30.04.2020, 10.59 Uhr

Walpurgisnacht am 30.04.2020: Hexenfeuer abgesagt! Alles zur Bedeutung der mystischen Nacht

In diesem Jahr wird es in Deutschland wegen der Corona-Pandemie keine Hexenfeuer geben. Dennoch stellen wir uns die Frage: Warum zelebrieren wir eigentlich die Walpurgisnacht und welche Rituale gibt es?

Zur Walpurgisnacht verkleidet sich so manch eine Dame als Hexe. Bild: Swen Pförtner/dpa

In der Walpurgisnacht sind jedes Jahr in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai die Hexen und Teufel los. Dabei hat der Brauch einen ganz unheidnischen Ursprung. Denn die Walpurgisnacht geht auf die heilige Walburga zurück. Und diese war eine Äbtissin, lebte im achten Jahrhundert und wird in der katholischen Kirche als Heilige verehrt.

Ursprünge der Walpurgisnacht: Glockenläuten zur Hexenabwehr im tiefsten Mittelalter

Bereits im Mittelalter legte man ihren Gedenktag auf den 1. Mai. Und weil man im Mittelalter bekanntlich ziemlich viel Angst vor Hexen und Zauberern hatte, läutete man zur Abwehr des bösen Hexentreibens die Kirchenglocken. Das sollte die Menschen beschützen, die auf dem Besen reitenden Weibsbilder verscheuchen. Besonders gut geholfen hat das aber scheinbar nicht, denn schätzungsweise 25.000 Menschen fielen der Hexenverfolgung auf deutschem Boden zum Opfer.

Der Hexensabbat der Walpurgisnacht hat antisemitische Wurzeln

Doch die Vorstellung eines geheimen Treffens von Hexen und Teufeln kam erst im 15. Jahrhundert auf und hat mit dem damaligen Antisemitismus zu tun. Denn der Hexen-"Sabbat" leitet sich vom hebräischen Feiertag, dem Schabbat, ab. Der Feiertag wurde, wie die Juden selbst, verteufelt und als das Böse dargestellt. Ihnen wurden schlimme und teuflische Verbrechen unterstellt. Darunter zählten unter anderem Ritualmorde, die Anbetung von Teufeln und Dämonen und Gräueltaten an der europäischen Bevölkerung.

Revival: Goethes Faust machte das Hexenfest zum Dauerbrenner

Zum Ende des Mittelalters - und dem Ende der Hexenverfolgung flaute die Bedeutung der Walpurgisnacht ein wenig ab. Zumindest bis im Jahre 1808 Johann Wolfgang Goethe seinen "Faust" herausbrachte und die Walpurgisnacht wieder populär wurde. In der Geschichte wird Faust von Mephisto in der Walpurgisnacht auf den Blocksberg gebracht - und da feierten die Hexen und Teufel gerade eine Orgie.

Die Blocksberge im Harz
Walpurgisnacht
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Die Bräuche und Rituale der Walpurgisnacht

Vielerorts wird im Mai der Maibaum errichtet. Dieser steht für Fruchtbarkeit, die man sich für die Ernte dieses Jahres erhofft, und erinnert gleichzeitig an die Schöpfungsgeschichte und den Baum des Lebens. Die Höhen- oder Hexenfeuer sollen wohl vor Seuchen schützen, welche vor allem im Mittelalter durch Pest eine große Gefahr waren. Auch böse Geister sollten durch die Feuer vertrieben werden.

Brennend vor Liebe: Der 1. Mai ist auch für Verliebte da

In einigen Regionen Deutschlands wird der 1. Mai auch als Liebes-Outing genutzt. Nämlich dann, wenn ein Mann seiner Angebeteten ein Maibäumchen vor die Tür stellt und damit öffentlich um sie wirbt - ein Brauch, der sich vor allem im Süden und Südwesten des Landes bis heute hält. Und ganz mutige Paare können auch den gemeinsamen Maisprung über das heruntergebrannte Hexenfeuer wagen. Wenn es beide zusammen schaffen, haben sie sozusagen die erste gemeinsame Feuerprobe ihrer Beziehung bestanden - ein gutes Omen für die Zukunft.

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gea/sam/news.de

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