Von news.de-Redakteurin Ina Bongartz - Uhr

Amoklauf in Winnenden und Newtown: Amoklauf an Schule in Winnenden, Massaker an Grundschule in Newtown - Das sagen die Väter der Mörder

Wut, Ohnmacht und Verzweiflung herrschten nach dem Amoklauf von Winnenden 2009. Bild: dpa

Amoklauf von Winnenden: 2009 erschoss Tim Kretschmer 16 Menschen

Es war der 11. März 2009 als der damals 17-jährige Tim Kretschmer an der Albertville-Realschule in Winnenden ein schreckliches Blutbad anrichtete. Mit der Pistole seines Vaters, die er aus dem elterlichen Kleiderschrank entwendet hatte, tötete Tim 15 Menschen und zuletzt nach mehrstündiger Flucht sich selbst. Als die Polizisten Tims Vater von den Taten seines Sohnes berichten, fragt er gleich: "Ist er tot? (...) Gut.".

Vater des Attentäters von Winnenden Tim K. ist Jahre später wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte seine Pistole nicht in einem Tresor aufbewahrt. Es war das erste Mal, dass ein quasi Unbeteiligter nach einem Amoklauf verurteilt wurde.

Blutbad an Albertville-Realschule in Winnenden - Vater von Tim Kretschmer: "Er fehlt mir so"

Vor Gericht sagte Tims Vater später unter Tränen: "Er fehlt mir so." Es sei nicht so, dass der Amokläufer von Winnenden nicht geliebt wurde. Ein Name stehe jedoch bis heute nicht auf dem Grab seines Sohnes. Es liegt verborgen im Gestrüpp auf einem Waldfriedhof.

Nach mehr als sechs Jahren seit dem Amoklauf von Winnenden ist der Vater des Täters vom Gericht zu Schadensersatz verurteilt worden. Er muss der Unfallkasse Baden-Württemberg die Kosten für die Heilbehandlung von Schülern, Eltern und Lehrern ersetzen. Die Versicherung machte eine Forderung von knapp 717.000 Euro geltend. Seit Jahren schwelt der Streit darüber, wieviel Geld die Eltern des Amokläufers an Hinterbliebene der Opfer und an Überlebende zahlen müssen.

Massaker an Sandy Hook Grundschule in Newtown: Adam Lanza richtet 20 Kinder

Am 12. Dezember 2012 stürmte der 20-jährige Adam Lanza die Sandy Hook Grundschule in Newtown und erschoss 27 Menschen, darunter 20 Kinder (12 Mädchen und 8 Jungen). Zwei Jahre nach dem schrecklichen Amoklauf meldete sich Peter Lanza, der Vater des Todesschützen, öffentlich in der US-Zeitschrift "The New Yorker" zu Wort.

Dort erklärte er, dass er jede Nacht von seinem Sohn träume und die Angst seiner Opfer spüren könne: "Wie sehr hasse ich mich dafür, dass er mein Sohn ist", sagte Lanza im "New Yorker". Sein Adam sei ein schräger kleiner Junge gewesen, überempfindlich gegen jede Art von Berührung. Die Grundschule Sandy Hook habe er als Kind geliebt, immer davon geschwärmt, wie schön es dort gewesen sei.

FOTOS: Massaker an US-Schule «Unsere Herzen sind gebrochen»

Amoklauf an Newtown Grundschule: Das sagt Peter Lanza über seinen Mörder-Sohn

Allerdings habe Adam Lanza später an Panik-Attacken gelitten. Sein Vater gab zu: "Es war klar, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist mit ihm. Sein asoziales Verhalten, seine Ängste, seine Unfähigkeit zu Schlafen und sich zu konzentrieren, sein gebückter Gang und seine Weigerung, Augenkontakt zu halten, wir konnten die Veränderungen sehen. (...) Aber Adam wollte keine Therapie."

Peter Lanza ist überzeugt, dass sein Sohn Adam keine Gefühle für ihn gehabt habe. "Ich glaube, Adam hätte mich innerhalb einer Sekunde umgebracht, wenn er die Chance dazu gehabt hätte." Deswegen habe er auch seine Mutter Nancy vor seinem Amoklauf mit vier Schüssen hingerichtet. Peter Lanza sagt: "Einen Schuss für Nancy, einen Schuss für Adam, einen für seinen Bruder Ryan und einen für mich."

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Google+ und Twitter? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

boi/gea/news.de/dpa

  • Seite:
  • 1
  • 2