05.09.2018, 15.40 Uhr

Vogelgrippe 2018 in Deutschland: Experten warnen! So gefährlich ist die Geflügelpest wirklich

Da sind sich die Experten einig: Der Nachweis eines gefährlichen H5-Vogelgrippe-Erregers in Deutschland kommt nicht überraschend. Im Gegenteil: Die Gefahr, dass die Tierseuche in Deutschland auftritt, ist weiterhin hoch.

Der Nachweis eines gefährlichen H5-Vogelgrippe-Erregers in Deutschland kommt nicht überraschend. Bild: dpa

Nach dem Vogelgrippe-Ausbruch in einer Geflügelhaltung bei Wismar (Mecklenburg-Vorpommern)sind dort alle 130 Tiere getötet worden. Um welchen Subtyp des Erregers es sich handelt, ist bislang noch offen. Der Nachweis eines gefährlichen H5-Vogelgrippe-Erregers in Deutschland kommt für die Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) nicht überraschend.

Die Situation habe sich zum Frühlingsende und Sommeranfang in Europa zwar deutlich entspannt, dennoch habe es immer wieder einzelne Nachweise gegeben, sagte eine Sprecherin des Forschungsinstitute am Montag.

Vogelgrippe 2018: H5N8- und H5N6-Ausbrüche in diesem Sommer

So wurden Anfang Juli tote Wildvögel auf der dänischen Insel Vejrø positiv auf H5N6 getestet, davor auch in Großbritannien und Schweden. In Bulgarien hatte es im Sommer mehrere Ausbrüche von H5N8 in Legehennenbetrieben gegeben. In Deutschland wurde die Vogelgrippe das letzte Mal im März 2018 nachgewiesen worden. Dieser Ausbruch in einer Geflügelhaltung auf der Hallig Süderoog blieb ein lokaler Einzelfall.

Gefahr der Vogelgrippe bleibt 2018 weiter hoch

Die Gefahr, dass die Tierseuche in Deutschland auftritt, sei weiterhin hoch, hieß es vom FLI weiter. Mit dem nahenden Herbst könnten sich die Bedingungen für den Erreger in Deutschland sogar wieder verbessern. Bei sinkenden Temperaturen und mehr Feuchtigkeit blieben die Influenzaviren in der Umwelt länger stabil als bei Trockenheit und starker UV-Einstrahlung, sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking.

Übertragung in Deutschland durch Wildvögel begünstigt

Zudem kämen durch den Vogelzug wieder mehr Wildvögel an den Rastplätzen eng zusammen, was ebenfalls eine Virusübertragung begünstigen könnte. Geflügelhalter sollten deshalb auf die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen achten und möglichst den Kontakt ihres Geflügels mit Wildvögeln vermeiden. Mit 92 Ausbrüchen in Geflügelhaltungen und Zoos erlebte Deutschland 2016/2017 diegrößte jemals dokumentierte Serie von Geflügelpest. Im darauffolgenden Winter wurde der Erreger ebenfalls nachgewiesen, allerdings deutlich seltener als im Vorjahr.

Vogelgrippe beim Menschen? Das sind mögliche Symptome

Eine Ansteckung über infizierte Lebensmittel ist nach Auskunft des Bundesinstituts für Risikobewertung "theoretisch denkbar, aber unwahrscheinlich". Eine Übertragung ist nahezu ausgeschlossen. Verdächtige Symptome wären theoretisch Fieber, Husten, Hals- und Kopfschmerzen. Allerdings: In China starben an einer Variation der Vogelgrippe H7N9 vor fünf Jahren mehrere Dutzend Menschen.

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rut/kad/news.de/dpa

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