Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier - 20.03.2011, 11.08 Uhr

Katastrophen-Vorsorge: Was passiert, wenn es bei uns kracht

Sich bei Katastrophen im Bunker verbarrikadieren? Das ist von gestern. Doch Lebensmittelkarten und Vorräte für den Notfall bunkert der Bund immer noch. Wie Deutschland für den Ernstfall gewappnet ist.

Wie ist Deutschland auf den Katastrophenfall vorbereitet? Bild: dapd

Karl Hillinger lebt seit 30 Jahren vom Ernstfall. Genauer gesagt von der Möglichkeit, dass der eintreten könnte. Vor genau 30 Jahren drehte auch In unserer Bildstrecke haben wir das für eine vierköpfige Familie vorgemacht.

Michael Grandt reicht ein gut gefüllter Vorratskeller nicht aus. Er hat ein Buch geschrieben, in dem er sehr genau erklärt, wie eine dreiköpfige Familie autark leben kann. 1,5 Hektar Land werden benötigt, in welchem Verhältnis Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse anzupflanzen sind, lässt sich in seinem Handbuch der Selbstversorgung nachlesen. Die Selbstverteidigung spielt bei Grandt ebenfalls eine Rolle: Er empfiehlt einen Waffenschein, aber auch aus Dornbusch lasse sich ein effektiver Schlagring fertigen.

Wer seinen eigenen Schutzraum im Keller hat, braucht sich darum keine Gedanken zu machen. Karl Hillinger gründete damals sein Geschäft, weil in Österreich die Schutzraumverordnung für jeden Neubau einen solchen Bunker vorschrieb. Die ist längst aufgehoben, doch der Seba-Chef ist weiter vom «Schutzraumgedanken überzeugt».

Doch was bringt es, im Schutzraum zu sitzen, wenn ringsum ganze Kontinente unbewohnbar geworden sind? «Darüber kann man diskutieren, solange man will. Aber normalerweise ist ein Schutzraum für die Dauer von 14 Tagen gedacht, weil dann die Radioaktivität nachlässt, zumindest im weiteren Umkreis des Atomkraftwerks», sagt Hillinger. Zwischen 5000 und Hunderttausenden von Euro kann so ein Privatbunker kosten. Angst vor der Nuklearkatastrophe sei bei seinen Kunden noch der gewöhnlichste Grund. «Terroristische Anschläge, Nostradamus - womit die Leute sich beschäftigen, das geht ins Unendliche.»

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cvd/news.de

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