Von news.de-Volontärin Anne Geyer - 06.08.2015, 11.07 Uhr

70 Jahre Hiroshima: Das waren die verheerenden Folgen des Atombomben-Abwurfs

Vor 70 Jahren starben auf einen Schlag 14.000 Menschen, als die Amerikaner eine Atombombe auf Hiroshima warfen. Im Laufe der nächsten Jahre starben insgesamt 140.000 Japaner an den Spätfolgen. Wie blicken zurück auf den ersten verheerenden Atombomben-Einsatz und die schlimmen Folgen.

Am Donnerstagmorgen gedachte Japan der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima durch die US-Luftwaffe vor 70 Jahren. Tausende Menschen versammelten sich zu einer Schweigeminute. Genau um 8.15 Uhr - dem Zeitpunkt, als die Amerikaner 1945 die erste im Krieg eingesetzte Atombombe über der westjapanischen Stadt abwarfen. Schätzungsweise 140.000 Menschen starben binnen weniger Monate. Auch die nachfolgenden Generationen haben mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Immer noch sterben Menschen an den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung.

Mehr zum Thema: Atomkatastrophen verursachen schwere psychische Folgen.

In Japan betete man am Donnerstagmorgen für die Opfer von Hiroshima. Bild: Kimimasa Mayama/picture alliance/dpa

Hiroshimas Bürgermeister fordert: "No more Hiroshimas. No more Nagasakis"

Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui forderte in seinem Friedensappell die Abschaffung aller Atomwaffen. Die Überlebenden litten noch heute physisch und psychisch unter den Folgen der Verstrahlung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schloss sich in einer verlesenen Grußbotschaft dem Appell der Überlebenden der Atombombenabwürfe an: "No more Hiroshimas. No more Nagasakis." Über Nagasaki warfen die Amerikaner 2 Monate nach der Attacke auf Hiroshima ebenfalls eine Atombombe ab. Dies kostete weitere 70.000 Menschen auf einmal das Leben.

Ein 6000 Grad heißer Feuerball verschlang Hiroshima in Sekunden

Am 6. August 1945 um 8.15 Uhr explodierte in 580 Metern Höhe eine Atombombe über Hiroshima. Dadurch entstand eine riesige Druckwelle, welche die Stadt in einem Umkreis von 5 Kilometern auf einen Schlag komplett zerstörte. Eine 6.000 Grad Celsius heiße Feuerwelle verschlang alles: Menschen, Tiere, Gebäude. Die Menschen, die den Anschlag überlebten, konnten eine riesige weiße Wolke über der Stadt aufgehen sehen, so wie es bei einer Atombomben-Explosion üblich ist.

Die Nachwehen der Atombombe sind bis heute spürbar

Bis zu jenem Morgen war die Atombombe noch unbekannt gewesen. Die Menschen wussten nicht, welches Unheil da über sie hereingebrochen war. Selbst wer den Anschlag überlebte, war verstrahlt. Viele kamen nur wenig später wegen der gesundheitlichen Schäden ums Leben. 100.000 Menschen starben über die nächsten Jahre an Spätfolgen. Die nächste Generation wurde mit Beeinträchtigungen geboren. Noch heute erkranken viele an Krebs, wegen der hohen radioaktiven Belastung. Die Nachwehen der Atombombe sind also bis heute spürbar. Die Menschen leiden nicht nur physisch, sondern auch psychisch.

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