03.01.2018, 16.12 Uhr

Sturmtief "Burglind":    Zoos in Bayern schließen wegen "Burglind" - kein Zug auf Zugspitze

Das neue Jahr startet mit Unwetter. Bild: Fotolia/trendobjects

Ausgerechnet in den Ferien haben mehrere Zoos in Bayern am Mittwoch geschlossen - wegen Tief "Burglind". "Zur Sicherheit von Besuchern, Tieren und Mitarbeitern haben wir entschieden, den Tierpark heute nicht zu öffnen", teilte der Direktor des Münchner Tierparks Hellabrunn mit. "Bei orkanartigen Böen besteht beim alten Baumbestand Hellabrunns eine starke Gefahr vor herunterfallenden Baumteilen. Gefährliche Tiere wie Großkatzen und Bären bleiben in ihren Ställen." Auch der Augsburger Zoo teilte mit, dass er aufgrund der aktuellen Wetterwarnung geschlossen bleibe.

Die Betreiber der Zugspitzbahn teilten mit, dass die Zahnradbahn ausschließlich zwischen den Zugspitzbahnhöfen Garmisch-Partenkirchen und Eibsee verkehrt - auf Deutschlands höchsten Berggipfel geht es aber nicht. Auch das Skigebiet Garmisch-Classic bleibe geschlossen. Andernorts könnten ebenfalls Liftanlagen wegen des drohenden Sturms den Betrieb einstellen, hieß es in einer Mitteilung weiter.

Unwetter durch Orkantief verwüstet Hunsrück und Westerwald

Einen Überblick, wie groß die Schäden waren, gab es zunächst nicht. "Ich glaube, wir werden diese Bäume heute nicht mehr zählen können." Es seien einfach zu viele, erklärte die Sprecherin. Das Unwetter sorgte außerdem im Hunsrück und im Westerwald für Chaos, wie ein Polizeisprecher in Koblenz mitteilte.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. "Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um", sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen in der Nacht zum Mittwoch. Vor allem in Wäldern solle man sich am Mittwoch lieber nicht aufhalten.

Namensgeberin von "Burglind" wollte sich selbst eine Freude machen

Sturmtief "Burglind" verdankt seinen Namen einer Berlinerin. Sie habe sich die Wetterpatenschaft für das zweite Tiefdruckgebiet dieses Jahres selbst geschenkt, sagte eine Mitarbeiterin des Instituts für Meteorologie der Freien Universität (FU) Berlin am Mittwoch.

Das Institut der FU vergibt seit 1954 Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. In diesem Jahr bekommen die Tiefs weibliche Namen, die Hochs männliche. Begonnen wird am Jahresanfang immer mit "A". Dann geht es in alphabetischer Reihenfolge weiter. "Burglind" ist bereits das Tief "Alja" vorausgegangen. Das erste Hoch des Jahres wird "Adam" heißen.

Patenschaften für Hochdruckgebiete kosten den Angaben nach 299 Euro, bei den Tiefdruckgebieten sind es 199 Euro. In diesem Jahr werden noch Namensgeber für Tiefdruckgebiete mit den Anfangsbuchstaben "Q" und "X" gesucht. Bei den Hochdruckgebieten sind noch Patenschaften mit den Anfangsbuchstaben "Q", "X", "Y" und "Z" zu haben.

Warnung vor Unwetter, Orkan- und Sturmböen am 3. Januar 2018

Am Vormittag sollte die Kaltfront in Richtung südliches Hessen, Baden-Württemberg und Bayern weiterziehen. Der Wind dürfte laut Hausen Spitzengeschwindigkeiten zwischen 100 und 130 Stundenkilometern erreichen. Die Unwettergefahr nehme im Laufe des Vormittags vom Westen aus ab, so der Meteorologe. An der Nordseeküste könne es am späten Vormittag orkanartige Böen geben.

Ganztägig wird im Alpenvorland in Höhenlagen ab 1500 Metern vor Orkanböen gewarnt. In Hochlagen im Harz und auf dem Fichtelberg im Erzgebirge gilt das bis Donnerstagmorgen

Wettervorhersage aktuell: Hochwassergefahr steigt durch Regen

Heftiger Regen Anfang Januar 2018 könne zudem dazu führen, dass die Gefahr von Hochwasser wieder steigt. Die Böden seien schon jetzt mit Nässe voll und die Flusspegel recht hoch. Durch die milden Temperaturen und Tauwetter steigt die Hochwassergefahr zusätzlich, die vor allem im Südwesten am Oberrhein besteht. Aktuell warnt der Deutsche Wetterdienst vor allem dort vor ergiebigem Dauerregen mit Niederschlagsmengen zwischen 70 und 100 beziehungsweise in Staulagen bis zu 120 Litern pro Quadratmeter. Alle aktuellen DWD-Unwetterwarnungen finden Sie hier auf einen Blick.

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kad/kns/news.de/dpa

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