20.02.2017, 08.52 Uhr

Irres US-Recht: Vergewaltiger dürfen ihre Kinder sehen

Die USA haben uns schon mit so manchem kuriosen Gesetz amüsiert. Doch dieses schockiert. Wurde bei einer Vergewaltigung ein Kind gezeugt, hat der Peiniger später ein Besuchsrecht.

Nicht selten fordern Vergewaltiger in den USA ein Besuchsrecht für ihre Kinder ein. Bild: Fotolia/ Antonioguillem

Für Missbrauchsopfer ist dieses Gesetz wie ein Schlag ins Gesicht. Wurde eine Frau vergewaltigt und durch diesen Missbrauch schwanger, hat ihr Peiniger laut US-Gesetz ein Recht darauf, später sein Kind zu sehen. Fälle wie diese sind nicht selten.

So berichtete "brigitte.de" im Dezember 2016 über einen solchen Fall. Ein 20-Jähriger hatte die kleine Schwester (14) seiner Freundin mehrmals vergewaltigt. Das Mädchen wurde schwanger und brachte ein Kind auf die Welt. Ihr Peiniger erhielt lediglich eine Bewährungsstrafe. Zudem wurde er zur Zahlung von Unterhalt verurteilt.

Vergewaltiger will seine Tochter sehen - und bekommt recht!

Doch daraufhin dachte er sich "Wenn ich Unterhalt zahle, dann will ich mein Kind auch sehen". In erster Instanz lehnte ein Richter diesen Wunsch ab und bezeichnete ihn als "unaufrichtig". Doch später kam der Fall erneut vor Gericht und der Vergewaltiger gewann den Prozess. Die Begründung: Würde man dem Vater das Umgangsrecht verweigern, so könnte er die Zahlung von Unterhalt einstellen. Das wiederum wäre unfair dem Kind gegenüber, da es nicht die volle finanzielle Unterstützung erhalten würde.

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Jede Woche muss das Opfer seinem Peiniger gegenübertreten

Auch das "SZ Magazin" berichtete kürzlich über einen Fall dieser Art. Eine Amerikanerin namens Noemi muss ihrem Peiniger jeden Dienstag wieder gegenübertreten, da ihr Vergewaltiger immer an diesem Tag seine Tochter abholt und zweieinhalb Stunden mit ihr verbringen darf - allein.

Vier Jahre ist die Tochter von Noemi alt. Im kommenden Jahr muss Noemi dann auch dulden, dass ihre Tochter bei ihrem Vergewaltiger übernachten darf. Das hat ein Gericht in Nebraska entschieden. "Meine größte Angst ist, dass er meinem Kind etwas antut oder irgendetwas Schlimmes passiert. Ich kann nicht abschätzen, was er mit meiner Tochter vorhat", wird Noemi vom "SZ Magazin" zitiert.

Wäre so etwas auch in Deutschland möglich?

Theoretisch wäre ein solcher Fall auch in Deutschland möglich. Zwar ist es hier eher selten, dass ein Vergewaltiger Kontakt zu einem während des Missbrauchs gezeugten Kind aufnimmt, doch er könnte - rein theoretisch - sein Besuchsrecht einfordern.

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fka/loc/news.de

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