihren Glauben in Angst und Unsicherheit leben müssen. Als Christen wie als Deutsche sind wir aufgerufen, uns dem entgegenzustellen. Denn Antisemitismus ist Gotteslästerung."

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat nach dem Angriff auf eine Synagoge in Halle/Saale schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. "Dass die Synagoge in Halle an einem Feiertag wie Jom Kippur nicht durch die Polizei geschützt war, ist skandalös", teilte Schuster am Mittwochabend mit. "Diese Fahrlässigkeit hat sich jetzt bitter gerächt."

Schuster erklärte weiter: "Die Brutalität des Angriffs übersteigt alles bisher Dagewesene der vergangenen Jahre und ist für alle Juden in Deutschland ein tiefer Schock."

+++ Tödlicher Angriff in Halle - Kirche gedenkt der Opfer +++

Mit einem Gebet in der Marktkirche haben Christen in Halle der Opfer der Schüsse und der Angehörigen gedacht. "In dieser Stunde stehen wir zutiefst erschrocken und traurig an der Seite der Menschen, die einen lieben Angehörigen oder Freund so grausam verloren haben. Wir denken an die jüdische Gemeinde", erklärte Hans-Jürgen Kant, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Halle-Saalkreis, am Mittwochabend.

Zugleich mahnte er Stärke an, im weiteren Bemühen um Frieden und für eine weltoffene, demokratische Gesellschaft. Rund 40 Menschen waren den Angaben zufolge in die Marktkirche gekommen, um eigentlich an einer Veranstaltung zum Gedenken an die friedliche Revolution teilzunehmen.

Der Oberbürgermeister vom Halle, Bernd Wiegand (parteilos), erklärte: "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer." Die Sicherheitskräfte standen laut Wiegand in Halle und dem Umland vor enormen Herausforderungen. Im Namen der Stadt dankte er für die große Solidarität und Anteilnahme, die Halle in diesen schweren Stunden erfahren habe.

+++ Polizei durchsucht Häuser in Landsberg +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle haben am Mittwochabend Polizisten im etwa 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) mehrere Häuser durchsucht. Mit Maschinenpistolen in den Händen gingen sie durch die Straßen des Ortsteils Wiedersdorf. Anwohner durften ihre Häuser nicht betreten.

Ihm sei gesagt worden, die Polizisten würden Grundstück für Grundstück durchsuchen, sagte ein 51-Jähriger einem dpa-Reporter vor Ort. Über eine WhatsApp-Gruppe hielten die Einwohner Kontakt, schilderte der Mann. Die Anwohner seien in Angst. Sie dürften ihre Häuser nicht verlassen.

Mehrere Mannschaftswagen der Polizei, darunter auch Fahrzeuge aus Sachsen, waren im Einsatz. Die Zufahrt zu dem Ort östlich von Halle war abgesperrt.

In Wiedersdorf waren ebenfalls Schüsse gefallen, wie eine Sprecherin der Polizei Halle der dpa bestätigte. Zu den näheren Umständen des Vorfalls wollte sie zunächst nichts sagen. Angaben zu den Hintergründen machte die Polizei nicht. Sie verwies auf die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die die Ermittlungen übernommen hat.

+++ Uniklinik Halle: Zwei Schwerstverletzte außer Lebensgefahr +++

Für die beiden Verletzten, die nach den Schüssen in Halle im Universitätsklinikum operiert worden sind, besteht derzeit keine akute Lebensgefahr. Das teilte Sprecher Jens Müller am Mittwochabend mit. Die Frau und der Mann hatten den Angaben nach schwerste Schussverletzungen. Die Operationen seien erfolgreich verlaufen. Nähere Angaben zur Identität und Nationalität der Patienten machte das Universitätsklinikum nicht.

+++ Täter soll 27-jähriger Deutscher sein - Killer Stephan B. streamte Tat im Internet+++

Am Abend kommen erste Details zum mutmaßlichen Täter ans Licht. Der Täter von Halle ist nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen ein 27-Jähriger, der mutmaßlich in Sachsen-Anhalt wohnt. Es sei davon auszugehen, dass Stephan B. deutscher Staatsangehöriger sei und die Tat einen rechtsextremistischen Hintergrund habe, hieß es am Mittwoch. Wie der "Focus" zudem berichtet, soll der Täter seine Tat im Netz übertragen haben. Dem Bericht nach soll die Aufnahme auf der Spieleplattform Twitch gestreamet worden sein.In dem am Mittwoch verbreiteten Video ist zu sehen, wie offensichtlich in der Innenstadt von Halle geschossen wird. Unter anderem zeigt das Video, wie in einem Döner-Imbiss auf einen Mann geschossen wird. Die Aufnahmen stammen wohl von einer an einem Helm befestigten Kamera.

Außerdem ist zu sehen, wie ein junger Mann in Kampfanzug mit weißem Halstuch in einem Auto sitzt. Der Mann gibt in vermutlich nicht muttersprachlichem Englisch extrem antisemitische Äußerungen von sich. In dem Video sind auch Szenen am jüdischen Friedhof von Halle zu sehen.

+++ Seehofer bestätigt: Zwei Tote bei antisemitischem Angriff +++

Bei der Attacke in Halle sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums zwei Menschen getötet und mehrere Menschen verletzt worden. "Nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse müssen wir davon ausgehen, dass es sich zumindest um einen antisemitischen Angriff handelt", sagte Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwochabend.

+++ Sicherheitskreise zu Halle: Alles deutet auf Einzeltäter hin +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale deutet nach Informationen aus Sicherheitskreisen alles auf einen Einzeltäter hin. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwochabend. Zuerst hatte "Bild.de" darüber berichtet.

+++ DFB hält vor Länderspiel Schweigeminute für Opfer von Halle ab +++

Zum Gedenken an die Opfer von Halle wird der Deutsche Fußball-Bund vor dem Länderspiel am Mittwochabend (20.45 Uhr/RTL) gegen Argentinien in Dortmund eine Schweigeminute abhalten. Der DFB bestätigte eine entsprechende Meldung der "Bild". Bei Angriffen mitten in Halle/Saale in Sachsen-Anhalt waren am Mittwoch vor einer Synagoge und in einem Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen worden. Die Stadt Halle sprach von einer "Amoklage". Die Polizei hat ihre Warnung vor einer akuten Gefährdungslage für die Bevölkerung inzwischen aufgehoben.

+++ Polizei Halle hebt Warnung vor akuter Gefährdungslage auf +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle hat die Polizei ihre Warnung vor einer akuten Gefährdungslage für die Bevölkerung aufgehoben. "Sie können wieder auf die Straße, die Warnungen sind aufgehoben", twitterte die Polizei am Mittwochabend. Die Gefährdungslage werde nicht mehr als akut eingestuft.

+++ Kanzlerin Merkel ließ sich über Lage in Halle informieren +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich nach den tödlichen Schüssen von Halle über die Lage informiert und den Angehörigen der Opfer ihr tiefes Beileid ausgesprochen. Die Kanzlerin habe sich von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haselhoff (CDU) informieren lassen, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. Die Solidarität gelte allen Jüdinnen und Juden am Feiertag Jom Kippur.

+++ Bundesanwaltschaft spricht von staatsgefährdendem Charakter der Tat +++

Die Bundesanwaltschaft sieht im Angriff von Halle/Saale eine staatsgefährdende Tat. Ermittelt wird formal wegen Mordes. Übernommen hat die oberste Anklagebehörde das Ermittlungsverfahren aber wegen des "spezifischen staatsgefährdenden Charakters der Tat und der besonderen Bedeutung des Falles", sagte ein Sprecher am Mittwochabend in Karlsruhe. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Ermittelt wird in alle Richtungen.

Bei Schüssen in Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt sind nach ersten Erkenntnissen zwei Menschen getötet worden. Ein Opfer wurde nahe der Synagoge gefunden. Am frühen Nachmittag meldete die Polizei die Festnahme einer Person. Die Bundesanwaltschaft äußerte sich dazu nicht weiter. Keinen Kommentar gab es auch zu Berichten, wonach es sich um einen gezielten Anschlag auf die Synagoge zu Jom Kippur handeln könnte.

+++ Sperrung des Hauptbahnhofs in Halle aufgehoben +++

Die Sperrung des Hauptbahnhofs Halle ist aufgehoben worden. Die Züge im Fern- und Regionalverkehr fahren den Bahnhof seit kurz nach halb sechs wieder an, wie eine Bahnsprecherin sagte. Der Knotenpunkt war am frühen Nachmittag nach den den tödlichen Schüssen vor einer Synagoge in Halle gesperrt worden. Reisende müssten aber noch bis in den späten Abend hinein mit Verzögerungen rechnen, sagte die Bahnsprecherin. Es dauere immer eine Zeit, bis sich der Verkehr normalisiere.

+++ Sicherheitskreise: Täter in Halle legte Sprengsätze vor Synagoge +++

Bei dem Angriff in Halle/Saale legte ein Täter auch selbstgebastelte Sprengsätze vor der Synagoge ab. Der Täter habe versucht, in die Synagoge einzudringen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Sicherheitskreisen.

+++ Wiedersdorf komplett abgeriegelt - Täter wohl mit Taxi auf der Flucht +++

Derzeit gibt es eine Straßensperre an der Einfahrt zum Ort Wiedersdorf. Zu den Schüssen am Mittag kam es an einer Werkstatt am Ortseingang. Offenbar wurde ein Taxi dorthin bestellt und auf den Fahrer das Feuer eröffnet. Der Taxifahrer ist im Krankenhaus, konnte selbstständig in den Krankenwagen einsteigen. Der Täter ist mit dem Taxi geflüchtet.

+++ Täter offenbar Deutscher, Spuren führen in den Burgenlandkreis +++

Ersten Erkenntnissen zufolge geht die Polizei von "mehreren Tätern" aus, die mit einem Auto geflüchtet sind. Einen der Angreifer konnte die Polizei am Nachmittag festnehmen. Wie die "F.A.Z." aus Koalitionskreisen in Sachsen-Anhalt erfahren haben will, soll es sich bei dem Festgenommenen um einen weißten Deutschen handeln. Erste Spuren sollen in den Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt führen.Zur Stunde soll es einen weiteren Zugriff in Weißenfels, Sachsen-Anhalt, geben.

+++ OB Halle: Häuser bis auf Weiteres nicht verlassen - "unbedingt erforderlich" +++

Nach den Schüssen mit zwei Toten und zwei Verletzten in Halle hat die Stadt die Bevölkerung erneut eindringlich dazu aufgerufen, bis auf Weiteres Wohnungen und Gebäude nicht zu verlassen oder an sicheren Orten zu bleiben. Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) erklärte laut Mitteilung: "Zum Schutz der Bevölkerung ist dies unbedingt erforderlich." Die Stadt hat ein Bürgertelefon unter der Nummer 115 geschaltet. Der öffentliche Nahverkehr wurde komplett eingestellt. In der Stadt staut sich der Auto- und Lastwagenverkehr.

+++ SPD-Spitzenpolitiker entsetzt nach tödlichen Schüssen +++

SPD-Interimschefin Malu Dreyer hat sich bestürzt über die Ereignisse in Halle/Saale geäußert. Ihre Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen, sagte sie am Mittwoch. "Vieles deutet darauf hin, dass sich die brutale Gewalt gegen jüdisches Leben richtete. Das werden wir in Deutschland niemals dulden." Sie hoffe, der Polizei gelinge es, die Täter schnellstmöglich dingfest zu machen und für Sicherheit zu sorgen.

Andere SPD-Spitzenpolitiker reagierten ähnlich. Bundesaußenminister Heiko Maas schrieb bei Twitter: "Dass am Versöhnungsfest #YomKippur auf eine Synagoge geschossen wird, trifft uns ins Herz. Wir alle müssen gegen den Antisemitismus in unserem Land vorgehen." Die Bewerberin für den SPD-Parteivorsitz, Hilde Mattheis, twitterte: "Ein trauriger Tag. Die Nachrichten aus Halle über die antisemitische Gewalt sind erschütternd." Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) schrieb ebenfalls bei Twitter: "Wer es bisher nicht glauben mochte, weiß jetzt: Antisemitismus in DEU ist in antisemitischen Terror umgeschlagen. Das ist entsetzlich."

Die Berliner Staatssekretärin und frühere Sprecherin des Auswärtigen Amts, Sawsan Chebli (SPD), rief dazu auf, ein Zeichen zu setzen. "Lasst uns gemeinsam einen Schutzschirm gegen Antisemitismus bilden", twitterte sie. "Ich stelle mich daher heute ab 20 Uhr vor die Synagoge in der Oranienburger Straße. Kommt vorbei und zeigt Haltung!"

+++ Polizei in Bayern bereitet sich auf Täter von Halle vor +++

Die Polizei in Bayern bereitet sich darauf vor, dass ein bewaffneter Gewalttäter von Halle auf seiner Flucht auch in den Freistaat kommen könnte. "Wir stellen uns auf einen bewaffneten Täter ein", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken am Mittwoch auf dpa-Anfrage. Über die Art und den Umfang der Vorbereitungen wollte er keine Angaben machen.

Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach ein bewaffneter Täter aus Halle in Sachsen-Anhalt mit dem Auto auf der Flucht in Richtung Süden unterwegs sei. Der Polizeisprecher bestätigte aber nicht, dass es Hinweise auf eine Flucht nach Bayern gebe. Die bayerische Polizei treffe die gleichen Vorbereitungen wie auch Kollegen etwa in Hessen und Thüringen - es handele sich um ein standardisiertes Prozedere.

+++ Joko und Klaas sagen Sendung nach Schießerei in Halle ab +++

Nach der Schießerei in Halle haben Joko und Klaas ihre heutige Sendung abgesagt. In einem Video, das die Moderatoren auf Twitter veröffentlichten, erklärten sie: "Da hat heute etwas stattgefunden, was uns das Gefühl nimmt, um Viertel nach Acht hier groß inszenierten Blödsinn aufzuführen (...) Irgendwie ist nicht der richtige Tag dafür."

+++ Synagoge in Halle wurde von Täter direkt angegriffen +++

Ein schwer bewaffneter Täter hat nach Angaben des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki, die Synagoge direkt angegriffen. "Wir haben über die Kamera unserer Synagoge gesehen, dass ein schwer bewaffneter Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, unsere Türen aufzuschießen", sagte Privorozki der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag). "Aber unsere Türen haben gehalten."

Außerdem hätten der oder die Täter versucht, das Tor des benachbarten jüdischen Friedhofs aufzuschießen, sagte Privorozki. In der Synagoge habe die Gemeinde den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gefeiert. Die Menschen seien geschockt gewesen. Vor der Tür habe ein Todesopfer des Angreifers gelegen. «Wir haben die Türen von innen verbarrikadiert und auf die Polizei gewartet.» In Halle waren am Mittwoch zwei Menschen in der Nähe der Synagoge erschossen worden.

+++ Weber geschockt über Gewalttat "gegen jüdisches Leben" in Halle +++

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat sich erschüttert über die Gewalttat von Halle geäußert. "Es hat einen Angriff auf jüdisches Leben auf deutschem Boden gegeben, das ist für jeden, vor allem für mich als Deutschen, ein Schock", sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei am Mittwoch im Europaparlament. "Antisemiten und all diejenigen, die die Freiheit des Glaubens in Frage stellen, sind nicht nur unsere Gegner, sie sind unsere Feinde." Alle seien gefordert, zum Anti-Semitismus-Nein zu sagen.

Schwer bewaffnete Täter hatten am Mittwoch in Halle an der Saale zwei Menschen erschossen und die Flucht ergriffen. Die Stadt Halle sprach von einer "Amoklage". Ein Todesopfer lag gegenüber einer Synagoge, über das zweite gab es noch keine gesicherten Informationen.

+++ Bundespolizei landet mit Hubschrauber nach Schüssen in Landsberg +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle steht das etwa 15 Kilometer entfernte Landsberg (Saalekreis) offensichtlich im Fokus der Polizei. Die Zufahrt zu dem Ortsteil Wiedersdorf war am Mittwoch abgesperrt. Zuvor waren auch in der Ortschaft Schüsse gefallen, wie eine Sprecherin der Polizei Halle der dpa bestätigte. Zu den näheren Umständen des Vorfalls in dem Ort östlich von Halle wollte sie zunächst nichts sagen.

Mehrere Mannschaftswagen der Polizei, darunter auch Fahrzeuge aus Sachsen, waren vor Ort. Auch zwei Krankenwagen waren zu sehen. Am Mittwochnachmittag gegen 16.00 Uhr landetet auf einem Feld bei Wiedersdorf nach Angaben eines dpa-Reporters zudem ein Hubschrauber der Bundespolizei. Angaben zu den Hintergründen machte die Polizei nicht. Sie verwies auf die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die die Ermittlungen übernommen hat.

+++ Polizei: Keine Erkenntnisse zu Tatverdächtigen in Leipzig +++

Die Polizei hat Berichte dementiert, wonach sich ein Verdächtiger im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen von Halle im Leipziger Stadtgebiet aufhalten soll. Dazu gebe es vorerst keine Erkenntnisse, sagte ein Sprecher der Polizei in Leipzig am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind alle in höchster Alarmbereitschaft." Eine Gefahrenlage gebe es derzeit aber nicht in der Stadt. Die Polizei hat ein Bürgertelefon geschaltet.

In Halle waren am Mittwoch zwei Menschen in der Nähe einer Synagoge erschossen worden. "Es sind schreckliche Nachrichten, die uns an diesem Tag aus Halle erreichen. Ganz gleich, welchen Hintergrund eine solch grausame Tat auch hat, ich verurteile sie auf das Schärfste. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer", sagte Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU).

Die Polizei in Sachsen wurde nach Angaben des Innenministeriums in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Zudem sei der Schutz jüdischer Einrichtungen ausgeweitet worden. Die notwendigen Maßnahmen werden von einem eigens einberufenen Einsatzstab der Polizei in Leipzig aus geleitet. Die sächsischen Beamten unterstützen zudem die Kollegen in Sachsen-Anhalt sowohl mit Technik als auch mit Einsatzkräften.

+++ Angebliche Festnahme an einem Kindergarten +++

Die Nachrichten überschlagen sich. Wie "ntv" berichtet, könnte einer der flüchtigen Täter möglicherweise einen Unfall auf einer Landstraße 50 Kilometer entfernt vom Tatort verursacht haben. Das SEK soll bereits vor Ort sein. Darüber hinaus tauchte ein Foto im Internet auf, das die Festnahme eines Täters in der Nähe eines Kindergartens zeigen soll. Eine offizielle Bestätigung der Polizei gibt es bislang nicht.

+++ Halle: Minister Stahlknecht tief erschüttert und betroffen +++

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht hat sich nach den tödlichen Schüssen in Halle betroffen gezeigt. "Es ist schwer in Worte zu fassen, was heute in Halle passiert ist und passiert", erklärte der CDU-Politiker am Nachmittag in Magdeburg. Er sei tief betroffen und erschüttert, wozu Menschen fähig seien, egal, was sie dazu bewegt habe. Stahlknecht sprach den Angehörigen der beiden Opfer sein Mitgefühl aus. Zugleich dankte er den Einsatzkräften für das entschlossene Handeln. Die Nachricht über die Tat erreichte Stahlknecht im Urlaub. Er brach ihn ab und traf am Nachmittag wieder in Magdeburg ein.

+++ Verstärkte Kontrollen an Bahnhöfen und Flughäfen in Mitteldeutschland +++

Die Bundespolizei verstärkt nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale ihre Kontrollen an Bahnhöfen und Flughäfen in Mitteldeutschland. Das gelte auch für die Verkehrswege nach Polen und Tschechien, teilte die Bundespolizei Mitteldeutschland am Mittwochnachmittag via Twitter mit. Sie unterstütze außerdem die Polizei in Halle/Saale vor Ort.

+++ Uniklinikum Halle: Zwei Verletzte nach Schüssen in Behandlung +++

Im Universitätsklinikum Halle werden nach den tödlichen Schüssen zwei Verletzte behandelt. "Ein Patient hat Schussverletzungen, er wird gerade operiert", sagte Klinikumssprecher Jens Müller der Deutschen Presse-Agentur in Halle. Zur Identität der Verletzten konnte er zunächst keine Angaben machen, auch nicht dazu, ob es sich um Männer oder Frauen handelt. Das Universitätsklinikum habe angesichts der unklaren Lage in der Stadt vorsorglich die Notaufnahme personell verstärkt. Drei Operationssäle stehen zudem zur Verfügung, wie der Sprecher sagte.

+++ Tödliche Schüsse in Halle sorgen für Einschränkungen im Bahnverkehr +++

Die tödlichen Schüsse von Halle haben zum Teil erhebliche Auswirkungen auf den Zugverkehr der Deutschen Bahn. Weil der Bahnhof in Halle wegen polizeilicher Ermittlungen gesperrt wurde, müssen Fahrgäste mit Umleitungen, Verspätungen und Ausfällen rechnen, teilte die Deutschen Bahn am Mittwoch in Leipzig mit. Fernzüge, die üblicherweise in Halle Station machen, werden über Leipzig umgeleitet. Das betreffe unter anderem die Strecken München-Berlin und Hamburg-München.

Einschränkungen gebe es auch im S-Bahn-Netz, so die Bahn. Die Züge von Leipzig aus fahren zum Beispiel nur noch bis Schkeuditz oder Flughafen Leipzig-Halle. Ersatz durch Busse könne wegen der kurzfristigen Sperrung nicht gewährleistet werden. Die Bahn empfiehlt den Reisenden, sich vor der Fahrt zu informieren.

+++ Schüsse in Halle - Lichtfest in Leipzig soll wie geplant stattfinden +++

Das Lichtfest in Leipzig soll trotz des Amokalarms im benachbarten Halle wie geplant stattfinden. Das Sicherheitskonzept sei auch auf Geschehnisse wie in Halle vorbereitet, teilte die Polizei via Twitter mit. Die Zahl der Einsatzkräfte sei erhöht worden. Es gebe aktuell aber keine Bedrohungslage.

In der Saale-Stadt waren am Mittwoch zwei Menschen erschossen worden. Der oder die Täter waren auf der Flucht. Am frühen Nachmittag meldete die Polizei die Festnahme einer Person, ohne Details zu nennen

In Leipzig sollte am Abend das Lichtfest mit Zehntausenden Teilnehmern stattfinden. Auch der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hielt sich in der sächsischen Stadt auf. Das Lichtfest erinnert an den 9. Oktober 1989, den entscheidenden Tag der friedlichen Revolution in der DDR.

+++ Stadtwerke: Linienverkehr in Halle komplett eingestellt +++

Der gesamte Linienverkehr in Halle/Saale ist nach den tödlichen Schüssen am Mittwoch eingestellt worden. Das teilten die Stadtwerke mit. Straßenbahnen und Busse der Halleschen Verkehrs-AG fuhren somit nicht mehr.

+++ Polizei ruft zu Vorsicht und Zurückhaltung auf - keine Geiselnahme im Edeka in der Südvorstadt +++

Nach der Schießerei vor einer Synagoge gab es am Nachmittag Berichte über eine Geiselnahme im Edeka in der Südvorstadt. Diese Meldung kann die Polizei nicht bestätigen. Auf Twitter rief die Polizei abermals dazu auf, Ruhe zu bewahren.

Zudem bitten die Ermittler die Bevölkerung um Mithilfe. Auf Twitter teilt die Polizei mit, dass mehrere Hinweis-Telefone freigeschalten wurden. Wer also Hinweise zu den flüchtigen Tätern geben kann, soll sich bitte bei der Polizei melden.

+++ Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes nach Schüssen in Halle +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen Mordes von besonderer Bedeutung. Ob es sich um eine antisemitische Tat handelt, sei noch unklar, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

+++Stadtsprecher: Menschen in ganz Halle sollen in Gebäuden bleiben +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale sollen die Menschen im gesamten Stadtgebiet in Sicherheit in Gebäuden bleiben. Das sagte ein Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch.

+++ Synagoge zum Zeitpunkt der Schüsse voll besetzt +++

Zum Zeitpunkt der tödlichen Schüsse nahe der Synagoge in Halle/Saale war das jüdische Gotteshaus voll besetzt. Das sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle, Max Privorotzki dem "Spiegel". "Momentan sind 70 bis 80 Personen in der Synagoge", wurde Privorotzki zitiert. Die Sicherungsvorkehrungen am Eingang hätten "dem Angriff standgehalten", zitierte der "Spiegel" ihn am Mittwochnachmittag weiter. Derzeit feiern Juden auf der ganzen Welt den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur.

+++ Nach tödlichen Schüssen: Ministerpräsident unterbricht Brüssel-Besuch +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff einen Besuch bei der EU in Brüssel abgebrochen. Der CDU-Politiker verkürze seinen Aufenthalt und komme eher nach Sachsen-Anhalt zurück, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch. Haseloff hatte eigentlich mit Vertretern anderer Kohleregionen aus ganz Europa und EU-Vertretern über den Strukturwandel sprechen wollen. Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) unterbricht wegen der Tat in Halle seinen Urlaub und kehrt nach Magdeburg zurück, wie ein Ministeriumssprecher sagte.

+++ Bundesanwaltschaft nimmt Ermittlungen auf +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Das teilte die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe auf Anfrage mit. Zuerst hatte "Spiegel online" berichtet.

+++ Leipzig und Dresden verstärken Polizeischutz vor Synagogen +++

Nach den tödlichen Schüssen in Halle hat die Leipziger Polizei ihre Kräfte vor der Synagoge der benachbarten Stadt verschärft. Einer dpa-Reporterin zufolge stehen etwa fünf Polizisten vor dem Gebäude in der Innenstadt, davon sind mit Maschinenpistolen bewaffnet. Weitere Maßnahmen seien bislang noch nicht getroffen worden, so ein Sprecher. Man wolle das weitere Geschehen abwarten und dann entscheiden. Das für Mittwochabend vorgesehene Lichterfest anlässlich des 30. Jahrestages der friedlichen Revolution in Leipzig finde wie geplant statt. Auch vor der Synagoge in Dresden wurde nach Angaben der Polizei der Polizeischutz erhöht.

+++ Bundesinnenministerium: Hintergründe zu Halle noch unklar +++

Die Hintergründe der tödlichen Schüsse von Halle sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums noch unklar. Das sagte ein Sprecher des Hauses von Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, die Bundesregierung hoffe, dass der Täter oder die Täter schnell gefasst würden. Die Gedanken gingen "an die Freunde und die Familien der Todesopfer", sagte er.

+++ Grünen-Politiker Özdemir: "Schreckliche Nachrichten aus Halle" +++

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat sich bestürzt über die tödlichen Schüsse von Halle/Saale geäußert. "Schreckliche Nachrichten aus Halle, heute am jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur. Ich bin erschüttert & traurig", twitterte der frühere Grünen-Chef am Mittwoch. Allen Verletzten und Angehörigen wünschte er viel Kraft und dankte den Einsatzkräften. Ein Opfer der Schüsse von Halle lag bedeckt auf einer Straße gegenüber einer Synagoge in der Innenstadt.

+++ Warnung wegen Schusswaffengebrauchs in Landsberg +++

Nach den Schüssen in Halle/Saale haben die Behörden auch eine Warnmeldung für Landsberg herausgegeben. Gewarnt wurde vor Schusswaffengebrauch. Menschen sollen Gebäude und Wohnungen nicht verlassen, hieß es in der offiziellen Information. Landsberg ist etwa 15 Kilometer von Halle/Saale entfernt.

+++ Todesopfer liegt auf der Straße gegenüber der Synagoge +++

Ein Opfer der Schüsse von Halle liegt bedeckt auf einer Straße gegenüber einer Synagoge in der Innenstadt. Ein dpa-Reporter berichtete am Mittwoch, das Opfer liege etwa 30 Meter von der Synagoge entfernt auf dem Boden und sei mit einer blauen Decke bedeckt.

+++ Stadt Halle spricht nach Schüssen von "Amoklage" +++

Die Stadt Halle/Saale spricht nach den tödlichen Schüssen von einer Amoklage. "Im Zusammenhang mit einer Amoklage hat Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand den Stab für Außergewöhnliche Ereignisse einberufen", teilte die Stadt am Mittwoch mit. Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

+++ Video von Schießerei in Halle/Saale bei Twitter aufgetaucht +++

Nach den Schüssen von Halle/Saale haben Medien Bilder des angeblichen Täters veröffentlicht. Die in Halle erscheinende "Mitteldeutsche Zeitung" zeigte am Mittwoch ein Foto, auf dem ein dunkel gekleideter Mann mit Helm und Stiefeln zu sehen ist, der ein Gewehr im Anschlag hat. Der Mitteldeutsche Rundfunk zeigte ein Video, auf dem womöglich derselbe Mann aus einem Auto aussteigt und mehrfach seine Waffe abfeuert.

+++ Polizei nach tödlichen Schüssen: Bitte Spekulationen unterlassen +++

Die Polizei in Sachsen hat nach den tödlichen Schüssen in Halle/Saale vor Spekulationen gewarnt. "Bitte unterlasst zu diesem Zeitpunkt Spekulationen. Die Polizei wird informieren, wenn es neue Erkenntnisse gibt. Im Moment arbeiten alle Einsatzkräfte mit Hochdruck", twitterte die Polizei Sachsen am Mittwoch.

+++ Augenzeuge: Mann in Dönerladen in Halle/Saale erschossen +++

Einem Augenzeugen zufolge, der mit dem Nachrichtensender n-tv sprach, soll ein Mann in Tarnkleidung bewaffnet in einem Dönerladen in Halle/Saale eingedrungen sein und einen Gegenstand, der einer Handgranate ähnelte, geworfen haben. Das Geschoss sei jedoch am Türrahmen abgeprallt, bevor der Täter das Feuer eröffnete und eine männliche Person in dem Imbiss erschoss. Medienberichten zufolge sollen infolge der Schießerei die Sicherheitsvorkehrungen am jüdischen Feiertag Jom Kippur auch in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden verstärkt werden.

+++ Polizei meldet erste Festnahme nach Schießerei in Paulusviertel in Halle/Saale +++

Via Twitter hat die Polizei in Halle/Saale eine erste Festnahme vermeldet. Bei wem es sich bei der festgenommenen Person handelte, war zunächst unklar. Die Einsatzkräfte seien weiterhin im Einsatz und "stabilisieren die Lage", hieß es.

+++ Weitere Schüsse in Kreis Landsberg, Hauptbahnhof Halle gesperrt +++

Neben den Schüssen in Halle hat es auch Schüsse im rund 15 Kilometer entfernten Landsberg (Saalekreis) gegeben. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei Halle der dpa. Zu den näheren Umständen des Vorfalls in dem Ort östlich von Halle wollte sie zunächst nichts sagen.Der Bahnhof von Halle an der Saale ist nach Angaben der Deutschen Bahn wegen der polizeilichen Ermittlung ebenfalls gesperrt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch über Twitter mit. Es komme zu Verspätungen.

+++ Schießerei in Halle/Salle: 2 Todesopfer nach Schüssen bei Synagoge +++

Die Polizei in Halle/Saale informierte auf Twitter über den Einsatz. Anwohner wurden von den Ermittlern dazu aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben oder sichere Orte aufzusuchen. Der Schauplatz des Verbrechens in der Humboldtstraße wurde von der Polizei abgeriegelt, die Fahndung laufe "mit Hochdruck".

Wie die "Bild" erfahren haben will, soll im Zuge der Schießerei eine Handgranate auf den Jüdischen Friedhof geworfen worden sein. Die mutmaßlichen Täter befinden sich den Ermittlern zufolge "mit einem Fahrzeug" auf der Flucht. Medienberichten zufolge trugen die Verdächtigen Tarnkleidung und seien mit Lang- und Kurzwaffen ausgerüstet.

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loc/news.de/dpa

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