Von news.de-Redakteur Jan Grundmann - 08.07.2013, 15.17 Uhr

Ramadan-Beginn: Wie gefährlich ist Fasten im Sommer?

Kein Wasser, kein Essen, kein Sex zwischen Tagesanbruch und Sonnenuntergang: Der islamische Fastenmonat Ramadan dauert 2013 vom heutigen 9. Juli bis zum 8. August. Doch wie gefährlich ist der Verzicht auf Wasser im Sommer? Wonach richtet sich der Beginn des Ramadan? Alle Antworten zum Fastenmonat.

Es ist eines der höchsten islamischen Feste: Der Ramadan dauert im Jahr 2013 vom 9. Juli bis zum 8. Juli. Während dieser Wochen sind Muslime angehalten, zwischen Tagesanbruch und Sonnenuntergang zu fasten. Kein Essen, kein Trinken, kein Rauchen - und kein Sex: So verlangt es der Koran. News.de klärt alle Fragen zum muslimischen Fastenmonat.

Was heißt Ramadan?

Das Wort Ramadan bedeutet eigentlich «brennende Hitze». Im Koran steht dazu: «Wer nun von euch während des Monats (des Ramadan) anwesend (d.h. nicht unterwegs) ist, soll in ihm fasten». Der Ramadan ist für gläubige Muslime einer der fünf Eckpfeiler des Islam.

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Wie viele Muslime feiern den Ramadan?

In Deutschland leben 4,2 Millionen Muslime, die am Ramadan teilnehmen. Weltweit sind es ungefähr 1,3 Milliarden Menschen, für die der Ramadan eine besondere Bedeutung hat. Schwangere Frauen, kranke Menschen und Kinder sind von der Teilnahme am Ramadan befreit.

Wonach richtet sich der Termin für Ramadan 2013?

Der Beginn des 29-tägigen Fastenmonats richtet sich nach dem islamischen Mondkalender. Der Ramadan beginnt, wenn zu Beginn des 9. Mond-Monats die Sichel nach dem Neumond wieder sichtbar wird. In den meisten Ländern ist dies in diesem Jahr der 9. Juli.

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Ramadan im Sommer - ist das gefährlich?

Weil der Mondkalender vom Sonnenjahr abweicht, beginnt der Ramadan jedes Jahr zwei Wochen früher. Aktuell verschiebt er sich also immer weiter in Richtung Sommer - und die Fastenzeit pro Tag ist extrem lang. In Berlin etwa geht am 9. Juli die Sonne um 4.53 Uhr auf und um 21.30 Uhr unter. Der Tag bricht aber noch früher an - wenn ein blauer Streifen am Horizont erkennbar wird. Das bedeutet: Allein die Sonne scheint 16 Stunden und 37 Minuten.

Hinzu kommt die Zeit zwischen Tagesanbruch und Sonnenaufgang. Man kommt damit auf eine Zeit zwischen 17 und 18 Stunden, in der nichts gegessen oder getrunken werden darf. Das Sex-Verbot regelt sich aufgrund des niedrigen Blutzuckers wohl von selbst.

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Muslimische Ärzte plädieren deshalb für eine gesunde Ernährung während des Ramadan. Das warme Wetter stelle ein Austrocknungsrisiko dar, wird Turan Buzgan von den Deutsch-Türkischen Nachrichten zitiert. Zudem könnten Fastende ein Problem mit der Verdauung bekommen, wenn sie nach Stunden des Fastens schwere Mahlzeiten zu sich nehmen würden. In den arabischen Golfstaaten gelten im Ramadan deshalb verkürzte Arbeitszeiten.

Kann man dadurch abnehmen?

Wie bei jedem Fasten sind die Effekte auf der Waage spürbar. «Abends kann ich nicht mehr viel essen. Ich will zwar, aber der Magen verkleinert sich, es passt nicht mehr viel hinein», sagt eine Muslimin im news.de-Interview. Im Fastenmonat verliere sie zwischen drei und fünf Kilo Gewicht. Dies sei aber höchstens ein Begleitaspekt. «Man fastet ja nicht für sich, sondern für Gott», sagt sie.

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fro/news.de/dpa

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