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Rammstein: KZ-Anspielungen im "Deutschland"-Video - Empörung über Rammstein

Der news.de-Nachrichtenüberblick Bild: Istockphoto

Am Donnerstag (28.03.2019) feierte das komplette Video zur ersten Single vom neuen Album Premiere. In mehr als neun Minuten vollziehen Rammstein unter dem Titel "Deutschland" dabei eine Reise durch die deutsche Geschichte - von den alten Germanen bis zur Gegenwart. Dabei werden die Bilder aus dem Trailer erst während des Abspanns gezeigt. Die Musiker stehen dabei am Galgen. Auf dem Revers von Christian "Flake" Lorenz ist ein gelber Stern zu sehen, ähnlich dem, den Juden unter dem NS-Regime tragen mussten. Doch damit nicht genug: Das Rammstein-Video enthält auch weitere blutige Szenen der deutschen Geschichte.

Rammstein-Musiker als KZ-Häftlinge - Kritik vom Zentralrat der Juden

Das Video zeigt allerdings auch, wie sich Häftlinge an ihren Peinigern in NS-ähnlichen Uniformen rächen. "Du hast viel geweint, im Geist getrennt, im Herz vereint", singt Frontmann Till Lindemann über Deutschland. "Meine Liebe kann ich dir nicht geben", heißt es dort weiter.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hatte nach Veröffentlichung des "Deutschland"-Trailers erklärt, es gebe zahlreiche Künstler, die sich in ihren Kunstwerken auf eine würdevolle Art mit der Schoa auseinandersetzten. "Wer den Holocaust jedoch zu Marketingzwecken missbraucht, handelt verwerflich und unmoralisch", sagte Schuster.

Gegen eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Holocaust sei prinzipiell nichts einzuwenden, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. "Wenn aber das Video nur zur Provokation und Verkaufsförderung erstellt wurde, um zu skandalisieren und Aufmerksamkeit zu erzeugen, dann wird damit eine rote Linie überschritten." Das wäre eine geschmacklose Ausnutzung der Kunstfreiheit.

Ist die Band Rammstein rechts?

Die Berliner Band hat mit brachialem Rock und martialischen Klängen immer wieder mit Nazi-Ästhetik gespielt. Für das Video zum Song "Stripped" waren Ausschnitte aus Leni Riefenstahls NS-Propagandafilm über die Olympischen Sommerspiele von 1936 zu sehen. Frontman Till Lindemann wies damals Nazi-Vorwürfe zurück. "Wir kommen aus dem Osten und sind als Sozialisten aufgewachsen. Wir waren früher entweder Punks oder Gruftis - wir hassen Nazis!", sagte er dem Magazin "Rolling Stone".

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bua/kad/news.de/spot on news/dpa

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