30.10.2018, 18.29 Uhr

Unwetter in Europa 2018: Klimawandel verschärft Umweltprobleme im Mittelmeerraum

Vor allem in Venedig ist man Hochwasser gewohnt, doch die Lage am Montag war so kritisch wie selten. Bild: dpa

Der Klimawandel verschärft nach Ansicht von Forschern viele Umweltprobleme im Mittelmeerraum. Die steigenden Temperaturen führten dazu, dass sich Wasserknappheit sowie Gesundheits- und Sicherheitsprobleme in den kommenden Jahrzehnten deutlich verschärften, sagte Elena Xoplaki von der Universität Gießen. Bereits jetzt liege die jährliche Mitteltemperatur im Mittelmeerraum 1,4 Grad Celsius über dem vorindustriellen Zeitalter, berichtete Xoplaki zusammen mit anderen Wissenschaftlern aus neun Ländern kürzlich in der Zeitschrift "Nature Climate Change".

Demnach ist der Meeresspiegel in den vergangenen 20 Jahren um sechs Zentimeter gestiegen, und die Niederschläge in einigen Regionen des Mittelmeeres könnten in Zukunft um bis zu 30 Prozent geringer ausfallen. "In politisch instabilen Ländern können die Folgen des Klimawandels zudem sozioökonomische Risiken darstellen, die zu Konflikten, Hungersnöten und Migration führen können", sagte Xoplaki.

Mehr als 60 Unwetter-Totein Frankreich, Italien, Spanien und Tunesien

In den vergangenen Wochen hatten heftige Unwetter in einigen Ländern des Mittelmeerraumes zu starken Überflutungen geführt. Mehr als 60 Menschen kamen ums Leben, unter anderem in Frankreich, Italien, Spanien und Tunesien. Besonders hart trafen Wetterkapriolen in diesem Jahr Mallorca. Dort fielen am Abend des 9. Oktobers binnen weniger Stunden 233 Liter Wasser pro Quadratmeter. Die Wassermassen rissen 13 Menschen in den Tod. Auch andere Regionen Spaniens erlebten Regenrekorde.

Rund 500 Kilometer weiter nördlich, an der französischen Mittelmeerküste, spülten bei einem anderen Unwetter heftige Regenfälle fünf Autos bis ins Meer. Und kürzlich versanken die Straßen der italienischen Hauptstadt Rom unter Hagel und Eisbrocken, wie nach einem Schneesturm in den Alpen.

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rut/kad/news.de/dpa

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