Von news.de-Mitarbeiterin Juliane Ziegengeist - 25.04.2011, 11.18 Uhr

Alternatives Wohnen: Helfen statt Miete zahlen

Das ist weitergedacht: Während die einen Studenten sich über den WG-Putzplan streiten, erledigen die anderen die Hausarbeit gern. Denn sie zahlen dafür weniger Miete. «Wohnen für Hilfe» sei Dank - für alle mit schmalem Budget und sozialer Ader.

news.de-Mitarbeiterin Juliane Ziegengeist Bild: news.de

Wenn junge Menschen flügge werden und zum Studium in eine fremde Stadt aufbrechen, können sie das gewohnte Zuhause oft nicht schnell genug hinter sich lassen. Unabhängig und frei - was gibt es Schöneres? Doch die Realität holt viele schneller ein, als ihnen lieb ist. Das Studium ist stressig, die Großstadt anonym, das WG-Zimmer nicht gerade billig. Pauken zwischen dauerfeiernden Mitbewohnern und mehreren Nebenjobs zehrt an den Nerven.

So muss ein Studentenleben natürlich nicht aussehen. Aber es kann. Wer sich nach etwas mehr Ruhe und festen Strukturen sehnt und vielleicht auch Sinn sucht, für den ist das Projekt «Wohnen für Hilfe» das Richtige. Hier können Studenten sich Zimmer oder ganze Einliegerwohnungen vermitteln lassen, ohne dafür Miete zu zahlen. Alles, was sie tun müssen: ihren Vermietern - Senioren, alleinerziehenden Eltern, Berufstätigen - bei alltäglichen Dingen unter die Arme greifen. Ein fairer Tausch.

Damit werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die schwierige Wohnsituation in vielen Universitätsstädten, in denen Zimmer knapp und teuer sind, wird entspannt. Studenten sparen und tun dabei auch noch etwas Gutes. Und Rentner oder Familien bekommen die Hilfe, die sie benötigen. Darüber hinaus dürfte die alternative Wohnform für alle Beteiligten auch wichtige persönliche Erfahrungen mit sich bringen. Soziale Kompetenzen für den Beruf, Freundschaften im Privaten. Was Politiker seit jeher fordern, wird aktiv praktiziert: Toleranz und Solidarität zwischen den Generationen.

ham/mik/news.de

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