Von news.de-Redakteur Jan Grundmann - 02.07.2013, 10.53 Uhr

Sugardaddy-Trend: Wo reiche Männer junge Mädels treffen

Weiblich, ledig, jung sucht... Männer mit viel Geld: Auf Sugardaddy-Plattformen im Internet können sich junge Frauen ältere Herren anlachen, die ihnen den Lebensstil finanzieren. Preis und Leistung sind verhandelbar; 5000 Euro kann ein Sugarbabe pro Monat schon kosten. Ist das schon Prostitution oder noch Trophäenjagd?

FOTOS: Promi-Paare Jugend liebt Alter
zurück Weiter Simone Thomalla und Till Lindemann (Foto) Foto: news.de/Montage/dpa Kamera

Seine grau melierten Haare strahlen in der Sonne. Ein Mann um die 50 steht am Strand, er lächelt. Die Hand einer Frau, die halb so alt ist wie er, liegt auf seiner Schulter. Sie schmiegt sich an ihn, trägt einen Bikini, lächelt ebenfalls selbstbewusst in die Kamera. Schönheit und Jugendlichkeit gegen Erfahrung und vor allem Geld: Das Titelbild auf der Startseite von mysugardaddy.eu steht exakt für diese Symbolik.

Das Tauschgeschäft Geld gegen Jugendlichkeit hat in den vergangenen Jahren immer mehr Plattformen im Internet hervorgebracht. Ob seekingmillionaire.com, sugardaddy-gesucht.de oder eben mysugardaddy.eu: Das Konzept aller Dating-Plattformen ist gleich. Junge Frauen bieten ihre Gesellschaft an, Männer zahlen dafür. Sex ist keine Pflicht. Wer weiblich ist, noch studiert oder am Beginn des Berufslebens steht, kann sich so einen luxeriösen Lebensstil finanzieren lassen. Die Sugardaddys können sich ihrerseits mit jungen Frauen umgeben.

FOTOS: Seitensprung famos Diese Stars gingen fremd

Bis zu 5000 Euro im Monat: So viel kosten Sugarbabes

«Wildblume90», «Streichelmaus», «Miss Dior»: Die meisten «Babes» sind zwischen 20 und 30 Jahre jung, zeigen sich mit einem Profilbild, das mal ein unscharfes, überbelichtetes Gesicht zeigt. Manchmal auch die Beine in Strumpfhose. Auf einem Foto fordert das 20-jährige Sugarbabe mit der Hand am roten Spitzentanga auf: «Wenn du spielen willst, erobere mich».

Ein Sugarbabe hat ihren Mund knallrot geschminkt, bevor sie den Auslöser betätigt hat. «Attraktive Männer bitte nur», fordert sie in ihrem Profiltext auf. Sie ist laut Profil 23 Jahre jung, hat arabische Wurzeln. Schlank, 1,68 Meter groß, Bielefeld. Grüne Augen, sie mag Reisen, Shoppen, Konzerte, Autos.

Ihr monatliches Budget, das sie benötigt: 2000 bis 5000 Euro. Wer also Sugardaddy werden will, muss schon ordentlich in die Tasche greifen. Die Plattformen vermerken übrigens positiv, wenn man(n) seine Einkünfte verifiziert hat.

Darum machen Sugardaddys mit

Sex kann sein, muss aber nicht. Viel wichtiger seien Bestätigung und die Aura von Jugendlichkeit und Energie, die die jungen Frauen ausstrahlen würden, berichten Sugardaddys. «Natürlich gibt es in Düsseldorf genug attraktive Frauen. Aber ich genieße es, mein Sugarbabe ohne große Überzeugungsarbeit übers Wochenende nach Paris zu entführen», so Marcus S. aus Düsseldorf auf mysugardaddy.eu.

Und natürlich sind junge Frauen ein Statussymbol, das sich die Männer mit dem Geld kaufen: «Wenn ein Mann sich mit meinem tollen Aussehen schmücken will, ist es doch nur fair, wenn er sich auch finanziell daran beteiligt», sagt etwa Tanja K. aus Dresden.

Ist das nun Prostitution oder unverfänglicher Ressourcenaustausch? In einem Interview mit der Welt zumindest sagt ein Portal-Betreiber: «Wir wollen die Aktivitäten unserer User nicht einschränken». Es kommt wohl auf den Einzelfall an, ob Geld lediglich gegen eine hübsche Aura der Jugendlichkeit getauscht wird – oder eben gegen Sex.

Sind Sie schon Fan von news.de auf Facebook? Hier finden Sie brandheiße News, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

fro/news.de

Empfehlungen für den news.de-Leser