28.03.2019, 11.25 Uhr

Anschläge auf ICE-Strecken: So lief die Festnahme des Tatverdächtigen in Wien

Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab. Bild: Daniel Karmann/dpa

Die Festnahme durch österreichische Spezialkräfte in Wien erfolgte bereits am Montagmorgen gegen 5.00 Uhr. Bei den laufenden Vernehmungen sind auch deutsche Ermittler beteiligt. Gefragt nach möglichen Hintermännern, sagte der Sprecher des LKA München der Deutschen Presse-Agentur, man könne im Moment nicht ausschließen, dass es Mittäter, Mitwisser oder Hintermänner gab. Aber es gebe auch keine Hinweise darauf, "dass wir irgendwo eine konkrete Zelle oder Ähnliches sitzen haben".

Polizei stellt nach Hausdurchsuchung Beweismittel sicher

Bei der Durchsuchung der Wohnung und des Arbeitsplatzes des Irakers wurde nach seinen Worten "sehr viel sichergestellt", unter anderem Datenträger und Daten in arabischer Sprache. "Das gehört komplett ausgewertet", sagte der LKA-Sprecher. Die Untersuchungen seien noch lange nicht abgeschlossen.

Die Auslieferung nach Deutschland sei noch nicht beantragt, hieß es von der Generalstaatsanwaltschaft München. Aber man wolle dies prüfen, sagte ein Sprecher.

Staatsanwaltschaft Wien beantragt Untersuchungshaft

Gegen den Verdächtigen hat die Staatsanwaltschaft Wien Untersuchungshaft beantragt wegen des Verdachts der terroristischen Straftaten des versuchten Mordes und der schweren Sachbeschädigung sowie der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und dem Verbrechen der kriminellen Organisation. Auch das Amtsgericht München hat Haftbefehl erlassen: wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr und versuchter Störung öffentlicher Betriebe.

Der Iraker hat nach Angaben seines Anwalts allein gehandelt. Er behaupte, kein Mitglied einer Terrorzelle zu sein, sagte er der Wiener Zeitung "Die Presse".

Terror-Verdacht: Auch Festnahmen in Deutschland

Erst am Freitag hatte die Polizei im Rhein-Main-Gebiet mehrere Salafisten festgenommen, die einen Terroranschlag geplant haben sollen. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen sie verabredet haben, «einen islamistisch-terroristisch motivierten Anschlag unter Einsatz eines Fahrzeugs und Schusswaffen zu verüben und dabei so viele "Ungläubige" wie möglich zu töten», wie eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft mitteilte.

Insgesamt wurden elf Menschen festgenommen. Einer davon offensichtlich in anderem Zusammenhang, denn die Ermittlungen richten sich lediglich gegen zehn Beschuldigte zwischen 20 und 42 Jahren.

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pap/news.de/dpa

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