09.08.2016, 09.12 Uhr

Prozessauftakt in Kiel: 4-Jähriger im Flüchtlingsheim vergewaltigt?

Ein junger Afghane muss sich ab Dienstag vor Gericht verantworten. Er soll in einer Flüchtlingsunterkunft einen erst 4 Jahre alten Jungen vergewaltigt haben. Geprüft werden muss auch, ob der mutmaßliche Täter einen Komplizen hatte.

In Kiel startet der Prozess gegen einen Flüchtling. Er soll in einer Unterkunft einen 4-jährigen Jungen missbraucht haben. (Symbolbild) Bild: Fotolia.com/Giuseppe Porzani

Am Landgericht Kiel begann am Dienstag (09.08.2016) der Prozess gegen einen Mann, der in einer Flüchtlingsunterkunft Ende März einen vier Jahre alten Jungen sexuell missbraucht haben soll. Die Anklage wirft dem 22-jährigen Afghanen vor, sich in der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Boostedt bei Neumünster an dem Kind vergangen zu haben.

Angeklagter weist Vergewaltigungs-Vorwürfe zurück

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll sich der Afghane Ende März in der Unterkunft in einer Toilettenkabine an dem Flüchtlingskind aus dem Irak vergangen haben. Der Angeklagte weist die Vorwürfe jedoch zurück. Der 22-Jährige sagte zu Verhandlungsbeginn, er habe dem Jungen lediglich geholfen, indem er ihm die Tür zur Kabine geöffnet und ihn auf dessen Bitte auf die Toilettenbrille gesetzt habe. Dann sei er gegangen.

Prozess gegen mutmaßlichen Vergewaltiger eines 4-Jährigen - gab es einen Komplizen?

In dem Fall muss sich auch ein 29-Jähriger vor Gericht verantworten, der Schmiere gestanden haben soll. Er soll zudem mit einem Messer den acht Jahre alten Bruder des Vierjährigen bedroht haben. Der Junge hatte das Geschehen mitbekommen. Dieser Angeklagte machte von seinem Schweigerecht Gebrauch und sagte nicht aus.

Die beiden Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind zunächst neun weitere Termine angesetzt.

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lid/zij/news.de/dpa

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