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Von news.de-Mitarbeiter Michael Kraft - Uhr

Durchgehört: MØ - Ein Debüt aus Skandinavien, neues von Death Vessel und Milagres

Steven Ansell und Laura-Mary Carter beweisen mit ihrem vierten Album: Sie sind nicht nur produktiv, sondern besessen. Bild: Cooperative Music

Noch eine Elektropop-Prinzessin aus Skandinavien, die erst im Netz für Furore gesorgt hat und jetzt die Welt erobern will? Wer bei dieser Geschichte schon gähnen muss, könnte durchaus etwas verpassen. Denn Karen Marie Ørsted, genannt MØ hat mit «No Mythologies To Follow» ein Debütalbum hingelegt, das so gut ist, dass es gar keine originelle Geschichte braucht.

«Waste Of Time» ist ein guter Beleg für das Zusammenspiel aus Eingängigem und Experimentellem, das dieses Album prägt. Selbst dann, wenn die 24-Jährige aus Dänemark ihre Sound-Vorbilder ganz unverhohlen aufzeigt, ist das kein Problem, weil die Songs genug Qualität haben, um für sich selbst zu bestehen, und weil die Stimme derart viel Kraft hat, dass sie sich noch die offensichtlichste Vorlage mühelos einverleiben könnte. Robyn klingt ebenso an wie Lana Del Rey oder Goldfrapp, dazu kommen Soul-Einflüsse und ein paar afrikanische Elemente und vor allem eine Stimme, die wie das Konzentrat von Entschlossenheit klingt.

Künstler: MØ
Album: «No Mythologies To Follow»
Plattenfirma: Sony

Der Gastfreundschaft von Jónsi, dem Sänger von Sigur Rós, haben wir das dritte Album von Death Vessel zu verdanken. Denn der Isländer lud Joel Thibodeau, den Mann hinter Death Vessel, in seine Heimat ein, und dort entstand innerhalb von drei Monaten mit Island Intervals eine ebenso eigentümliche wie kreative Platte.

Neben sehr poetischen Texten besticht das Werk mit einer verwunschenen Atmosphäre und einem reizvollen Wechsel aus minimalistischen und opulenten Passagen, die sich immer wieder wunderbar ergänzen. Im weit ausholenden, subtilen «Ilsa Drown» darf Jónsi mitsingen. «We Agreed» klingt wie ein modernisierter Donovan und wird ein weiterer Beleg dafür, wie es bei Death Vessel gelingt, mit vergleichsweise gewöhnlichen Zutaten vergleichsweise außergewöhnliche Ergebnisse zu erzielen.

Das Beste an «Island Intervals» ist sein l'art pour l'art-Charakter: Das ist die Musik eines Freigeists, die kein Publikum braucht, aber trotzdem nicht nur gefällig, sondern einnehmend ist.

Künstler: Death Vessel
Album: «Island Intervals»
Plattenfirma: Sub Pop

Zu einer Begegnung mit David Bowie hat es Kyle Wilson, der Sänger von Milagres, schon gebracht. Blöderweise nicht in seiner Rolle als Musiker, sondern in seinem Nebenjob als Kellner in einem Sternerestaurant. Das könnte sich mit «Violent Light», dem dritten Album von Milagres, vielleicht ändern. Denn das Quartett aus Brooklyn hat hier einiges zu bieten, was auch Bowie gefallen dürfte, in erster Linie eine geistesverwandte Herangehensweise, die das Ungewöhnliche schätzt, aber Pop bleibt.

Milagres sind gerne plakativ, haben aber auch kein Problem mit ein bisschen Seelenstriptease in ihren Texten, in denen besonders gerne die Existenz der Liebe geleugnet wird. Der Gesang klingt auf dieser Platte oft, als habe sich Kyle Wilson den Weg zum Mikrofon erst durch eine Horde von Groupies bahnen müssen. Schlagzeuger Paul Payabyab spielt so, dass zwischen den einzelnen Schlägen noch genug Zeit für die eine oder andere Rockstar-Pose ist. Die Gitarrensoli klingen häufig, als solle dem Instrument ganz bewusst Gewalt angetan werden. «Terrifying Sea» beispielsweise klingt, als ob die Jungs von Hurts plötzlich Lederjacken tragen würden statt Maßanzügen, und als würden sie Gedichte lesen statt Karriereratgeber. Das funktioniert deshalb gut, weil die Größe des Sounds zur Größe der Emotion passt.

Künstler: Milagres
Album: «Violent Lights»
Plattenfirma: Memphis Industries

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kls/news.de

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