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08.02.2017, 13.26 Uhr

Tochter für Sex angeboten: Tochter zwangsprostituiert: Angeklagter stritt alle Vorwürfe ab

Die Angeklagten Nicole G. (l) und Clemens F. (r) standen in Hildesheim vor Gericht. In dem Prozess gegen die Mutter, die ihre 16-jährige Tochter als Prostituierte verkauft haben soll, ist jetzt das Urteil gefallen. Bild: Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa

Die Urteilsverkündung am Mittwoch: Im Saal 147 sind wieder Zuschauer zugelassen. Die Angeklagte zieht die Kapuze ihrer hellen Jacke tief ins Gesicht, ihr Freund versteckt sich hinter einer schwarzen Mappe, die er während der gesamten Urteilsbegründung hochhält. Die 37-Jährige schaut kein einziges Mal zu ihren Töchtern, die ihr genau gegenübersitzen. Sie wirkt gleichgültig, stützt den Kopf behäbig auf und blickt ins Leere.

Mutter gesteht Tat vor Gericht

Die Vorsitzende Richterin Barbara Heidner nennt keine Einzelheiten, betont aber, dass die Aussagen der Opfer detailreich und glaubhaft gewesen sind. In diesem Moment füllen sich die Augen der älteren Tochter mit Tränen. Sie leide unter dieser Tat besonders, weil es die eigene Mutter gewesen sei, die sie verkauft habe, sagt die Richterin. Zugunsten der nicht vorbestraften Angeklagten wertet die Jugendkammer das umfassende Geständnis, in dem sie auch ihren mitangeklagten Freund belastet.

Täter streitet alles ab

Der Mann hatte im Prozess von einem Komplott der Mutter und einer der Töchter gesprochen. Er behauptet, nie der Lebensgefährte der Mutter gewesen zu sein und mit ihr nie Sex gehabt zu haben. Zahlreiche Fotos widerlegten dies, sagt die Richterin. Es gebe keinerlei Anhaltspunkt für eine Verschwörung: Die Angeklagte und ihre Töchter hätten überhaupt kein Verhältnis mehr.

4 Jahre Knast: Opfer erleichtert über Urteil

Nach der Verhandlung wirkt die ältere Tochter erleichtert und lächelt etwas, die jüngere zeigt kaum eine Regung. "Für die Mädchen sind die Freiheitsstrafen ein wichtiges Signal und auch eine Genugtuung", sagt ihre Anwältin. "Sie haben in unglaublichem Maße unter den Taten gelitten. Die Mutter hätte sich entschuldigen können."

Die 37-Jährige akzeptiert das Urteil. Der Verteidiger des 40-Jährigen lässt zunächst offen, ob sein Mandant Revision einlegen wird. Weil sich das Verfahren der Richterin zufolge wegen der Überlastung der Kammer so lange hinausgezögert hat, gelten jeweils drei Monate der Strafen bereits als verbüßt.

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loc/news.de/dpa

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