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Von news.de-Redakteurin Juliane Ziegengeist - 05.01.2014, 09.00 Uhr

Das Geschäft mit dem Tod: Wie Bestatter Trauernde über den Tisch ziehen

Wer einen lieben Menschen verliert, muss nicht nur seine Trauer bewältigen, sondern den Toten auch zur letzten Ruhe betten. Wer da beim Bestatter nicht das Kleingedruckte liest, wird schnell ausgenutzt und abkassiert. Denn gerade bei vermeintlichen Billigangeboten wird oft ordentlich draufgezahlt.

Jahr um Jahr werden in Deutschland rund 850.000 Beerdigungen durchgeführt. Während Angehörige die wohl schlimmste Zeit ihres Lebens bewältigen müssen, bedeutet jeder Todesfall für die Bestattungsunternehmen dieser Republik ein lukratives Geschäft. Etwa drei Milliarden Euro werden jährlich umgesetzt.

Nicht immer wird dabei auf die Wünsche der Betroffenen eingegangen, die neben der Trauer um ihre Lieben oft auch die finanzielle Sorge plagt. Denn Bestattungen sind teuer - erst recht, wenn die Unternehmer den Schockmoment ihrer Kunden ausnutzen, um sie über den Tisch zu ziehen. Und das passiert, wie die WDR-Reportage «Das Geschäft mit Bestattungen» zeigt, noch viel zu oft.

FOTOS: Ewige Ruhe Die schönsten Friedhöfe der Welt
zurück Weiter Die schönsten Friedhöfe der Welt (Foto) Foto: friedhof-ansichten.de/Helga Wilutzki Kamera

Bestatter locken mit falschen Billigangeboten

Denn im Internet locken zahlreiche Bestattungsinstitute mit Billigtarifen, die sich am Ende meist als betrügerische Kundenfallen herausstellen. Allein eine Grobrechnung beweist, dass Pauschalangebote von 490 Euro überhaupt nicht realisierbar sind. Mit Sarg (500 Euro), Schmuckurne (150 Euro), Krematorium (350 Euro), Trauerfeier (200 Euro), Blumendeko (150 Euro) und Bestatterdienstleistungen (750 Euro) kommt man gut und gerne auf 2100 Euro.

Die Krux: Bestatter, die mit deutlich günstigeren Preisen werben, lassen bestimmte Positionen dabei bewusst außen vor. Michael Schomers, der in der Branche monatelang undercover recherchiert hat, bestätigt im WDR: «Der Grundpreis ist ein reines Lockmittel. Es geht darum, dass man mehr verkauft.»

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