22.11.2018, 15.53 Uhr

Datenschutz-Wahn der EU: Kinder dürfen KEINE Wunschzettel an den Weihnachtsmann schicken

Enttäuschung von Kindern in Franken. Aufgrund der neuen Datenschutz-Grundverordnung der EU dürfen Sie dem Weihnachtsmann dieses Jahr keine Wunschzettel schreiben. Kann der Radiosender "Antenne Bayern" die Kleinen retten?

Wegen der DGVO gibt es dieses Jahr keine Wunschzettel-Aktion zu Weihnachten. Bild: fotolia (Symbolbild)

Der Weihnachtsmann wäre beim Wünsche erfüllen in Franken um ein Haar an der Datenschutz-Grundverordnung der EU gescheitert.

Verbietet die DGVO Wunschzettel an den Weihnachtsmann?

Was war geschehen? In der Stadt Roth können Kinder Wünsche wie "Einmal Feuerwehrmann sein" seit Jahren auf einen Zettel schreiben und an den Weihnachtsbaum auf dem Christkindlesmarkt hängen. Mit Partnern erfüllt die Stadt dann viele dieser Herzensanliegen. Mit Verweis auf neue Datenschutz-Regeln sagte die Kommune die Aktion dieses Jahr aber ab.

Der Radiosender Antenne Bayern entwarf daraufhin kurzerhand einen neuen Wunschzettel - und rettete die weihnachtliche Tradition. "Das alte Formular war nicht mehr datenschutzkonform", erklärte eine Sendersprecherin am Donnerstag. Auf dem alten Wunschzettel habe der Hinweis gefehlt, dass die Kontaktdaten der Familien an Dritte - wie etwa Sponsoren - weitergegeben werden.

Keine Weihnachts-Aktion in diesem Jahr

Nach Rücksprache mit Experten entwarf der Sender einen neuen Wunschzettel-Vordruck, auf dem ein entsprechender Vermerk steht. Diesen müssen die Eltern nun per Unterschrift bestätigen. "Wir freuen uns, dass wir die Aktion retten konnten und Kinderaugen wieder zum Strahlen bringen können", sagte die Antenne-Sprecherin.

Die Stadt war zunächst nicht für Anfragen zu erreichen. Mit Verweis auf die im Mai in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung der EU hatte die Kommune vor gut einer Woche mitgeteilt, dass die beliebte Wunschzettel-Aktion in diesem Jahr ausfallen müsse. "Das Ausfüllen der Wunschzettel würde zu einem bürokratischen Akt werden", hieß es. Man arbeite an einer "praktikablen Lösung für die Zukunft" - die Umsetzung werde allerdings erst im nächsten Jahr möglich sein.

EU wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Vertretung der Europäischen Kommission in München betonte, die neuen Regeln zum Datenschutz verbieten "in keiner Weise Wunschzettel-Aktionen zu Weihnachten". Wenn die Eltern zustimmten, dürften die Kontaktdaten der Familie aufgenommen werden. In einer Mitteilung hieß es: "Das sind die Regeln, die schon seit 20 Jahren gelten. Die Datenschutz-Grundverordnung hat daran nichts geändert."

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soj/rut/news.de/dpa

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