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Glücksspielstaatsvertrag: Voraussetzungen für eine Casino-Lizenz in Deutschland

In Deutschland waren lange Zeit nur Casinos und Spielhallen in stationärer Form erlaubt. Mit dem Aufkommen von Online-Casinos änderte sich die Glücksspiel-Landschaft. Online-Lizenzen gab es zunächst nicht.

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Foto: Robert Günther/dpa-tmn Bild: Robert Günther/dpa

Ein Ende der Unreguliertheit sollte der neue Glücksspielstaatsvertrag schaffen, der im Sommer 2021 in Kraft trat. Online-Casinos sollten erlaubt werden und eine zentrale Regulierungsbehörde eingerichtet werden. Diese befindet sich derzeit im Aufbau - und mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag folgten einige Auflagen, nach denen ein Online Casino betrieben werden darf.

Grundsätzliche Voraussetzungen

Wer in Deutschland ein Online Casino betreiben möchte, der muss zunächst nachweisen, dass es sich bei ihm um einen verlässlichen Betrieb handelt. Dazu muss er zeigen können, dass er das notwendige Kapital zum Betrieb eines Online-Casinos samt Nebenkosten hat. Die Nebenkosten betreffen vornehmlich Personal sowie Sozialabgaben für das Personal. Um eine deutsche Glücksspiellizenz kann sich jeder bemühen, der in der EU seinen Hauptsitz hat.

Vor dem neuen Glücksspielstaatsvertrag befanden sich Online-Casinos in einer Grauzone des Rechts. Einerseits wollte Deutschland Online-Casinos verbieten, dem sich Schleswig-Holstein entgegengesetzt hat. Andererseits hatte die EU ein Wörtchen mitzureden. Eigentlich ist es per EU-Gesetzen so geregelt, dass jedes Unternehmen mit Sitz in der EU entsprechend europaweit seine Dienste anbieten und die EU-Bürger sie in Anspruch nehmen können. Das betraf ebenfalls Online-Casinos, die beispielsweise Ihren Hauptsitz auf Malta hatten. Die Glücksspielbehörde findet das diese EU-Freizügigkeit allerdings nicht auf den Glücksspielmarkt anwendbar ist.

Es wurde klar, dass eine neue, einheitliche Regelung her musste. Nach langen Verhandlungen entstand daraus der neue Glücksspielstaatsvertrag. Einheitlich ist der neue Glücksspielstaatsvertrag jedoch nicht in allen Punkten. Nach wie vor hat jedes Bundesland die Möglichkeit, selbst Rahmenbedingungen für Deutsche Casinos mit Startguthaben festzulegen. Die allgemeinen Regulierungen konzentrieren sich vor allem auf den Spielerschutz und darauf, welche Spiele angeboten werden dürfen. Der Antragsverlauf kann in jedem Bundesland variieren.

Welche Spiele darf ein Online Casino anbieten?

Online Casinos haben fast freie Auswahl, wenn es um Casinospiele geht, die sie ihrem Angebot hinzufügen möchten. Es sind sowohl Online Poker als auch Online Slots erlaubt. Jedoch sind weitere Tischspiele, wie etwa Roulette und Blackjack sowie Live Spiele verboten. Wer in seinem Online Casino ebenfalls Sportwetten anbietet, muss diese klar vom Angebot des Online Casinos trennen. Bestenfalls ist dieses Angebot komplett getrennt voneinander und nicht auf derselben Webpage zu finden.

Zum Spielerschutz gibt es bei Online Casinos obendrein folgende Auflagen, die insbesondere Slots betreffen:

  • Zwischen einzelnen Drehs muss eine Pause von 5 Sekunden eingehalten werden
  • Der Einsatz darf bei höchstens 1 € pro Dreh liegen
  • Spieler dürfen nicht mehrere Spiele gleichzeitig spielen können

Weiterhin dürfen Spieler monatlich nur höchstens 1.000 € in einem Online Casino einzahlen. Um dies gewährleisten zu können, soll es eine zentrale Anmeldung für Online Casinos geben. So ist zumindest der Plan. Von jenem Anmeldepunkt kann daraufhin jeder Spieler sein ausgewähltes Online Casino betreten. Der Höchstbetrag, der monatlich eingezahlt werden darf, bezieht sich auf alle Online Casinos mit deutscher Lizenz. Das heißt, man kann nicht einfach in Casino A 1.000 Euro einzahlen und in Casino B oder C ebenfalls.

Wenn es um die genaue Spielauswahl geht, muss jedes Spiel zunächst von der zentralen Regulierungsbehörde in Sachsen-Anhalt genehmigt werden. In einem Online-Casino kann man also nicht mehr einfach die neusten Spieler der unterschiedlichen Entwickler dem Angebot hinzufügen. Erst, wenn ein Spiel genehmigt ist, darf es in einem Online Casino angeboten werden.

lic/news.de